Once Upon a Time 2x20

Das passiert in der Once Upon a Time-Folge The Evil Queen:
Greg (Ethan Embry) und Tamara (Sonequa Martin-Green) wollen Hooks (Colin O'Donoghue) Hilfe in Anspruch nehmen, um ĂŒber ihn an Regina (Lana Parrilla) heranzukommen. Hook sieht zunĂ€chst ĂŒberhaupt keine Veranlassung, den beiden zu helfen. Da zeigen sie ihm, dass Rumpelstilzchen / Mr. Gold (Robert Carlyle), anders als Hook bislang glaubte, die Gift-Attacke ĂŒberlebt hat. Greg und Tamara bieten Hook an, Rumpels Magie zu neutralisieren - und Hook damit den Weg zur Rache zu ebenen. Emma (Jennifer Morrison) beginnt, gegen Tamara Verdacht zu schöpfen, als sie eine Liste bei ihr sieht, auf der den Einwohnern Storybrookes ihre jeweiligen MĂ€rchennamen zugeordnet sind. Gemeinsam mit Henry (Jared Gilmore) startet Emma die Operation Gottesanbeterin: sie versuchen, Tamara auszukundschaften.
Regina kultiviert derweil einige eigene Bohnen - und hat einen Plan gefasst, wie sie allein mit Henry ins MĂ€rchenland zurĂŒckkehrt, wĂ€hrend der Rest von Storybrooke der Vernichtung anheimfallen soll...
Regina Goes Henry V.
The Evil Queen ist eine sehr solide und irgendwo sehr klassische Folge von Once Upon a Time mit einem schönen Wechselspiel aus Storybrooke-HandlungsstrĂ€ngen und einer MĂ€rchenwelt-RĂŒckblende. In dieser greift Regina zu extremen Mitteln, um des im Volk beliebten Schneewittchens (Ginnifer Goodwin) habhaft zu werden. Sie lĂ€sst sich von Rumpel in eine einfache Magd verwandeln. Ihr kleiner Heinrich-V.-Stunt bringt sie jedoch schon bald ernsthaft in Schwierigkeiten, aus denen sie ausgerechnet Schneewittchen befreit - ein herrlicher Twist, der eine Reihe von sehr interessanten und emotional tiefgehenden Szenen zwischen den beiden Figuren eröffnet. Bis die Entdeckung einer Massenhinrichtung allen Fortschritt zwischen Snow und Regina wieder zunichte macht.
GewöhnungsbedĂŒrftige FolgenabschĂ€tzung
Damit kommen wir auch schon zu einem der gröĂten Probleme der Folge: Reginas Verhalten. Oder vielmehr die Annahmen, die diesem Verhalten zu Grunde liegen. Sie glaubt, dass das Volk sie lieben wird, sobald sie Schneewittchen eliminiert hat. Und sie glaubt, dass die Hinrichtung eines ganzes Dorfes - als Strafaktion dafĂŒr, dass es Snow unterstĂŒtzt hat - vergessen sein wird. Weil „Snow doch die Böse ist“.
Das wiederholt sich dann noch mal mit Henry, dem sie erst vom Geheimplan seiner GroĂeltern berichtet, in die MĂ€rchenwelt zurĂŒckzukehren, aber sie, Regina, in Storybrooke zurĂŒckzulassen (ĂŒbrigens eine prima Parallele zum MĂ€rchen-Plot, dass sie das qua Verkleidung als einfaches Volk in Erfahrung bring!). Der Versuch, sich selbst als Heldin gegen diese Machenschaften in Stellung zu bringen, scheitert jedoch in dem Augenblick, als sie ihren Plan erörtert, mit Henry in die MĂ€rchenwelt zu gehen - und Storybrooke samt aller Einwohner auszulöschen. Dass das fĂŒr Henry irgendwie ein Problem sein könnte, kommt ihr offenbar gar nicht erst in den Sinn.
