Nikita 3x11

Das passiert in der Nikita-Folge Black Badge:
Naomi (Amanda Schull) ist eine Analystin für die CIA, die für ihre verrückten Theorien bekannt ist. Eines Tages wird ihr jedoch ein Datenstick mit handfesten Beweisen zugespielt, welche belegen, dass die verstorbene Senatorin Pierce an illegalen Machenschaften einer geheimen Regierungseinheit namens Division beteiligt gewesen ist. Sie wendet sich mit diesen Beweisen umgehend an CIA-Direktor Hendrick (Brian Howe), der allerdings seinerseits nun sofort Ryan (Noah Bean) alarmiert. Das Geheimnis rund um Division droht enthüllt zu werden, was bekanntlich fatale Konsequenzen für die Beteiligten hätte.
Nikita (Maggie Q) und die anderen sind davon überzeugt, dass die Unterlagen von einer Black Box stammen müssen und dass Amanda (Melinda Clarke) die Daten weitergegeben hat, um Division in die Enge zu treiben. Als Hendrick den Datenstick zur weiteren Analyse an Division übergeben will, wird ein Bombenanschlag auf ihn verübt, bei dem der CIA-Chef ums Leben kommt. Und Amanda hat es so eingerichtet, dass Sean (Dillon Casey) dem FBI als Hauptverdächtiger gelten muss...
Legal? Illegal? Sch...egal!
Es fällt schwer, nach Black Badge dieses mehr als nur latente Gefühl der Enttäuschung abzuschütteln. Enttäuschung in mehrfacher Hinsicht. Erstens: Erwarten die Macher von Nikita, die es in den ersten zwei Staffel wirklich sehr gut verstanden haben, uns mit komplex erzählten Figuren und Geschichten zu verwöhnen, dass wir jetzt eine so simple Botschaft schlucken? Percy (Xander Berkeley) und Amanda waren/sind einfach böse Menschen und deshalb war Division böse. Jetzt wird Division von guten Menschen geleitet, die daraus sogar einen behindertenfreundlichen Arbeitsplaz gemacht haben, und nun ist alles gut.
Und dass Division und die Missionen, welche Division im Auftrag der Regierung erledigt, per se schon illegal sind, das interessiert jetzt außer Birkhoff (Aaron Stanford) niemanden mehr? Oh Nikky, da hätten wir von Dir doch eigentlich etwas mehr Standfestigkeit erwartet! Ohnehin scheint ihr moralischer Kompass etwas durcheinander geraten zu sein. Die Szene mit den Schuhen soll zwar sicherlich „nur“ witzig gemeint sein. Aber einen etwas unangenehmen Beigeschmack hinterlässt der Akt von Leichenfledderei dann ja doch.
Nikita macht mit Black Badge einen weiteren großen Schritt auf eine Renaissance der alten Division zu. Nicht nur, dass da die Aufträge der Präsidentin (Michelle Nolden) warten, die wohl nicht auf vier Missionen beschränkt bleiben werden. Nein, durch die Intervention von Amanda kommt es auch zur ersten Neu-Rekrutierung. Im Grunde dient die Folge ja auch nur dazu, Sean in eine unmögliche Situation zu manövrieren, aus der die Vortäuschung des eigenen Todes und der Beitritt zu Division als einziger Ausweg erscheinen. Das ist nicht unspannend erzählt. Ab einem gewissen Punkt ahnt man jedoch schon, wohin der Hase läuft.
Verpasste Gelegenheit
Die zweite große Enttäuschung der Folge ist Naomi. Sie schien zu Beginn ja tatsächlich als Parallele zu Ryan angelegt zu sein - und hatte zumindest die Sympathien des Rezensenten sofort auf ihrer Seite. Die kleine CIA-Analystin, die einem großen Geheimnis auf die Spur kommt und sich auch von Nikita nicht täuschen lässt, sondern kritische Nachfragen stellt - das hatte was! Gerade, wenn es wirklich die neue kreative Richtung der Serie sein soll, dass Nikita & Co. den Regelbetrieb von Division wieder aufnehmen, wäre ein Figur wie Naomi - wenn nicht als dauerhafter, dann zumindest als wiederkehrender Charakter - eine tolle Sache gewesen. Wie gehen unsere Protagonisten damit um, dass sie es auf einmal mit einer Gegnerin zu tun haben, die genau das will, was sie selbst über zwei Staffeln hinweg wollten: eine illegale Schatten-Organisation in die Knie zu zwingen? Das wäre eine überaus spannende Konstellation gewesen.
Aber nein, Naomi muss sich als Gogol-Agentin herausstellen, die für Amanda arbeitet. Damit macht zwar die ganze Eröffnungssequenz nicht mehr so ganz Sinn (warum versteckt sich der Handlanger Amandas hinter dem Baum, wenn er und Naomi doch für die gleiche Seite arbeiten?), aber gut, irgendwo musste noch ein Twist her. Und da nahm man eben den.
Kampf um Leben und Schuhe
Sehr viel Positives gibt es zu der Folge nicht anzumerken. Es ist ganz nett, Nikita und Alex (Lyndsy Fonseca) mal wieder auf einer gemeinsamen Mission zu sehen, auch wenn sich ihre Interaktion in Grenzen hält. Wirklich gelungen ist derweil der Zweikampf zwischen Nikita und Naomi. Nicht nur wegen der Unterbrechung, die die beiden einlegen, als zwei FBI-Beamte den Gang passieren, sondern natürlich auch wegen des kleinen Plauschs, den sie mitten in einem Kampf um Leben und Tod abhalten - über ihren Werdegang und sogar (da war es noch witzig) über ihre Schuhe. Frauen!
Fazit
Nikita war mal eine sehr coole Actionserie über eine Agenten-Aussteigerin, die es ihrem hochgradig illegalen Ex-Arbeitgeber heimzahlt. Die 180-Grad-Wende, welche die Serie gerade vornimmt, ist zwar einerseits nicht ganz uninteressant. Andererseits droht die Serie damit genau das zu verlieren, was zumindest den Rezensenten die ganze Zeit über mit Nikita sympathisieren ließ.
Trailer zu Folge 3x12 „With Fire“
[videosj=nikita-3x12-trailer]
Verfasser: Christian Junklewitz am Montag, 25. Februar 2013(Nikita 3x11)
Schauspieler in der Episode Nikita 3x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?