Obliterated 1x01

© Netflix
Mit insgesamt acht Episoden geht die Actionkomödie Obliterated heute an den Start. In der ersten Episode lernen wir eine Spezialeinheit kennen, die einen langwierigen und kniffligen Auftrag meistert. Zur Feier des Tages nutzen sie alles, was die Partystadt Las Vegas so zu bieten hat und widmen sich einer wilden Nacht voller Alkohol, Drogen und Sex. Etwas ungünstig kommt es ihnen da gelegen, dass sie von ihrem Vorgesetztem im Partytaumel die Information bekommen, dass die Gefahr noch nicht gebannt und ihre Mission noch nicht beendet ist.
Was geschieht im Auftakt von Obliterated?
Die große Undercover-Operation endet mit vielen Bösewichten weniger auf dem Planeten und einer sichergestellten kleinen Atombombe. Viel besser hätte es für unsere Heldentruppe bestehend aus Leiterin Ava (Shelley Hennig), dem selbstbewussten Chad (Nick Zano), dem Sprengstoffexperten Hagerty (C. Thomas Howell), der Scharfschützin Angela (Paola Lazaro), der Computerexpertin Maya (Kimi Rutledge), dem Helikopterpiloten Paul (Eugene Kim) und Trunk (Terrence Terrell) als Mann fürs Grobe kaum laufen können. Da bietet sich doch an, die Rettung der Stadt gebührend zu zelebrieren und das restliche Missionsbudget in eine riesige Party zu investieren.
Es folgt ein wilder Abend, bei dem keine Art von Alkohol und auch kaum eine Droge oder Halluzinogen vor ihnen sicher ist, während sie sich auch zwischenmenschlich auf beinahe sportliche Art vergnügen, was allerdings auch zu ein oder anderen Spannung zwischen ihnen führt. Noch viel ungelegener kommt da die Nachricht, dass ihr Job noch nicht beendet ist und eine noch viel größerer Bombe zum Morgengrauen explodieren könnte, wenn sie nicht eingreifen. Nun müssen sie nicht nur kleine Differenzen beiseite legen, sondern auch in desolater Verfassung auf Verbrecherjagd gehen.
Kann die erste Episode überzeugen?
Während es aktuell kaum ein vergleichbares Konzept gibt, so sind einzelnen Bestandteile von „Obliterated“ sehr bekannt und offen von bestimmten Quellen inspiriert. So werden unter anderem die Prämisse und der derbe Humor aus „The Hangover“, das Szenario aus 24, bleihaltige Action aus Streifen der 90er und eine Prise ironischer Patriotismus aus Filmen wie „Team America: World Police“ in einen Topf geworfen, geschüttelt und einmal kräftig umgerührt. Dabei kommt das Ganze schon deutlich anders herüber als das vorige Werk von Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg und Josh Heald, die zuvor Cobra Kai zum Leben erweckt haben, denn die Serie richtet sich mit ihrem derben Humor, hemmungslosem Drogenkonsum und expliziten Sexszenen und nackter Haut eindeutig nur an Erwachsene.

Dabei gibt es auch den ein oder anderen One-Liner zu hören und ein großer Teil des Humors verlässt sich auf Situationskomik, pfeift dabei (für die heutige Zeit) erfrischenderweise auf Political Correctness und setzt auf bizarre Momente. Schließlich gibt es sogar anstelle eines Tigers in Anlehnung an „The Hangover“ ein Kamel zu bestaunen. Es ist der Produktion immerhin anzusehen, dass Netflix zumindest ein bisschen (wenn auch nicht allzu viel) Geld in die Hand genommen hat, denn die Sets sehen ordentlich aus und auch die Actionszenen können sich einigermaßen sehen lassen, wobei diese auch mit so mancher Hommage versehen sind, wie etwa der Sniperschuss aus dem Auftakt, der auch direkt aus „Wanted“ hätte entsprungen sein können. Gespart hat man eher bei den Schauspielern und Schauspielerinnen, da sich unter ihnen nur mäßig bekannte Gesichter befinden. „Discount Liam Hemsworth“ für Nick Zano wäre aber vielleicht ein wenig zu gemein, da die Darsteller im Groben und Ganzen das abliefern, was das Material hergibt, ohne dabei aber zu bemerkenswert zu verbleiben.
Die Premiere kann zwar ihr Tempo halten, doch man wird das Gefühl nicht los, dass der Stoff in Form eines Films vielleicht besser aufgehoben wäre. Es ist also durchaus nicht unberechtigt, skeptisch zu sein, ob sich die Serie bei acht Episoden mit jeweils circa 50 Minuten Laufzeit nicht ein wenig zu sehr streckt und den gleichen Humor auch über die Länge hinaus verkaufen kann.
Fazit
Apropos Humor: Dieser wird die Zuschauer ganz sicher spalten, denn zum einen ist nicht jeder Witz ein Treffer und zum anderen wird nicht allen Leuten diese Art gefallen, da man sich darauf definitiv einlassen muss, um hier Spaß zu haben. Wer sich freizügige College-Comedys aus den 90ern und 2000ern gut anschauen konnte und sich dabei noch ein bisschen Action und Chaos dazu vorstellen kann, wird „Obliterated“ etwas abgewinnen können und bekommt hier lockere Unterhaltung geliefert, die ebenfalls gut zu einem Partyabend passt. Wer jedoch potentiell anstößige Inhalte und so manchen (infantilen) Spruch nicht braucht oder gar ein bestimmtes Niveau erwartet, sollte um die Serie eher einen Bogen machen. Es ist die typisch polarisierende Art von Witz, welche die Leute entweder abstoßen oder anziehen wird. In Betracht auf die generelle Qualität liegt die Wahrheit für mich irgendwo dazwischen. Deswegen gibt es 2,5 von 5 Champagner-Flaschen.
Verfasser: Tim Krüger am Donnerstag, 30. November 2023Obliterated 1x01 Trailer
(Obliterated 1x01)
Schauspieler in der Episode Obliterated 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?