Nikita 4x01

Das passiert in der Nikita-Folge Wanted:
Nikita Mears (Maggie Q) hat die Präsidentin (Michelle Nolden) der Vereinigten Staaten von Amerika erschossen. Das ist zumindest das, was alle Welt glaubt. Und deshalb ist Nikita die meistgesuchte Frau der Welt. Auf ihre Ergreifung ist ein Kopfgeld von 30 Millionen Dollar ausgesetzt. Aus der Frau, die einst immer immer im Schatten agieren konnte, ist das bekannteste Gesicht der Fernsehnachrichten geworden. Und die Fernsehnachrichten sind es, die sie zu ihrem Vorteil nutzen will. Nachdem sie sich eine Weile in Kanada versteckt gehalten hat, kehrt sie in die USA zurück, um sich an den TV-Journalisten Dale (Todd Grinnell) zu wenden, der den Behörden mit seinen kritischen Nachfragen zu Division mächtig zusetzt. Sie will ihm Beweise übergeben, die nahelegen, dass sie die Wahrheit sagt - und dass die Präsidentin sich tatsächlich selbst das Leben genommen hat. Unglücklicherweise ist das FBI Nikita dicht auf den Fersen.
Michael (Shane West), Birkhoff (Aaron Stanford) und Ryan (Sean Bean) versuchen ihr aus der Klemme zu helfen, obwohl vor allem Birkhoff immer noch schwer angefressen ist, dass Nikita so einfach abgehauen ist. Alex (Lyndsy Fonseca) und Sonya (Lyndie Greenwood) sind inzwischen in Indien unterwegs, wo sie einem Fall von Menschenhandel auf der Spur sind, der sie, so ihre Hoffnung, einen Schritt näher bringt, The Shop zu entlarven, jene geheimnisvolle Organisation, mit der Amanda (Melinda Clarke) unter einer Decke steckt und welche Nikita erst einmal in den ganzen Schlamassel hineingeritten hat...
Auf der Flucht
Nikita ist zurück. Und auch wenn es natürlich schade ist, dass der Serie für die vierte und letzte Staffel nur insgesamt sechs Episoden zugebilligt wurden, so scheinen die Macher entschlossen, aus diesen sechs Folgen so viel Spannung und Unterhaltung wie nur möglich herauszuholen. Die Auftaktepisode Wanted spricht jedenfalls dafür.
Jede Staffel von Nikita hatte bislang einen eigenen erzählerischen Schwerpunkt gesetzt, einen durchgehenden Handlungsbogen. In Staffel 1 war das: Alex infiltriert Division und Nikita zieht Michael auf ihre Seite. In Staffel 2 war es: Nikita bringt - buchstäblich - Percy (Xander Berkeley) zu Fall. In der - nicht ganz so starken - dritten Staffel ging es darum, dass Nikita und ihr Team, die Hinterlassenschaften von Division aufräumen, was mit der vollständigen Zerstörung des Division-Bunkers seinen Abschluss fand. Nun also geht es um Nikita auf der Flucht.
Die Familie
So lange konnte sie im Verborgenen agieren. Niemand kannte ihr Gesicht. Doch auf einmal ist alles anders. Sie wird wie ein Tier gehetzt. Zugleich fürchtet sie, sich an ihre Freunde um Hilfe zu wenden, weil das - so sieht sie es in ihren Albträumen - deren Tod bedeuten könnte. Wanted ist nicht nur ein spannender Thriller, der eine verfolgte und in die Ecke gedrängte Nikita zeigt. Vor allem ist die Episode eine einzige große Lektion für sie: Sie kann es nicht allein schaffen. Die Übermacht, der sie sich gegenübersieht - das FBI, die Öffentlichkeit, The Shop -, ist einfach zu groß.
Sie setzt ihr Vertrauen auf die Medien. Dale würde ihr zwar gerne helfen, aber gegen Bombenanschläge ist auch er nicht gefeit. Ferner glaubt Nikita an das FBI („Wenn wir ihnen die Beweise geben, dann müssen sie ihnen nachgehen.“ Ja, von wegen...), was sich ebenfalls als problematisch erweist, da The Shop auch in dieser Behörde seine Leute sitzen hat. Eine Enthüllung, die am Ende ein echter Schock ist, weil Graham (Alex Carter, CSI: Crime Scene Investigation) zwar als ein taffer, aber höchst fähiger und gar nicht mal unsympathischer Gegenspieler gezeichnet wurde. Er erinnerte ein bisschen an Tommy Lee Jones in „Auf der Flucht“. Und dann ist ausgerechnet er der Maulwurf!
Wie dem auch sei. Nikita muss sich nun wohl der Erkenntnis stellen: sie hat nur ihre Familie, auf die sie bauen kann. So edel es von ihr auch gedacht gewesen sein mag, dass sie ihren Freunden ein normales Leben ermöglichen wollte. Es war, da hat Birkhoff natürlich absolut Recht, von ihr nicht wirklich gut überlegt. Als ob ihre Freunde sie je im Stich lassen würden, selbst wenn sie sich von ihnen trennt!
Verletzt
In emotionaler Hinsicht ist es dabei besonders interessant und spannend, dass gerade Birkhoff durch Nikitas Aktion so schwer getroffen scheint. Ihm, der noch in der zweiten Staffel nur höchst widerwillig Nikita und Michael geholfen hat, sind seine Teammitglieder offenbar echt ans Herz gewachsen. Und es verletzt ihn, dass Nikita nicht den Rückhalt ihrer Freunde sucht, sondern sich allein durchschlägt. Sehr schön ist dabei natürlich die Verbindung, welche die Folge zwischen seiner Prognose, dass Nikki noch allein in einer Gasse enden wird, und dem Ende der Episode schlägt, als eine angeschossene Nikita tatsächlich allein durch eine Gasse irrt.
Kameras, Kameras überall
Wanted glänzt durch eine Reihe von sehr schönen Einfällen: allen voran das Einbeziehen der allgegenwärtigen Medien-Realität in die Handlung (einschließlich der - das Comedy-Glanzlicht der Folge! - dutzendfach gezückten Kamerahandys, als Nikita zum Schein Dale in der Redaktion als Geisel nimmt). Oder auch das Flugzeug, welches Birkhoff und Ryan als neuen Stützpunkt bezogen haben. Es ist das größtmögliche Gegenteil des unterirdischen Division-Bunkers. Und entsprechend kommt die Folge auch viel heller daher. Wir sind nicht mehr in den düsteren Katakomben von Division, sondern viel mehr in offenen, weiten, lichtdurchfluteten Räumen. Damit grenzt sich die vierte Staffel auch visuell von ihren Vorgängern ab. Es sind die Abschlussfolgen von Nikita und doch zögern die Macher nicht, dieses Ende als einen Neuanfang in Szene zu setzen.
Fazit
Spannend, tempo- und wendungsreich: Nikita tut mit Wanted alles, um uns den bevorstehenden Abschied von ihr so schwer wie möglich zu machen.
Verfasser: Christian Junklewitz am Sonntag, 24. November 2013Nikita 4x01 Trailer
(Nikita 4x01)
Schauspieler in der Episode Nikita 4x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?