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Größter „Toy Story“-Start aller Zeiten, doch deutsche Fans müssen wegen der Fußball-WM noch warten

Größter „Toy Story“-Start aller Zeiten, doch deutsche Fans müssen wegen der Fußball-WM noch warten

Toy Story 5 bricht Rekorde - deutscher Kinostart wegen Fußball‑WM verschoben
Toy Story 5 bricht Rekorde - deutscher Kinostart wegen Fußball‑WM verschoben © Walt Disney/Pixar

Pixar feiert in den USA mit „Toy Story 5“ den bislang größten Start der Reihe. Deutsche Kinofans müssen dagegen bis Ende Juli warten.

In den USA hat „Toy Story 5“ das Box-Office im Sturm erobert. Am Startwochenende kamen rund 160 Millionen Dollar an den heimischen Kinokassen zusammen, weltweit waren es etwa 312 Millionen Dollar. Damit legt „Toy Story 5“ den besten Start der gesamten Reihe hin; der Vorgänger eröffnete 2019 in Nordamerika noch mit 121 Millionen Dollar.

Gleichzeitig übernimmt der neue Pixar-Film im bisherigen Kinojahr 2026 die Führung: Kein anderer Titel konnte in einem klassischen Drei-Tages-Startwochenende so viel einspielen. Die Reihe um Cowboy Woody und Space Ranger Buzz, Mitte der 90er bei Disney und Pixar von John Lasseter, Pete Docter und Andrew Stanton gestartet, ist damit endgültig wieder an der Spitze angekommen.

Der aktuelle Box-Office-Trend im Somer

Auffällig ist, wie sehr sich das Bild an den Kinokassen seit dem schwachen ersten Quartal 2026 gedreht hat. In den vergangenen Wochen meldete Hollywood einen Hit nach dem anderen. Steven Spielberg erzielte mit dem Polit- und Verschwörungsthriller „Disclosure Day - Der Tag der Wahrheit“ seinen besten Start seit einem Jahrzehnt: Rund 93 Millionen Dollar weltweit zum Auftakt zeigen, dass der Regie-Veteran weiter ein Publikumsmagnet ist; im weiteren Verlauf legte „Disclosure Day“ noch einmal 17 Millionen Dollar in Nordamerika und 32,7 Millionen Dollar international nach.

Davor sorgte die Horror-Komödie „Scary Movie“ der Brüder Shawn Wayans und Marlon Wayans für Schlagzeilen, weil sie mit 105,5 Millionen Dollar globalem Einspiel zum Start einen neuen Bestwert innerhalb der eigenen Reihe aufstellte. Noch eine Woche früher schaffte es YouTube-Shootingstar Kane Parsons, das Box-Office mit seinem Regiedebüt „Backrooms“ kräftig durchzuschütteln: Der Found-Footage-Schocker kam auf 118 Millionen Dollar weltweit zum Start und hält sich auch Wochen später mit einem vierten Platz und weiteren 7,3 Millionen Dollar in den US-Charts bemerkenswert stabil.

Ein weiterer Außenseiter-Erfolg ist „Obsession - Du sollst mich lieben“, der zweite große Horror-Hit aus der YouTube-Szene. Regisseur Curry Barker, gerade einmal Mitte zwanzig, setzte den Film mit einem Start von 17 Millionen Dollar in den USA überraschend stark in Szene - und das bei einem Budget im Microbereich unter einer Million. Inzwischen ist „Obsession“ auf dem besten Weg, der Sleeper-Hit des Kinojahres 2026 zu werden: Nach sechs Wochen stehen allein in Nordamerika rund 215,8 Millionen Dollar zu Buche, international kamen zuletzt noch einmal etwa 25 Millionen dazu. Zusammen mit „Backrooms“, das sich weiterhin in den Top 5 hält, und „Scary Movie“, das in seiner dritten Woche mit 6,7 Millionen Dollar noch Rang fünf der US-Charts belegt, ergibt sich ein Bild, das deutlich vom Corona-geprägten Box-Office-Tief der vergangenen Jahre entfernt ist.

Während Woody, Buzz und Co. in Nordamerika also schon jetzt die Kinokassen dominieren, müssen sich deutsche Zuschauerinnen und Zuschauer noch gedulden. Hierzulande startet „Toy Story 5“ erst am 23. Juli 2026 in den Kinos. Ursprünglich war auch im deutschsprachigen Raum ein Start Mitte Juni vorgesehen, also parallel zum US-Start - genau in der heißen Phase der Fußball‑Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird. Laut betreuender Presseagentur wurde der deutsche Starttermin jedoch nach hinten geschoben.

Offiziell wird zwar keine große Begründung mitgeliefert, aber die Strategie liegt auf der Hand: Familienfilme wie „Toy Story 5“ leben von gemeinsamen Kinobesuchen am Nachmittag und frühen Abend, und genau dann laufen während der WM viele Spiele. Disney will offensichtlich vermeiden, dass sich die Zielgruppe zwischen Stadion, Public Viewing und TV-Übertragungen entscheiden muss.

