Once Upon a Time 1x02

Once Upon a Time 1x02

Die Bürgermeisterin/Böse Königin will Emma um jeden Preis los werden. Sie ins Gefängnis sperren zu lassen, erweist sich dabei jedoch als keine sonderlich gute Idee. Once Upon A Time lässt die Figuren bereits in der zweiten Folge aufs Ganze gehen.

Konfrontation vor friedlicher Kulisse: Regina und Emma in „Once Upon A Time“ / (c) ABC
Konfrontation vor friedlicher Kulisse: Regina und Emma in „Once Upon A Time“ / (c) ABC

Bürgermeisterin Regina Mills (Lana Parilla), in ihrem anderen Leben auch als die Böse Königin bekannt gewesen, setzt alles daran, Emma (Jennifer Morrison) aus Storybrooke - und vor allem aus dem Leben ihres Sohnes Henry (Jared Gilmore) - zu verbannen. Sie sorgt, indem sie den Therapeuten Dr. Hooper (Raphael Sbarge) zur Milfhilfe nötigt, sogar dafür, dass Emma im Gefängnis landet. Doch die verbissenen Bemühungen der Bürgermeisterin erhöhen nur noch Emmas Motivation, in der Stadt zu bleiben und sich ihres Sohnes anzunehmen.

In einer Rückblende sehen wir unterdessen, wie die Böse Königin bereits in der Märchenwelt zu allem entschlossen war, um Schneewittchen ihres Happy Ends zu berauben. Als der Zauberspruch, der den Fluch herbeiführen soll, beim ersten Versuch jedoch versagt, wendet sich die Königin an Rumpelstilzchen (Robert Carlyle), von dem sie erfährt, dass sie denjenigen opfern muss, den sie am meisten liebt, um dem Fluch seine Kraft zu verleihen...

Die Pilotepisode von Once Upon a Time hat große Erwartungen geweckt. Die von der zweiten Folge in keinster Weise enttäuscht werden. The Thing You Love Most knüpft - nicht nur zeitlich - nahtlos dort an, wo die Serie in der vergangenen Woche aufgehört hat. Erneut gelingt es den Autoren, Adam Horowitz und Edward Kitsis, eine Geschichte, die eigentlich hauptsächlich expositorischen Charakter hat (die Backstory der Bösen Königin; Emmas Motivation in Storybrooke zu bleiben), so unterhaltsam zu verpacken, dass dem Zuschauer gar nicht bewusst wird, wie er langsam immer tiefer in die Serien-Welt eingeführt wird.

Viele Serien verlangen dem Publikum zu Beginn einige Geduld ab. Once Upon a Time nicht.

Der Schlüssel dazu lautet, wie es auch in jedem guten Drehbuch-Ratgeber steht: Konflikt, Konflikt, Konflikt. Und welch besseren Konflikt könnte es geben, als den zwischen zwei Müttern? Die eine besorgt um das Wohl des Kindes, die andere besorgt um ihre Macht und ihr Territorium. Das ist per se schon mal eine wunderbar emotional aufgeladene Grundkonstellation, die dann auch noch mit vielen schönen Wendungen und Haken ausgestaltet wird (die Falle mit der Therapeuten-Akte, der Anschlag auf den Apfelbaum, die vermeintliche Aussprache).

Es ist ein offener Schlagabtausch, den sich Regina und Emma da liefern. welcher einerseits Lana Parilla und Jennifer Morrison reichlich Gelegenheit gibt, sich mit ganzer Wucht in ihre Rollen zu werfen (was beide Schauspielerinnen sichtlich zu genießen scheinen). Und welcher andererseits natürlich wunderbar dazu geeignet ist, ihre unterschiedlichen Charaktere herauszustellen: Regina, welche sich einen hinterlistigen Plan nach dem nächsten überlegt; Emma, welche unwillkürlich die Menschen um sich herum - „Schneewittchen“, den Sheriff und natürlich ihren Sohn Henry - in den Bann zieht.

En passant offenbart Once Upon a Time mit The Thing You Love Most außerdem, wie wohl das Erzählprinzip der Serie in Zukunft aussehen wird: Analog zu Lost, dem letzten Gig des Autoren-Gespanns Horowitz/Kitsis, gibt es neben den Geschichten in der Story-Gegenwart Rückblenden in die Vergangenheit der Figuren in der Märchenwelt.

Diese Vergangenheit scheint sich, wie bereits der Pilot angedeutet hat, in einigen zentralen Aspekten von dem Vorbild aus den Märchenbüchern zu unterscheiden. Jedenfalls erfahren wir, dass die Böse Königin vor allem deshalb so finster entschlossen war, die Märchenwelt mit einem Fluch zu belegen, weil sie einen geliebten Menschen verloren hat - und dafür Schneewittchen verantwortlich macht. Es ist zwar schon etwas länger her, dass der Rezensent zuletzt die Märchen der Gebrüder Grimm gelesen hat. Aber das war auf keinen Fall Bestandteil der klassischen „Schneewittchen“-Geschichte.

Once Upon a Time wirft damit nicht nur die Frage auf, was in der Backstory vorgefallen ist, sondern erhöht automatisch auch die charakterliche Komplexität der Bösen Königin, macht sie damit zu einer interessanteren Figur - und zu einer noch besseren Gegenspielerin. Dazu trägt natürlich nicht zuletzt auch der Umstand bei, dass sie möglicherweise gar nicht diejenige ist, die die Fäden eigentlich in der Hand hält. Während sie nur von dunklen Ahnungen geplagt zu sein scheint, was die Vergangenheit in der Märchenwelt angeht, ist Mr. Gold alias Rumpelstilzchen offenbar viel besser orientiert („Please!“).

Fazit

Spannend, mysteriös, bewegend - und voller witziger, mitreissender Dialoge. Once Upon a Time scheint fest entschlossen, sich den Titel als bester Neustart der aktuellen Season sichern zu wollen.

The only comfort for me is Snow White's suffering.“ / „It's her wedding night. I doubt she is suffering right now...

Verfasser: Christian Junklewitz am Dienstag, 1. November 2011
Episode
Staffel 1, Episode 2
(Once Upon a Time 1x02)
Deutscher Titel der Episode
Das, was du am meisten liebst ...
Titel der Episode im Original
The Thing You Love Most
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 30. Oktober 2011 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 4. September 2012
Autoren
Edward Kitsis, Adam Horowitz
Regisseur
Greg Beeman

Schauspieler in der Episode Once Upon a Time 1x02

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