No Good Nick 1x01

© ??No Good Nick“ (c) Netflix
Die Jugendliche Nick (Siena Agudong) taucht in der Einstiegsepisode The Catfish der Netflix-Sitcom No Good Nick plötzlich vor der Haustür einer Familie auf und behauptet, eine entfernte Verwandte zu sein, die nach dem Tod ihrer Eltern ein neues Zuhause sucht. Etwas überrumpelt beschließen die Familienmitglieder, sie vorübergehend bei sich aufzunehmen und ihr eine Chance zu geben, bis sich die Sache geklärt hat.
Dad-Jokes sind ein Witz dagegen
In kurzer Zeit schafft es Nick, die Familie und ihre Herzen zu gewinnen, indem sie sich bestens in der Schule integriert und Tochter Molly (Lauren Lindsey Donzis) bei ihren Projekten unterstützt, sich nach Vater Eds (Sean Astin) Tag auf der Arbeit erkundigt und Mutter Liz (Melissa Joan Hart) bei ihrem Job im Restaurant unter die Arme greift. Lediglich Sohnemann Jeremy (Kalama Epstein) ist noch skeptisch und vermutet niederträchtige Motive hinter ihrem Auftauchen.
Seine Skepsis scheint mehr als angebracht, denn Nick hat tatsächlich gemeinsam mit ihren wahren Adoptiveltern einen fiesen Plan ausgeheckt, in dessen Zügen sie die arglose Familie ausrauben will. Aber: Plagen sie in letzter Sekunde etwa Gewissensbisse und steckt hinter der vermeintlich zufälligen Wahl der Familie vielleicht doch mehr?
Cringefest
Bereits nach rund fünf Minuten hatte ich das dringende Bedürfnis, mein Netflix-Profil zu wechseln, damit die Automatik auch ja nicht auf die Idee kommt, mir nachher etwas Ähnliches vorschlagen zu wollen. So rekordverdächtig schnell dauerte es in etwa, bis mir die Sitcom richtig auf die Nerven ging. Angelehnt an die „larger than life“-Sitcoms der 90er Jahre demonstriert die Serie meisterhaft, warum dieses Format heutzutage nicht mehr funktioniert und ab einem gewissen Qualitätsniveau erst gar nicht hätte funktionieren sollen.
Die Witze befinden sich qualitativ am unterem Rand des „Dad-Joke“-Spektrums und wirken oftmals dermaßen peinlich, dass man sich während der kurzen Pausen nach den Pointen, in denen man wohl lachen soll, eigentlich nur noch fremdschämen will. Gerade zu Anfang wird fast jeder Satz im zenh-Sekunden-Takt von Lachkonserven begleitet, dass man schon fast den Eindruck bekommt, der Cutter hätte diese mit ironischer Intention einfach überproportional verteilt.
Schauspielerisch geht es ebenfalls so was von unterirdisch peinlich zu, dass es eigentlich nur Absicht sein kann, denn es betrifft ausnahmslos den gesamten Cast. Was andere Serien mittlerweile höchstens als Parodie inszenieren, ist hier aber tatsächlich der Stil und Humor, der die Zuschauer bei der Stange halten soll. Länger wirkende 30 Minuten dauert der Einstand dieses Spektakels und wer tapfer genug ist, bis zum Ende durchzuhalten, wird dafür beim gemeinsamen Familiendinner fünfmal hintereinander mit dem gleichen Witz belohnt. Was für ein Spaß!
Fazit
No Good Nick ist in jedweder Hinsicht furchtbar: Furchtbar flache Witze, furchtbare Dialoge, eine furchtbar vorhersehbare Story und furchtbares Schauspiel mit ausgeprägtem Fremdschamcharakter. Die Auftaktepisode demonstriert mühelos, warum diese Art des Sitcomformats heutzutage quasi ausgestorben ist. An dieser Stelle gibt es normalerweise die Gelegenheit, hervorzuheben, für wen diese Comedy trotz ihrer Schwächen noch empfehlenswert sein könnte. Diese wird auch durchaus oft ergriffen, doch ehrlich gesagt dürfte es in diesem Fall einfach für die allerwenigsten ein Verlust sein, um diese heitere Spaßkanone einen möglichst großen Bogen zu machen.
Der Trailer zur neuen Netflix-Serie „No Good Nick":
Verfasser: Tim Krüger am Montag, 15. April 2019No Good Nick 1x01 Trailer
(No Good Nick 1x01)
Schauspieler in der Episode No Good Nick 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?