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„The Madison“ und „Dutton Ranch“: Warum Taylor Sheridan seine Stars an die Grenze bringt

„The Madison“ und „Dutton Ranch“: Warum Taylor Sheridan seine Stars an die Grenze bringt

„The Madison“ mit Michelle Pfeiffer und Kurt Russell
„The Madison“ mit Michelle Pfeiffer und Kurt Russell © Paramount+

Michelle Pfeiffer schwärmt von Montanas Schönheit und erzählt zugleich von fehlenden Toiletten, Essen und Klimaanlage am Set von „The Madison“.

Im Podcast „In Conversation“ schildert Michelle Pfeiffer, wie roh und unkomfortabel die Dreharbeiten zu Taylor Sheridans neuer Paramount+-Serie „The Madison“ abliefen. Es habe „kein Badezimmer“, „kein Essen“ und „keine Klimaanlage“ gegeben, erklärt sie. Alles sei „ein bisschen gehetzt“ gewesen, weshalb grundlegende Dinge am Set schlicht gefehlt hätten.

Die Schauspielerin beschreibt ein Set, das eher an einen rustikalen Outdoor-Dreh erinnert als an eine klassische Prestige-Produktion. Nicht einmal das Plumpsklo sei echt gewesen, erzählt sie, es habe keine funktionierende Sanitäranlage gegeben. Trotzdem betont Pfeiffer, dass die Umgebung in Montana „breathtakingly glorious“, also atemberaubend schön, gewesen sei. Die grandiose Naturkulisse stehe in scharfem Kontrast zu den Bedingungen, unter denen Cast und Crew arbeiten mussten. Jetzt das Angebot von Paramount+ entdecken (Affiliate-Link)

So hart geht es an einem Taylor-Sheridan-Set zu

Weil Sheridan gerne in 360 Grad dreht, um seine Welten möglichst authentisch und ohne sichtbare Technik einzufangen, konnten die üblichen Trailer nicht einfach direkt neben das Set gestellt werden. Pfeiffer berichtet, es habe kaum Rückzugsorte gegeben, keine bequemen Plätze zum Sitzen, keine Toilette in der Nähe, oft auch kein Essen. Im Winter sei es bitterkalt gewesen, im Sommer habe die Sonne erbarmungslos gebrannt - Wünsche nach einem Heizgerät oder zumindest einem Sonnenschirm seien fast schon Luxus gewesen.

In „The Madison“ spielt Pfeiffer an der Seite von Kurt Russell, Beau Garrett, Patrick J. Adams, Elle Chapman, Amiah Miller, Alaina Pollack und Ben Schnetzer. Die Serie folgt einer New Yorker Familie, die nach einer familiären Tragödie in die ländliche Abgeschiedenheit Montanas zieht. Schon die Prämisse macht klar, dass Sheridan erneut auf den Gegensatz zwischen urbaner Welt und rauer, unbarmherziger Natur setzt - ein Thema, das sich durch nahezu all seine Projekte zieht.

Michelle Pfeiffer: Hollywood-Ikone im rauen Serienkosmos

Dass gerade Michelle Pfeiffer über derart spartanische Bedingungen berichtet, sorgt für besondere Aufmerksamkeit. Die dreifach Oscar-nominierte Schauspielerin ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in Hollywood und wurde mit Klassikern wie „Scarface“, „Gefährliche Liebschaften“ oder „Batmans Rückkehr“ weltberühmt. In den vergangenen Jahren war sie unter anderem in „Murder on the Orient Express“, „Ant-Man and the Wasp“ und „French Exit“ zu sehen und pendelt souverän zwischen Blockbuster-Kino und anspruchsvollen Charakterrollen.

Taylor Sheridan: Authentizität statt Komfort

Taylor Sheridan hat sich in den vergangenen Jahren vom Charakterdarsteller zum vielleicht einflussreichsten Serienschöpfer im amerikanischen Fernsehen entwickelt. Nach seinen Drehbüchern für Filme wie „Sicario“ und „Hell or High Water“ schuf er mit „Yellowstone“ eine moderne Western-Saga, die rund um die Dutton-Familie und ihre riesige Ranch in Montana ein ganzes Serienuniversum eröffnete.

Sheridans Handschrift ist unverkennbar: Er erzählt von Macht, Loyalität, Verrat und Gewalt in einer Welt, in der das Recht des Stärkeren häufig mehr zählt als Gesetze. Seine Serien setzen auf reale Locations, echte Landschaften und sichtbare körperliche Anstrengung. Dass es am Set von „The Madison“ weder Klimaanlage noch bequeme Trailer direkt neben der Kamera gibt, passt exakt zu seinem Ansatz, so wenig künstlichen Schutz wie möglich zwischen Darsteller:innen und Umgebung zu legen.

„Yellowstone“ und „Dutton Ranch“: Cole Hauser bestätigt die Härte

Wie konsequent Sheridan diesen Weg verfolgt, bestätigt Cole Hauser, der in „Yellowstone“ als Ranch-Hand und Enforcer Rip Wheeler zum Fanliebling wurde. In einem Gespräch mit Variety vergleicht er die Dreharbeiten in Montana mit denen zum Spin-off „Dutton Ranch“, das in Texas angesiedelt ist.

Hauser beschreibt den Drehstart in den Sommermonaten Juli und August als „schmerzhaft“. Die Temperaturen hätten bei weit über 40 Grad gelegen, er selbst trug schwarze Kleidung und saß stundenlang auf dem Pferd. Die Trailer seien nicht etwa ein paar Schritte entfernt gewesen, sondern zum Teil Meilen weit weg. Cast und Crew seien den Elementen gnadenlos ausgeliefert gewesen - ein klarer Kontrast zu vielen Studio-Produktionen, in denen Klimaanlagen, Catering und bequeme Rückzugsorte selbstverständlich sind.

Der Schauspieler spricht davon, dass allein das Überstehen der ersten Monate am „Dutton-Ranch“-Set eine Leistung für sich gewesen sei. Erst nach und nach habe das Team einen Rhythmus gefunden, sich an Klima, Landschaft und die besondere Art des Cowboy-Alltags zu gewöhnen, den Sheridan in seinen Serien so leidenschaftlich in Szene setzt.

Der Sheridan-Kosmos auf Paramount+: Prestige-Dramen als Streaming-Marke

Paramount+ setzt seit einigen Jahren verstärkt auf Taylor Sheridan als kreatives Zugpferd. Neben „Yellowstone“ und seinen Prequels „1883“ und „1923“ hat der Streamingdienst Reihen wie „Mayor of Kingstown“, „Tulsa King“ oder „Special Ops: Lioness“ ins Programm genommen. Sie alle sind in ihrem Ton ernst, oft brutal, mit starkem Fokus auf Familienstrukturen, Machtkämpfe und moralische Grauzonen. Allerdings steht ein Abgang von Sheridan schon bevor, denn er will 2029 zum Konkurrenten Universal wechseln.

Adam Arndt

Der Artikel „The Madison“ wird zum Survival-Trip für Michelle Pfeiffer wurde von Adam Arndt am Uhr erstmalig veröffentlicht. Adam Arndt hat bereits 21.785 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Adam Arndt

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