
Beim Genresender Syfy möchte man sich nicht auf Science-Fiction-Serien ausruhen und hat deshalb zusätzlich die Fantasyserie Olympus ins Rennen geschickt, die sich - wie der Titel wohl vorausnimmt - stark an der griechischen Mythologie bedient.
Unser Protagonist ist ein mysteriöser Held, der seinen Namen nicht preisgeben darf, da dieser Menschen zu Stein verwandeln würde, gespielt von Tom York. Zu Beginn der Pilotepisode The Temple of Gaia legt dieser sich mit einem Zyklopen an, den er besiegt, indem er mehrfach die Regeln der Physik außer Kraft setzt. Nicht wirklich, aber das Boomerang-Beil und sein Bunjee-Sprung mit festem Seil erwecken durchaus den Anschein. Der Grund für sein Vordringen in die Residenz des Einäugigen ist die Befreiung des Orakels, das dort gefangen sein soll. Als sich schließlich drei Damen als die Seherin ausgeben, um gerettet zu werden, eskortiert er sie sicher ins Freie und erfährt erst dann, dass seine Begleitung in Form von Sonya Cassidy die Eine ist. Er nimmt sie anschließend selbst gefangen, um sie zum Tempel von Gaia zurückzueskortieren, was angeblich sein Auftrag ist.

Auf dem Weg dorthin machen sie die unangenehme Bekanntschaft von zwei aggressiven Waldbewohnern, die den beiden ans Leder wollen. Während unser Held einen von ihnen erledigt, macht sich der andere mit dem Orakel aus dem Staub und entpuppt sich als ihr Bruder, der ebenfalls auf dem Weg war, sie aus den Fängen des Zyklopen zu befreien. Kurze Zeit später gerät das Orakel wieder in die Fänge des Helden, der jedoch anders als behauptet, eigene Pläne mit ihr hat. Im Tempel von Gaia angekommen, offenbart er ihr, er wolle eine Vision von ihr, um zu erfahren, wer er ist. Etwas, das sie bereits im Wald hätte tun können und bereits anfing zu tun, was besonders ulkig ist, da sie selbst seine Dummheit herausstellt und erklärt, wie unnötig das halbe Abenteuer dieser Folge gewesen ist. Eine Öffnung im Tempel soll jedoch für besonders potente Visionen sorgen und so kann sie ihm verraten, dass er in Wahrheit der Sohn des Königs ist und das Lexikon in sich trägt. Eine zu entschlüsselnde Kraft, die einen Sterblichen nach Olympus führen kann, wo er in die Riege der Götter aufgenommen würde.

Die zweite, parallel erzählte Handlung, spielt sich in Athen ab, wo sich König Aegeus (jegliche Subtilität aus dem Fenster werfend gespielt von Graham Shiels) gegen eine Belagerung zu wehren hat und im Kampf durch einen Pfeil verletzt wird. Königin Medea (Sonita Henry) sorgt mit ihren Kenntnissen dafür, den Herrscher am Leben zu halten, doch sie riecht Verrat. Jemand aus den Reihen des Königs hat den Pfeil geschossen, um selbst an Einfluss zu gewinnen. Am Ende der Folge entlarvt die antike Detektivin die Verräter, bei denen es sich um einen der Generäle und dessen Leibwächter handelt. Die Führung der Armeen soll fortan der junge Sohn des Königs übernehmen. Lykos (Wayne Burns) wird von seiner Mutter für Blutmagierituale verwendet und auch sie ist hinter dem Lexikon her. Über die Entscheidung, den Jungen regieren zu lassen, sind die übrigen Generäle jedoch nicht besonders glücklich.
Fazit
Wer sich noch an die ersten CD-Rom-Spiele mit Full-Motion-Video erinnert, die auf zig Disks daherkamen, hat bereits eine gute Vorstellung davon, was einen Optisch in Olympus erwartet. Ich kann mich wirklich kaum erinnern, wann ich zuletzt so hässliche und teils unfertige Green-Screen-Effekte gesehen habe. Die Serie ist offensichtlich hinter einem teils stilisierten Look, wie etwa 300 oder Sky Captain and the World of Tomorrow her, doch der Versuch wirkt lediglich billig und ist alles andere als schön anzusehen.
Das durch die Bank weg miese Schauspiel tut sein übriges. Besonders Frontmann Tom York fällt unangenehm auf und die restlichen Darsteller scheinen komplett unterschiedliche Anweisungen bekommen zu haben, in was für einer Serie sie sich befinden. Während Sonya Cassidy schmerzhaft bemüht ist, ihrem Orakel ein wenig Humor zu verleihen, sind sämtliche in Athen stationierten Figuren von dermaßen melodramatischem Pathos durchdrungen, dass Graham Shiels in seinen besten Momenten fast an den gewaltigen Brian Blessed erinnert.

Leider nimmt sich Olympus etwas zu ernst, um als lustiger Mockbuster durchzugehen, obwohl sowohl die Produktionsqualität als auch das Schauspiel durchaus an Filme des Lables Asylum erinnern und sicherlich diskutiert werden kann, inwiefern Absicht im Spiel war, was sich wohl in den kommenden Wochen zeigen wird. Wer nach etwas zum Lachen sucht, ist mit Filmen aus deren Repertoire besser bedient. Wer hingegen eine Fantasyserie mit griechischer Mythologie möchte, blickt aktuell besser nach Atlantis von der BBC. Dieses kommt zwar etwas familienfreundlicher daher, ist aber, was den anvisierten Ton angeht, deutlich konsistenter als das vorliegende Syfy-Experiment, das mit seiner Pilotepisode kaum Lust auf mehr macht, auch wenn sich herausstellen sollte, dass die ganze Angelegenheit deutlich augenzwinkernder gemeint war, als ich es hier zugestehe.
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