AsiaBiz: Asien bestellt erstmals mehr Serien als Nordamerika
AsiaBiz: Asien bestellt erstmals mehr Serien als Nordamerika
Ampere Analysis hat untersucht, wo die sechs großen Streamingdienste in Asien ihre fiktionalen Serien bestellen. Im ersten Halbjahr 2026 stammen 36 Prozent aller Erstaufträge aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Die Region zählt 70 Aufträge, Nordamerika 46 und Westeuropa 44. Vor allem Netflix und Amazon Prime Video sie die treibenden Kräfte. Ihr Volumen in Europa und den USA wuchs kaum, wie TV Tech die Studie zusammenfasst. Indien führt die Region mit 25 bestellten Produktionen an. Bewegung auf Anbieterseite zeigt die Megafusion bei Paramount.
Peking stützt Live-Action gegen die KI-Mikrodramen
Chinas Aufsichtsbehörde NRTA nennt Live-Action-Dramaserien das Rückgrat der Qualitäts-Produktion und will sie gezielt fördern. Das erklärte sie auf einer Pressekonferenz des Staatsrats. KI-Produktionen machten in den ersten acht Monaten 2026 über 90 Prozent aller veröffentlichten chinesischen Mikrodramen aus. Von Januar bis August erschienen 430.000 Titel, das Dreizehnfache des gesamten Vorjahres. Die Angaben stammen von der staatlichen Agentur Xinhua und der Behörde selbst. Beide sind Organe eines autoritären Regimes. Die Zahlen lassen sich also nicht unabhängig prüfen.
Hongguo hängt Chinas große Streamingdienste ab
Die Mikrodrama-App Hongguo aus dem Umfeld von ByteDance erreicht laut chinesischen Medienberichten rund 168 Millionen tägliche Nutzer. Das übertrifft iQiyi, Youku, Tencent Video und Mango TV zusammen. Die Zahl beruht auf Plattform-Eigenangaben und ist nicht unabhängig geprüft. Im Frühjahr führte die App sechs Inhaltsregeln ein und verbot drei Genres komplett, darunter okkulte Stoffe. An anderer Stelle wächst aber zugleich der Export. DramaBox und ReelShort führen in Vietnam die Android-Charts an.
Anime trägt Asiens Streaming, MAPPA zieht vorbei
Media Partners Asia hat das Anime-Geschäft in acht asiatischen Märkten untersucht. Dort sahen monatlich 31 bis 47 Prozent der Premium-Nutzer Anime, in Japan bis zu 59 Prozent. „Jujutsu Kaisen“ war in sieben der acht Märkte der meistgesehene Titel. Die Serie hob den Anteil von MAPPA an den regionalen Anime-Stunden von 6,1 auf 17,3 Prozent. Damit liegt das Studio vor TMS Entertainment und vor Toei Animation. Netflix hält rund die Hälfte aller Anime-Stunden der Region.
„Vivant“ bringt Japan erstmals an Asiens Spitze
Das TBS-Drama „Vivant“ war im August die meistgesehene Streaming-Produktion Asiens außerhalb Chinas und Indiens. In der Region sahen 15,6 Millionen Zuschauer die Serie, davon 15,1 Millionen in Japan. Das entspricht einem Viertel des dort gemessenen VoD-Publikums.
10,2 Millionen sahen die Serie über die kostenlose Senderplattform TVer. TBS stellt sie dort binnen einer Stunde nach der Ausstrahlung bereit. Netflix steigerte das Publikum der ersten Staffel zwischen Mai und August von 300.000 auf 2,5 Millionen, wie Variety meldete.
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Filmfestivals: Busan und Tokio holen internationale Namen
Das Busan International Film Festival meldet den ersten Korea-Besuch von Alfonso Cuarón. Er wird zur Eröffnung erwartet. Zhang Yimou leitet die Wettbewerbsjury. Netflix setzt dort am 10. Oktober sein Nachwuchsprogramm Creative Asia fort. Erstmals bietet es Workshops und ebenso ein Panel zu KI im Filmemachen. Das Tokyo International Film Festival zeigt 15 Gala-Titel, darunter Arbeiten mit Cate Blanchett und Fan Bingbing. Im Kino erzielte „Hope“ mit knapp fünf Millionen Dollar den breitesten Start eines koreanischen Films in Nordamerika seit „Parasite“.
K-Drama der Woche: Der Lottogewinn als Kündigungsschutz
Lee Joon-hyuk spielt in dem Drama „The Ordinary Jackpot“ einen schüchternen Büroangestellten. Nach einem hohen Lottogewinn hört er auf, sich zusammenzureißen. Die Serie läuft bei HBO Max. Sie bringt das K-Drama ohne Romanze als Zugpferd zurück in den Büroalltag südkoreanischer Angestellter. Die Nielsen-Quote liegt bei 3,9 Prozent und stieg zur zweiten Folge, wie die South China Morning Post schreibt. Nach 15 Jahren verlässt Go Soo BH Entertainment.