Nikita 4x03

Nikita 4x03

Ist Birkhoff durch einen Doppelgänger ersetzt worden? Diese Frage stellen sich seit der vergangenen Woche nicht nur die Fans von Nikita. Auch Ryan kommt ein Verdacht, den Nikita aus der Welt zu schaffen versucht.

Ist Birkhoff (Aaron Stanford) noch zu trauen? / (c) The CW
Ist Birkhoff (Aaron Stanford) noch zu trauen? / (c) The CW

Das passiert in der Nikita-Folge Set-Up:

Der Plan, die Verschwörung des Shops durch den DNA-Vergleich zwischen dem echten FBI-Direktor Graham und seinem Double auffliegen zu lassen, schlägt fehl. Birkhoff (Aaron Stanford) kann nicht verhindern, dass der Shop die Resultate manipuliert. Das und die Tatsache, dass er immer noch nicht in der Lage gewesen ist, den Shop-Maulwurf in der NSA zu finden, der mit falschen Informationen die Spannungen zwischen den USA und Pakistan anheizt, machen Ryan (Noah Bean) misstrauisch: Was ist, wenn Birkhoff selbst ein Double ist? Nikita (Maggie Q) und Michael (Shane West) glauben, dass Ryan zu viel Zeit am Crazy Board verbracht hat. Doch schließlich ist Nikita bereit, Birkhoff auf die Probe zu stellen. Dabei stellt sich heraus, dass Birkhoff tatsächlich nicht Birkhoff ist. Aber auf eine ganz andere Weise, als Ryan dachte.

Alex (Lyndsy Fonseca) ist unterdessen in Indien von der CIA verschleppt worden. Die Agentin (Rose Rollins, Chase), die sie befragt, hat keine Ahnung von Alex' Division-Vergangenheit. Für sie ist sie einfach nur eine verwöhnte Erbin, die Rache an dem Land nehmen wollte, dem sie die Schuld für die Ermordung ihres Vaters gibt, weshalb sie den Anschlag auf die Präsidentin finanziert habe. Sonya (Lyndie Greenwood) versucht, Sam (Devon Sawa) zu überreden, bei der Befreiung von Alex mitzuhelfen. Doch er setzt sich erst einmal ab, hat dann jedoch einen - für Sonya und Michael höchst überraschenden - Sinneswandel...

Daddy Issues

Set-Up hält mit den beiden Vorgängerfolgen nicht so gar nicht mit, was vor allem daran liegt, dass die Birkhoff-Geschichte so unglaublich gezwungen wirkt. So als müssten die Autoren ihm unbedingt kurz vor Toresschluss noch mal eine private Storyline geben. Und dazu bemühen sie ausgerechnet die sattsam bekannten daddy issues, also das verkrachte Verhältnis zum eigenen Vater (Judd Nelson, Suddenly Susan). Und weil sie gerade schon dabei sind, enthüllen sie auch noch, dass Birkhoff gar nicht Birkhoff heißt, sondern Lionel Peller. Na ja.

Irgendwie konnte einem da zwischendurch der Gedanke kommen, dass es vielleicht sogar besser gewesen wäre, wenn Birkhoff tatsächlich durch ein Double ersetzt worden wäre. Es hätte die wahrscheinlich spannendere Geschichte ergeben. Natürlich können wir verstehen, dass Birkhoff seinen Vater beschützen möchte, was sein merkwürdiges Verhalten seit dem Ende von Dead or Alive erklärt. Das Problem ist jedoch, dass ein überraschend zum Schluss der Serie aus dem Hut gezauberter Verwandter uns als Zuschauer nicht so sehr fesselt wie Figuren und Beziehungen, die wir die letzten dreieinhalb Jahre über begleitet haben.

Dummheit

Die größte Enttäuschung des Birkhoff-Plots liegt allerdings sicherlich darin, dass der an sich sehr intelligent ausgeklügelte Plan von Nikita zur Rettung von Birkhoffs Vater von diesem selbst durch pure Dummheit zunichte gemacht wird. Was fällt ihm bloß ein, in dieser Situation ungefragt vor sich her zu quasseln? In einer Serie, in der sich die Figuren in der Regel immer auf der Höhe ihrer Fähigkeiten und ihrer Intelligenz bewegen, ist es schon ziemlich ärgerlich, wenn eine Figur (welche angeblich Birkhoff mehr als ebenbürtig sein soll) dies so dezidiert nicht tut.

Auch der Alex-Plot erwies sich als wenig ergiebig. Spätestens in dem Augenblick, als die CIA-Agentin den Fehler beging, den Kugelschreiber liegen zu lassen, war es mit der Spannung dahin, denn ab dem Punkt war es klar, dass Alex die Flucht gelingen würde. Die Hilfe von Michael und Sam war dazu am Ende ja kaum noch nötig.

Finanznöte

Von Sam erfahren wir, dass er offenbar in finanziellen Nöten steckt, weil er einigen wenig vertrauenserweckenden Herren einen Betrag im zweistelligen Millionebereich schuldet. Anders als er behauptet, ist es weniger die Rache an Amanda (Melinda Clarke), die ihn interessiert, sondern vielmehr eine Möglichkeit, aus seiner monetären Klemme zu kommen. Zu einem der besseren Momente der Folge gehört daher auch seine nur mühsam verborgene Enttäuschung, als er davon hört, dass Alex' Konten eingefroren wurden.

Eine gewisse Besorgnis weckt dagegen der Kuss, den Alex ihm am Ende gibt - wenn auch nur auf die Wange. Die Autoren werden doch wohl hoffentlich nicht versuchen, den verschütteten Owen in ihm wiederzubeleben, indem sie - auch hier: kurz vor Toresschluss - noch eine Romanze zwischen Sam und Alex herbeizuschreiben versuchen?

Pardon?

Wirklich zu loben gibt es leider nicht viel an Set-Up: Maggie Qs Klimmzüge sind sehr sehenswert! Und natürlich dürften sich manche Fans der 90er-Jahre Serie gefreut haben, als sie im Zusammenschnitt der internationalen News über Nikita zu Beginn eine französische Nachrichtensprecherin „La Femme Nikita...“ sagen hören.

Fazit

Gerade, weil es nur noch so wenige Folgen bis zum Ende sind, tut es besonders weh. Aber man kommt nicht umher festzustellen: Mit Set-Up hat sich die vierte Staffel von Nikita ihren ersten (und hoffentlich einzigen) Durchhänger geleistet.

Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 8. Dezember 2013

Nikita 4x03 Trailer

Episode
Staffel 4, Episode 3
(Nikita 4x03)
Deutscher Titel der Episode
Folge 3
Titel der Episode im Original
Set-Up
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 6. Dezember 2013 (The CW)
Autor
Juan Carlos Coto
Regisseur
Marc David Alpert

Schauspieler in der Episode Nikita 4x03

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