Obi-Wan Kenobi 1x05

Obi-Wan Kenobi 1x05

Auf einem staubigen Outer-Rim-Planeten gesellt sich Obi-Wan zu seinen neuen Kampfgefährten, die eine Schar Flüchtlinge vor dem Imperium evakuieren wollen. Doch sowohl die neue Großinquisitorin Reva als auch Darth Vader höchstpersönlich wissen davon.

szenenbild aus teil v der serie obi-wan kenobi (c) disney+
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© zenenbild aus teil v der serie obi-wan kenobi (c) disney+

Darth Vader erinnert sich an seine Zeit als Padawan Anakin (Hayden Christensen) von Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) und daran, wie sein Meister schon damals seinen übergroßen gefährlichen Ehrgeiz bei den Kampfübungen mit dem Lichtschwert kritisierte. In der Gegenwart erstattet Inquisitorin Reva (Moses Ingram) dem Schwarzen Lord Bericht und wird von diesem zur neuen Großinquisitorin befördert. Obi-Wan und Leia (Vivien Lyra Blair) sind derweil auf dem Planeten Jabiim angekommen, von dem aus Obi-Wans neue Kampfgefährten Tala (Indira Varma), Roken (O'Shea Jackson, Jr.) sowie der einstige Hochstapler Haja Estree (Kumail Nanjiani) eine große Gruppe von Flüchtlingen in Sicherheit bringen wollen, nicht ahnend, dass Leias Droide LOLA von Reva mit einem Peilsender versehen wurde.

Vader entsendet zwei Truppentransporter nach Jabiim, auf denen sich auch Reva befindet, und die Stomtrooper machen sich dazu bereit, den Rebellenstützpunkt anzugreifen. Während die imperialen Soldaten dabei sind, den Zugang zu dem Versteck zu öffnen, kommt es zu einer telepathischen Kommunikation zwischen Obi-Wan und Reva, in deren Verlauf der Jedi-Meister erfährt, wer die neue Großinquisitorin wirklich ist und was ihre wahren Motive gegenüber Darth Vader sind. Kurz darauf kommt es zum Gefecht zwischen Rebellen und Imperium, was einen schweren Verlust für erstere mit sich bringt. Nachdem Vader Obi-Wan in die Enge getrieben glaubt, befiehlt er die Einstellung des Angriffs. Der abschließende Showdown findet jedoch nicht erneut zwischen dem einstigen Lehrer-Schüler-Gespann statt, und zudem kehrt ein totgeglaubter Feind wieder zurück.

Wenig Überraschungen

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Hand aufs Herz: Sicherlich hätte sich nicht allein der Rezensent mehr von der vorletzten Folge von Obi-Wan Kenobi erhofft. Zu erwarten (in diesem Fall besser zu erhoffen) stand die erste Hälfte eines furiosen Abschluss-Zweiteilers, der das eine oder andere Rätsel aufgelöst haben würde, das die Serie durch ihren teils recht laxen Umgang mit dem Gesamtkanon der Welten von „Star Wars“ aufgetan hat. Stattdessen gibt es erneut lediglich das wenig überraschende Zusammenlaufen von in den letzten paar Folgen gesponnener loser Fäden zu sehen, was summa summarum als enttäuschend angesehen werden muss.

Ganz ohne Zweifel hätte die Geschichte das Potenzial für mehr gehabt, und dass man dieses in der abschließenden sechsten Folge kommender Woche noch entfalten wird beziehungsweise kann, ist äußerst fraglich. Bereits seit Beginn der Serie gab es von der Fanseite aus Spekulationen über die wahre Natur der Dritten Inquisitoren-Schwester Reva, die in dieser Folge zur Großinquisitorin aufsteigt (obwohl sich Darth Vader nur kurze Zeit zuvor noch äußerst unzufrieden über ihre Inkompetenz gezeigt hat), und dass sich diese nun zu bestätigen scheinen (zumindest teilweise), ist einer gewissen Vorhersehbarkeit der Handlung geschuldet.

