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SerienBiz: Earnings-Beben in Hollywood, Streik-Frieden

SerienBiz: Earnings-Beben in Hollywood, Streik-Frieden

Der Cast der Original-Serie The Walking Dead
Der Cast der Original-Serie The Walking Dead © AMC

Die Q1-Zahlen drücken Warner Bros. tief in die roten Zahlen, Disney debütiert unter neuem CEO. Hollywood einigt sich auf Streikende.

Es war eine der aufregensten Wochen des Jahres in Sachen TV- und Streaming-Business. Vier große US-Konzerne haben Quartalszahlen vorgelegt, die Studio-Allianz hat sich mit den Schauspielern geeinigt und der 110-Milliarden-Deal zwischen Paramount+ und Warner Bros. Discovery bekommt zunehmend regulatorischen Gegenwind.

WBD versinkt in Verlusten, HBO Max wächst gegen den Trend

Warner Bros. Discovery (WBD) hat im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 2,9 Milliarden Dollar gemeldet. Hauptgrund sind M&A-Belastungen rund um den anstehenden Verkauf an Paramount Skydance, darunter die Termination Fee, die Paramount im Bieterkampf an Netflix zahlen musste. Trotz des Verlusts überraschte das Streaming-Geschäft positiv. HBO Max beendete das Quartal nach Konzernangaben mit über 140 Millionen Abonnenten und peilt bis Jahresende 150 Millionen an. Die Streaming-Profite stiegen um 29 Prozent. CEO David Zaslav führt das Wachstum vor allem auf neue Märkte wie das Vereinigte Königreich, Deutschland, Italien und Irland zurück, die zuvor durch Altverträge mit Sky blockiert waren. Wie Deadline berichtet sieht Zaslav „“starke und beschleunigende Dynamik] und kündigt nach der Übernahme „noch mehr Stärke aus Paramount“ an.

150 Millionen für Ellison und Subpoenas der Bundesstaaten

Während Warner Bros. Discovery und Paramount auf den Abschluss der Übernahme hinarbeiten, geraten die Unternehmen zunehmend unter politischen Druck. Laut einer Einreichung bei der U.S. Securities and Exchange Commission hat eine Gruppe von US-Generalstaatsanwälten Vorladungen im Zusammenhang mit der 110-Milliarden-Dollar-Übernahme von Paramount durch Skydance zugestellt. Kalifornien-Generalstaatsanwalt Rob Bonta sieht darin „rote Flaggen überall“. Parallel fordert ein FCC-Kommissar verschärfte Prüfung der 49,5 Prozent ausländischer Beteiligung am neuen Großkonzern. Heikel ist der Zeitpunkt einer weiteren Offenlegung. CEO David Ellison erhält beim Closing 50 Millionen Dollar Taschengeld in bar plus 100 Millionen Dollar in Aktien. Chief Strategy and Operating Officer Andy Gordon bekommt 38 Millionen, Chief Legal Officer Makan Delrahim 25 Millionen. Die Cash-Anteile fließen binnen 30 Tagen nach Closing in einer Summe, die SVoD-Strategie der neuen Konzern-Führung dürfte mit dieser Vergütung noch schärfer beobachtet werden.

Disney debütiert unter Josh D'Amaro mit 7 Prozent Plus

Erstmals präsentierte der neue Disney+-Mutter-CEO Josh D'Amaro Quartalszahlen. Disney meldete laut Variety einen Umsatz von 25,17 Milliarden Dollar im zweiten Geschäftsquartal, 7 Prozent über Vorjahr und über den Erwartungen der Analysten. Der Streaming-Bereich Disney+ und Hulu wuchs um 13 Prozent auf 5,49 Milliarden Dollar Umsatz, der operative Gewinn schoss um 88 Prozent auf 582 Millionen Dollar. Erstmals lag die operative Marge im Streaming bei zweistelligen 10,6 Prozent, getrieben von den Preiserhöhungen vom Herbst 2025. CFO Hugh Johnston bestätigte zugleich, dass Disney an seinen linearen TV-Assets festhält und keine Verkaufspläne für FX, Freeform, ABC oder ESPN verfolgt. Klar ist aber auch, dass die Entlassungen von rund 1.000 Mitarbeitenden im April nicht das Ende der Fahnenstange sein werden. Disney baue eine „Effizienzkultur“ auf und nutze KI, „um grundlegend zu verändern, wie Arbeit erledigt wird“.

