Once Upon a Time 1x06

Once Upon a Time 1x06

Kommen Mary Margret und David zusammen? Nicht wenn Anastasia Griffith und David Anders ein Wort mitzureden haben. Auch die Bürgermeisterin ist keine Hilfe. Dafür könnte sich jedoch in Zukunft die Investition in ein Navigationssystem als lohnenswert erweisen.

Vom Ziegenhirt zum Prinz: Josh Dallas macht in „Once Upon a Time“ eine ungewöhnliche Karriere. / (c) ABC
Vom Ziegenhirt zum Prinz: Josh Dallas macht in „Once Upon a Time“ eine ungewöhnliche Karriere. / (c) ABC

Zwei Könige, zwei Probleme: Der eine Regent (Alex Zahara) hat dank magischer Fähigkeiten zwar Gold im Überfluss, braucht aber dringend einen Drachentöter und - wie sich bald herausstellt - jemanden, der ihm seine nervige Tochter (Anastasia Griffith) wegheiratet. Der andere (Alan Dale) braucht dringend Gold und hat einen Sohn (Josh Dallas), der sich für den besten Krieger hält, den es überhaupt gibt. Wenn einer einen Drachen erlegen kann, dann er. Beim Töten eines Riesens übersieht er jedoch eine Kleinigkeit. Und deshalb muss sein Vater die Heldenrolle kurzfristig mit Hilfe von Rumpelstilzchen (Robert Carlyle) umbesetzen.

In der Storybrooke-Realität hält David nichts mehr bei seiner Frau. Er kann sich überhaupt nicht daran erinnern, sie je für sich gewählt zu haben. Er fühlt sich zu Mary Margret (Ginnifer Goodwin) hingezogen, welche seine Avancen zunächst abweist. Nachdem David seine Frau tatsächlich verlassen hat, stimmt sie jedoch einem Treffen mit ihm zu. Pech nur, dass er sich den Weg zu ihr von der Bürgermeisterin (Lana Parilla) zeigen lässt. Das hätte er besser nicht tun sollen!

Selten war ein Werbe-Tie-in so naheliegend wie in The Shepherd: „Mit einem Navi wäre Ihnen das nicht passiert!“ Am Beispiel von David lernt das Publikum eine auch im Alltag wichtige Lektion: Um das Recht wahrnehmen zu können, freie Entscheidungen zu treffen, ist die Fähigkeit unerlässlich, sich selbständig zu orientieren. Andernfalls riskiert man, dass andere einem die Entscheidung abnehmen durch die falsche Richtung, in die sie uns schicken.

Die Bürgermeisterin weist David den Weg zur Pfandleihe von Mr. Gold, wo eine Vorgarten-Windmühle, die einst angeblich auf seinem Rasen stand, seine Erinnerungen an das falsche Leben weckt. Er glaubt, er würde sich aus freien Stücken für Kathryn und gegen Mary Margret entscheiden. Das ist jedoch nicht wirklich der Fall. Welche Bedeutung der Windmühle zukommt, ist dabei noch nicht so ganz klar (oder handelt es sich um ein Märchenmotiv, das der Rezensent kennen müsste?). So betont, wie Mr. Gold auf das Alter der Windmühle hinweist, darf man wohl davon ausgehen, dass sie auf jeden Fall später noch eine Rolle spielen wird.

The Shepherd dreht sich ganz zentral um das Thema der freien Entscheidung. In beiden Universen ist es mit dieser nicht zum Besten bestellt. In der Märchenwelt trifft Charming seine Wahl unter einer Mischung aus Zwang (die Gewaltandrohung gegen seine Mutter) und Pflichtbewusstsein (das Wohl des Königreichs). In der Storybrooke-Realität erliegt er der fluchinduzierten Täuschung, vor der ihn - laut Henry (Jared Gilmore) - bislang die Amnesie bewahrt hat.

Die Folge liefert die Vorgeschichte zu Snow Falls, indem sie uns darüber aufklärt, wie Prinz Charming überhaupt zu seiner nur begrenzt charmanten Verlobten gekommen ist. Darüber hinaus machen wir die überraschende Entdeckung, dass er der leiblichen Abstammung nach gar kein echter Prinz ist, sondern nur dazu gemacht wird, weil seine Mutter (Gabrielle Rose) und der König je unabhängig voneinander mit Rumpelstilzchen einen Deal über seinen Zwillingsbruder abgeschlossen hatten. Tatsächlich ist er ein Ziegenhirte, der es im Fall der Fälle aber auch schon mal mit einem Drachen aufnimmt.

Dass uns die Folge zunächst glauben lässt, wir würden Charming im Duell mit dem Riesen sehen - und nicht seinen Zwillingsbruder (von dem wir zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht wissen), ist ein erzählerisch nicht ganz neuer, trotzdem sehr gelungener Kniff, weil die Art, in der sein Bruder erst den tödlichen Showkampf absolviert und danach einen ganz auf dicke Rüstung macht, so gar nicht zu Charmings Charakter passen will.

An dieser Szene setzt auch die Hauptkritik an der Episode an. Wenn auch aus einem ganz anderen Grund. Sowohl der Kampf Charming-Twin vs. Riese als auch die Drachenszene lassen doch CGI-technisch deutlich zu wünschen übrig. Vielleicht sollten die Produzenten von Once Upon a Time mal die Effektspezialisten von The Mill (Merlin) engagieren.

Fazit

Eine etwas schwächere Folge als zuletzt. Neben den Spezialeffekten schlägt insbesondere die knapp bemessene screen time von Emma (Jennifer Morrison) und Henry negativ zu Buche. Trotzdem versteht The Shepherd natürlich sehr gut zu unterhalten.

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 6. Dezember 2011
Episode
Staffel 1, Episode 6
(Once Upon a Time 1x06)
Deutscher Titel der Episode
Der Hirte
Titel der Episode im Original
The Shepherd
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 4. Dezember 2011 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 2. Oktober 2012
Autoren
Andrew Chambliss, Ian Goldberg
Regisseur
Victor Nelli Jr.

Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 1x06

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