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Aus weniger als einer Million Dollar macht er 297 Millionen – jetzt kommt der Grusel-Hit eines YouTubers

Aus weniger als einer Million Dollar macht er 297 Millionen – jetzt kommt der Grusel-Hit eines YouTubers

Ein Wunsch wird zum finsteren Albtraum in „Obsession“
Ein Wunsch wird zum finsteren Albtraum in „Obsession“ © Focus Features/Blumhouse/Universal

Ein Indie-Horrorfilm kommt in die deutschen Kinos. Mit einem Mini-Budget, nimmt der Filmemacher Curry Barker in „Obsession“ gerade alle Altmeister auseinander.

In letzter Zeit haben gleich mehrere junge Filmemacher, die zufällig oft auch YouTuber sind, Schlagzeilen gemacht, da sie das US-Box-Office und internationale Kinokassen mit kleinen Budgets ordentlich auf den Kopf gestellt haben. So auch Curry Barker, der nun mit „Obsession - Du sollst mich lieben“ in Deutschland angekommen ist.

Bei einem Budget von unter einer Million US-Dollar sind weltweit jetzt schon unglaubliche 297 Millionen US-Dollar wieder eingespielt worden. Zusammen mit „Backrooms“ ist dies eine der größten Erfolgsgeschichten der letzten Jahre und ein unglaubliches multiple. Doch: Worum geht es hier eigentlich und warum funktioniert es so gut?

Darum geht es im Film „Obsession“

Ein fataler Wunsch in „Obsession“
Ein fataler Wunsch in „Obsession“ - © Focus Features/Blumhouse/Universal

In „Obsession - Du sollst mich lieben“ nutzt der hoffnungslose Romantiker Bear ein „One-Wish-Willow“, um seinen crush für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch schnell muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern...

Das alles erinnert an eine der besten Episoden der Serie „The Twillight Zone“, die bisher nie gedreht wurde, oder eben an eine wirklich gruselige und sehenswerte Folge von „Treehouse of Horror“, der jährlichen Halloween-Folge von „The Simpsons“, bei der in Gen-Z-Mode viele Sensibilitäten beachtet und umgesetzt wurden. Das Drehbuch, die Darsteller, die Atmosphäre, die Prämisse und das Verhalten der Hauptfiguren werden konsequent nach vorher festgelegten Regeln abgehackt. Es ist einfach nur faszinierend, wie diese junge Stimme und seine Crew das etablierte Hollywood-Etablissement aufmischen. Einflüsse sind auch moderne Internet-Mythen, die als sogenannte Creepypasta bekannt sind. Getragen wird das alles von einer fantastischen Hauptdarstellerin, die sich hierbei unbedingt für weitere große Rollen empfiehlt.

Barker, der Regie führte, das Drehbuch für „Obsession - Du sollst mich lieben“ schrieb und den Film selbst schnitt, besetzte die Rolle des Bear mit Michael Johnston („Teen Wolf“). Seine große Liebe Nikki, die zur Obsession wird, verkörpert Inde Navarrette („13 Reasons Why“, „Superman & Lois“). In weiteren Rollen sind Cooper Tomlinson („Friendzoned“), Megan Lawless („Play by Play“) und Andy Richter („Buddy - Der Weihnachtself“, „Conan“) zu sehen.

Wer ist Barker eigentlich?

Ein unheimlicher Altar in „Obsession“
Ein unheimlicher Altar in „Obsession“ - © Focus Features/Blumhouse/Universal

Vor dem Hype um seinen aktuellen Horrorfilm hatte Barker sich mit originellen Kurzfilmen eine treue Online-Fangemeinde aufgebaut und mit „Milk & Serial“ - einem improvisierten Found-Footage-Feature für gerade einmal 800 Dollar, das er schrieb, inszenierte und selbst spielte und das auf YouTube zum Kult-Hit wurde - eindrucksvoll bewiesen, was er mit einem Minimalbudget anstellen kann. Zusammen mit Cooper Tomlinson gründete er außerdem die Sketch-Comedy-Marke „That's a Bad Idea“, die in den sozialen Medien Millionen Follower einsammelte.

Als Schauspieler war Barker bereits in Serien wie „Dave“ und „It's Always Sunny in Philadelphia“ sowie im Projekt „B-Side for Taylor“ zu sehen. Aktuell arbeitet er mit Horror-Schwergewichten wie Jason Blum, Roy Lee und Steven Schneider an „Anything But Ghosts“, das er erneut schreiben, inszenieren und selbst anführen wird - ein weiterer Hinweis darauf, dass man diesen Namen in Zukunft im Genrebereich unbedingt auf dem Schirm haben sollte...

Fazit: Die Geheimwaffe des Films heißt Inde Navarrette

Der MVP des Films „Obsession“
Der MVP des Films „Obsession“ - © Focus Features/Blumhouse/Universal

Ich hatte bis zur Recherche für diese Filmkritik vergessen, dass ich Inde Navarrette längst aus der weiter oben aufgezählten „Superman“-Serie mit Tyler Hoechlin kannte. Doch es spricht für sie, dass sie so wandelbar in ihrer Hauptrolle ist, dass sie mich sofort fasziniert. Als Fluchopfer ist sie so gut in ihrer Rolle, faszinierend und beängstigend, dass es wehtut. Was sie mit ihren Lauten, Gesichtsausdrücken (auch wenn da technisch sicherlich nachgeholfen wurde), ihrem Spiel und ihrer Körperlichkeit ausdrückt, ist preisverdächtig. Es hilft natürlich auch, dass das Drehbuch sehr, sehr gut ist. Nicht nur für einen Film, der weniger als eine Million Dollar kostet, sondern insgesamt fürs Genre.

Vieles ist für eine Gen-Z-Sensibilität und die Generation YouTube schlüssig durchdacht und dann mit bestmöglichen Mitteln packend umgesetzt. Da kann sich das typische High-Budget-Filmemachen einiges abschauen. Dazu kommt ein Ende, das stark bleibt, dennoch aber abschließt und dazu noch ein doppeltes Ausrufezeichen setzt. Ich bin von vorne bis hinten begeistert und würde horroraffinen Personen unbedingt den Kino-Gang ans Herz legen. Für mich einer der besten Horrorstreifen der letzten Jahre. Wir verteilen viereinhalb, wenn nicht sogar fünf wahrgewordene Wünsche. Passend zum Thema Low-Budget-Hits: Backrooms in der ausführlichen Serienjunkies-Filmkritik

Adam Arndt

Der Artikel Ein Wunsch wird zum finsteren Albtraum: „Obsession“ -Filmkritik wurde von Adam Arndt am Uhr erstmalig veröffentlicht. Adam Arndt hat bereits 21.832 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Adam Arndt

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