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Paramount+ nähert sich 80 Millionen Abonnenten

Paramount selbst hat mit dem Q1-Bericht kurz vor dem WBD-Closing eine Punktlandung hingelegt. Der DTC-Bereich ist erstmals profitabel, Paramount+ legte 700.000 Abonnenten zu und steht jetzt bei 79,6 Millionen. Treiber war ganz klar der UFC-Deal. Über 10 Millionen Haushalte haben mehr als 100 Millionen Stunden UFC-Programmierung gestreamt, wie Deadline berichtet. CEO David Ellison kündigte an, weiterhin Inhalte an Drittparteien zu lizenzieren, weil das den Konzern „attraktiver für Talent“ mache. Die Pipeline füllt sich derweil weiter, etwa mit dem Yellowstone-Spin-off „Dutton Ranch“. Eine Studie von Parrot Analytics zeigt zudem, dass eine Fusion von HBO Max und Paramount+ rein hypothetisch im Q1 mit 25,1 Prozent Demand-Anteil im Unscripted-Segment der absolute Marktführer wäre, vor Hulu und Disney+ mit 22,3 Prozent sowie Netflix mit 14,9 Prozent.

Hollywood pausiert seine Streiks

Nach den langen Arbeitskämpfen 2023 entspannt sich die Lage. Die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA und die Studio-Allianz AMPTP haben sich auf einen vorläufigen neuen Vertrag geeinigt, was die Hoffnung auf ein streikfreies 2026 deutlich erhöht. Parallel hat die WGA West nach 81 Tagen ihren internen Streit mit der eigenen Mitarbeitergewerkschaft Writers Guild Staff Union beigelegt. Der Deal sieht laut Variety über drei Jahre Lohnsteigerungen von mindestens 12 Prozent vor, das Mindestgehalt steigt von 43.000 auf 57.000 Dollar im Jahr. Im Reality-Segment hat sich derweil bei Amazon Bewegung getan. MrBeasts „Beast Games“ erkennt die Bühnenarbeiter-Gewerkschaft IATSE für die zweite Staffel freiwillig an.

Walking Dead, OnlyFans, NFL und Channel 4

Abseits der großen Earnings-Welle bewegen mehrere Deals den Markt. AMC steht laut Aussagen von CEO Kristin Dolan kurz vor einem Lizenz-Deal für die nächste Rechte-Runde von „The Walking Dead“, mit mehreren großen Bietern und einem klaren Fokus auf Co-Exklusivität. Im Fan-Diskurs ist der Rick-Grimes-Ausstieg bis heute Streitpunkt um die Marke. Der Streaming-Sport-Pivot beschleunigt sich ebenfalls. Netflix übernimmt laut FootballHQ die Übertragung des ersten regulär gewerteten NFL-Spiels aus Australien am 10. September im Melbourne Cricket Ground. In Großbritannien hat unterdessen die neue Channel-4-CEO Priya Dogra einer möglichen Fusion mit der BBC eine Absage erteilt und sie als „Verlust für die Gesellschaft“ bezeichnet, wie C21 berichtet. Beim kanadischen CBC verlagert sich derweil das Doku-Geschäft vom linearen Kanal in das FAST-Segment.

Personalkarussell

TV-Veteran Robert Greenblatt kehrt mit einem First-Look-Deal seiner Firma The Green Room zu Universal Television zurück. Bei Sony Pictures Television verlässt EVP Cheryl Lynch nach 20 Jahren das Unternehmen, weil das International-Business-Affairs-Team von Los Angeles nach London verlagert wird. Bei der Trump Media and Technology Group hat der ehemalige US-Kongressabgeordnete Devin Nunes das CEO-Amt im April niedergelegt. Interimsnachfolger ist Kevin McGurn (zuvor Hulu, Vevo, T-Mobile). Carnival Films („The Day of the Jackal“) befördert Nigel Marchant zum Co-Chair. In London ist Priya Dogra neue CEO von Channel 4. Beim ZDF startet derweil die Produktion einer sechsteiligen Comedy-Serie nach dem Roman von Anika Decker mit Selda Kaya und Jannik Schümann in den Hauptrollen, Regie führt Sebastian Schipper. Und bei RTL+ springt Laura Wontorra im „Let's Dance“-Viertelfinale am 15. Mai für Victoria Swarovski ein, die parallel den Eurovision Song Contest in Wien moderiert.

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Mariano Glas

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