In anderen Worten: Anders konnte es eigentlich gar nicht kommen, zumal bereits jetzt schon Gerüchte über eine mögliche Spin-Off-Serie mit der undurchsichtigen Kämpferin kursieren. Da retten leider auch die unbestrittenen Schauwerte der aktuellen Folge nicht mehr viel - so gibt es zwar für die eigentliche Handlung unerhebliche, aber durchaus effektvolle Rückblenden auf ein Trainingsduell zwischen Obi-Wan und Anakin in alter Zeit (unerheblich deshalb, weil die augenscheinliche zunehmende Hinwendung Anakins zur dunklen Seite der Macht bereits ein ausgiebiges Thema in den Filmepisoden II und III war), in dem der mittlerweile 41-jährige Hayden Christensen noch immer eine akzeptable Figur als jugendlicher Padawan macht. Für den Anfang vom Ende, sprich her die vorletzte Folge, ist das, was uns Teil V da präsentiert, jedoch trotzdem schlicht und ergreifend einfach zu wenig.

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Logiklöcher

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Man erinnere sich an die Filmepisoden der mittleren Trilogie von „Star Wars“: Obwohl die imperialen Sturmtruppen schon damals diverse Probleme in Sachen Treffsicherheit hatten, bereitete ihnen die Sprengung von Metalltoren selbst in hochtechnologisierten Einrichtungen der Rebellen niemals große Mühe. Auf Jabiim hingegen scheinen sie einige dieser Fertigkeiten noch nicht erlernt zu haben: Da wird geraume Zeit an den recht primitiven Eingangstoren eines absolut rückständigen Stützpunktes herumgefuhrwerkt und es dauert eine ganze Weile, bis die waffentechnisch weit überlegenen Imperiumssoldaten in diesen eingedrungen sind.

Natürlich, dramaturgisch ist das Ganze schon klar und dient dem Schinden von Zeit für den bedeutungsschweren Durch-die-Wände-Dialog zwischen Obi-Wan und Reva. Aber einen logischen Sinn ergibt es deswegen trotzdem nicht. Ebenso muss man sich mittlerweile fragen, ob imperiale Sternenzerstörer zur Zeit der Serienhandlung noch keine einsatzbereiten TIE-Jäger an Bord hatten (kommen diese möglicherweise erst am nächsten Dienstag?) oder ob Darth Vader gern schlicht und ergreifend seine übergroße Überlegenheit in der Macht demonstriert (die er zumindest in diesem Ausmaß in späteren Jahren verloren zu haben scheint). Und so ganz nebenbei wird bereits erneut am Ende der Folge ziemlich deutlich, um was es in der letzten am Mittwoch nächster Woche gehen wird.

Verschenkte Gelegenheiten

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Obwohl der Rezensent Obi-Wan Kenobi durchaus wohlwollend gegenübersteht, hat die vorletzte Folge seine Erwartungen unterflogen. Eine durch und durch schlechte Episode ist Teil V sicherlich nicht, es gibt einiges an Action zu sehen und auch die Darsteller machen seines ganz persönlichen Erachtens ihre Sache weiterhin gut. Aber das rettet eine handlungsmäßig derartig dünne Folge letztendlich auch nicht mehr: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass den Machern an einem bestimmten Punkt in der Produktion die Zeit davonlief und man sich viel zu sehr in Nebensträngen verrannt hat, die man besser in den Hintergrund der Gesamthandlung gepackt hätte. Nichtsdestotrotz erwartet besagter Rezensent nun mit (wenn auch etwas banger) Spannung die Abschlussfolge der nächsten Woche. Drei von fünf Lichtschwertern für Teil V: Mit viel gutem Willen.

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Verfasser: Thorsten Walch am Donnerstag, 16. Juni 2022
Episode
Staffel 1, Episode 5
(Obi-Wan Kenobi 1x05)
Deutscher Titel der Episode
Teil V
Titel der Episode im Original
Part V
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 15. Juni 2022 (Disney+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 15. Juni 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 15. Juni 2022
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 15. Juni 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 15. Juni 2022
Autoren
Joby Harold, Andrew Stanton, George Lucas
Regisseur
Deborah Chow

Schauspieler in der Episode Obi-Wan Kenobi 1x05

Darsteller
Rolle
Ewan McGregor
Hayden Christensen
Maya Erskine

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