Hinzu kommt, dass der Sommer 2026 ohnehin ungewöhnlich dicht mit Animations- und Familienfilmen besetzt ist. Mit „Minions & Monsters“ schickt Illumination die gelben Chaoswesen erneut ins Rennen, ebenfalls rund um den WM-Sommer. In der ursprünglichen Planung hätte „Toy Story 5“ in seiner zweiten Spielwoche direkt gegen die zweite Woche der Minions antreten müssen - ein Duell, bei dem sich beide Marken gegenseitig Zuschauer hätten abjagen können. Mit dem neuen Starttermin nach dem WM-Finale und nach dem ganz großen Startfeuerwerk der Konkurrenz verschafft Disney Woody und Buzz nun ein deutlich entspannteres Umfeld. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der deutschsprachigen Schweiz, wo der Kinostart in der Deutschschweiz ebenfalls auf Ende Juli gelegt wurde, um sowohl der WM als auch der direkten Konkurrenz aus dem Weg zu gehen.

Darum geht es in „Toy Story 5“

Inhaltlich bleibt Pixar der Grundidee der Reihe treu. Wieder einmal müssen sich Woody, Buzz und ihre Freundes-Crew mit einem neuen Spielzeug auseinandersetzen, das das Kinderzimmer - und die echte Welt - im Sturm erobert. Diesmal ist es ein Tablet namens „Lilypad“, das der mittlerweile achtjährigen Bonnie geschenkt wird und das sie schon bald kaum noch aus der Hand legt. Für die alten Spielzeuge bedeutet das eine handfeste Existenzkrise: Wie behauptet man sich gegen einen Bildschirm, der immer neue Spiele, Videos und Apps ausspuckt? Wer Pixar kennt, kann sich darauf einstellen, dass die Macher diese sehr heutige Frage mit einer Mischung aus Slapstick, Meta-Humor und ziemlich direkten Emotionen beantworten werden.

Auch beim Cast setzt das Studio auf Bewährtes. Im Original kehrt Tom Hanks als Stimme von Cowboy Woody zurück, an seiner Seite ist einmal mehr Tim Allen als Buzz Lightyear zu hören. In Interviews hat Hanks in den vergangenen Monaten mehrfach betont, dass jede neue Fortsetzung „es wert sein“ müsse - Nostalgie allein reiche nicht. Nach den Milliarden-Erfolgen der Vorgänger ist der Druck entsprechend groß: Schon „Toy Story 3“ und „Toy Story 4“ spielten weltweit jeweils mehr als eine Milliarde Dollar ein, ähnlich wie der jüngste Pixar-Hit „Alles steht Kopf 2“, der sich sogar in Richtung 1,7 Milliarden Dollar bewegte. Viele Beobachter gehen deshalb davon aus, dass auch „Toy Story 5“ sehr gute Chancen hat, wieder in diese Umsatzregionen vorzustoßen.

Ganz unangefochten dürfte der Film an den US-Kinokassen aber nicht bleiben. Bereits in der kommenden Woche versucht mit „Supergirl: Woman of Tomorrow“ die nächste Großproduktion, Woody und seine Freunde vom Thron zu stoßen. Regisseur Craig Gillespie bringt nach jahrelanger Entwicklungsarbeit im DC-Universum erstmals eine neue Kino-Version der Kryptonierin auf die Leinwand, in der Hauptrolle ist Milly Alcock zu sehen. Dazu kommen im weiteren Jahresverlauf noch andere potenzielle Schwergewichte: Neben dem Illumination-Film „Minions & Monsters“ stehen mit „Avengers: Doomsday“ und „Spider-Man: Brand New Day“ die nächsten Marvel- und Spider-Man-Abenteuer in den Startlöchern, während Disney parallel ein Realfilm-Remake von „Vaiana“ vorbereitet.

Trotz dieser Konkurrenz spricht einiges dafür, dass „Toy Story 5“ ein langes Leben an den Kinokassen haben wird. Familienfilme neigen traditionell zu einer starken Laufzeit: Ist der Start erst einmal geglückt, bleiben die Einspielergebnisse oft über viele Wochen stabil, weil neue Jahrgänge an Zuschauerinnen und Zuschauern nachrücken und sich Mundpropaganda über die Ferienzeit verteilt. Für Deutschland bedeutet die Startverschiebung im besten Fall, dass Woody, Buzz und ihr neuester Gegenspieler „Lilypad“ nicht von WM-Spielen und Animations-Kollegen erdrückt werden, sondern mit etwas Verspätung, aber großem Aufschlag in einen Sommer starten, der ihnen ganz allein gehört.

Adam Arndt

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