Persönlichkeitsstörung
Die Schwierigkeit gerade mit dieser Szene ist: Regina wirkt hier weniger böse als vielmehr komplett ĂŒbergeschnappt. Die Logik, die ihrem Denken zu Grunde liegt, hat nichts mehr mit der Logik eines psychisch einigermaĂen gesunden Menschen zu tun. Selbst als Henry sein Entsetzen und seine Ablehnung deutlich artikuliert und sie deswegen sein KurzzeitgedĂ€chtnis löscht, scheint sie immer noch an ihrem Plan festzuhalten.
Auf einen puren Verdacht hin hat der Rezensent nach dieser Folge einmal den Begriff „Soziopath“ in der Wikipedia aufgesucht. Und tatsĂ€chlich: was Regina in The Evil Queen offenbart, sind Symptome einer dissozialen Persönlichkeitsstörung: die UnfĂ€higkeit, sich in andere hineinzuversetzen; das fehlende Schuldbewusstsein und das Abstreiten von Verantwortung; die geringe Frustrationstoleranz mit Neigung zur Gewalt („Tötet sie alle! Zeigt keine Gnade!“) und die UnfĂ€higkeit, aus Erfahrungen zu lernen. Das alles passt ziemlich haargenau auf Regina. Wo ist eigentlich Dr. Hopper (Raphael Sbarge), wenn man ihn mal braucht?
Die Frage danach, ob und wie viel Gutes in Regina steckt, erĂŒbrigt sich jedenfalls, wenn ihrem Denken und Handeln derart verquere Annahmen zu Grunde liegen.
Der kleine Unterschied
Das ist auch der groĂe Unterschied zu Rumpelstilzchen (und fĂŒhrt deshalb möglicherweise auch zu den unterschiedlichen Bewertungen beider Figuren): Rumpels GedankengĂ€nge und Impulse bei seinem Changieren zwischen den Seiten von Gut und Böse sind in der Regel sehr gut nachvollziehbar, etwa als er am Ende von Lacey seinen Nebenbuhler verdrischt. Den Ăberlegungen von Regina ist dagegen manchmal (und in der aktuellen Folge besonders extrem) nur schwer zu folgen.
Was letztlich als Kritik auf die Autoren zurĂŒckfĂ€llt: Einerseits haben sie aus Regina eine dreidimensionale Figur gemacht, die eindeutig das Potenzial in sich trĂ€gt, sich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wird ihr diese Entwicklung aber verweigert, weil sie doch die böse Königin bleiben muss.
Gefangen
Man kann die Autoren dabei ja zumindest ein StĂŒck weit verstehen: Gute Bösewichter sind schwer zu finden. Greg und Tamara sind immer noch nicht wirklich ĂŒberzeugend, obwohl man natĂŒrlich sagen muss, dass sie durch die FĂ€higkeit, MĂ€rchencharakteren auf eine noch nicht nĂ€her erlĂ€utere wissenschaftliche Weise die Magie zu entziehen, jetzt zumindest mal ein wenig an GefĂ€hrlichkeit gewonnen haben. Und auch Captain Eyeliner stellt sich zur Abwechslung mal recht geschickt an. Daraus kann im Staffelfinale noch was werden.
Richtig warm ums Herz konnte einem derweil bei Operation Tiger, Àh, Gottesanbeterin werden. Emma und Henry auf gemeinsamer Mission, das haben wir schon lange nicht mehr gesehen.
Fazit
Once Upon a Time tut sich mal wieder etwas schwer damit, die Regina, die von ihrem Sohn geliebt werden will, und die geradezu pathologische Massenmörderin glaubhaft unter einen Hut zu bringen. Ansonsten ist es jedoch eine sehr schöne und klassische OUAT-Episode.
Trailer zu Folge 2x21 âSecond Star to the Rightâ
Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 30. April 2013(Once Upon a Time 2x20)
Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 2x20
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