Mulaney 1x01

Wer zwischendurch mal einen Blick in die Sketchcomedy „Saturday Night Live“ wagt, dem wird Stefon, der nervöse Citykorrespondent in „Weekend Update“, schon einmal aufgefallen sein. Diese Figur ist gemeinsam von Darsteller Bill Hader und Autor John Mulaney erschaffen worden. Schaut man auf John Mulaneys bisherige Arbeit zurück, lohnt sich ein Blick in seine neue, eigene Sitcom also durchaus.
Wer ist alles dabei?
Die Liste der Mulaney-Beteiligten liest sich vielversprechend: Als Executive Producer fungiert „SNL“-Erfinder Lorne Michaels, vor der Kamera leisten ihm unter anderem seine Kollegin Nasim Pedrad und Komiker Martin Short Gesellschaft. Und auf dem Regiestuhl nimmt für die Pilotepisode Andy Ackerman Platz, dessen Name eng mit der Kultcomedy Seinfeld verbunden ist.
Doch unter einem guten Stern stand die Sitcom lange nicht. Eine Pilotepisode, die für NBC gedreht worden war, führte in die Sackgasse, erst FOX rettete die Serie vor der Totgeburt und nimmt sie ins Sonntagabendprogramm auf. Dort präsentiert sich uns nun jedoch eine enttäuschende Pilotepisode, die mit den großen Namen nicht mithalten kann.
Worum geht es?
Die Idee ist in keiner Hinsicht neu: Eine Sitcom mit eingespielten Lachern, in der ein Comedian eine fiktionalisierte Version seiner selbst zum Besten gibt, garniert mit Stand-up-Aufnahmen des Hauptdarstellers. Der Serien-Mulaney lebt in einer Wohngemeinschaft mit Jane (Nasim Pedrad), die gerade von ihrem Freund verlassen wurde, und Motif (Seaton Smith), der ebenfalls Komiker ist und sich schwertut, einen vollständigen Witz zu schreiben.
Bisher konnte er nur kleinere Erfolge in der Comedybranche an Land ziehen, doch in der Pilotepisode bekommt Mulaney die Gelegenheit, für den legendären Komiker und Gameshowgastgeber Lou Cannon (Martin Short, Damages) als Witzeschreiber anzuheuern. Doch so einfach im Umgang ist sein neuer Chef nicht, wie Mulaney ziemlich schnell feststellen muss.
Zum Leben des Komikers gehört außerdem sein exzentrischer Nachbar Oscar (Elliott Gould, Ray Donovan), der dem Jungspund mit jeder Menge verwirrender Geschichten den Weg durch die Lebensreise erhellen möchte.
Wie kommt es rüber?
Die Idee ist nicht neu, scheint aber aufgrund des involvierten Talents vor und hinter der Kamera wie eine sichere Sache. Die Pilotepisode belehrt uns jedoch eines Besseren, denn das Wichtigste fehlt: Die ganze Geschichte ist einfach nicht lustig. John Mulaney ist ein guter Stand-up-Komiker, was er auch in der Pilotepisode seiner Serie beweist. Doch in der Rolle als eine jüngere, weniger erfolgreiche Version seiner selbst kommt er deutlich schlechter weg. Immer wieder wirkt er, als wenn er die Geschichte selbst nicht ernst nimmt und kurz davor ist, aus der Rolle zu fallen oder sich damit begnügt, die Zeilen einfach hölzern abzulesen.
Das kann man seinen Co-Stars nicht vorwerfen, doch mit dem gegebenen Material ist es auch für Nasim Pedrad und Seaton Smith schwierig, überzeugend rüberzukommen. Einzig Martin Short hat eine dankbare Aufgabe als überheblicher Gameshowgastgeber erwischt.
Eine Story über einen semifiktiven Komiker, der sich aus Versehen in eine Analuntersuchung quasselt, als er eigentlich hofft, an Xanax zu kommen und eingespielte Lacher... Die Serie Mulaney wirkt wie eine Serie aus einer anderen Zeit und hat selbst dafür überraschend wenig Lacher zu bieten.
Fazit
Auf dem Papier wirkt die Serie Mulaney vielversprechend. Ein junger Komiker und seine Mitbewohner, die auf der Suche nach ihrer Bestimmung straucheln. Die beteiligten Namen, darunter viele „Saturday Night Live“-Kollegen, schüren zusätzlich große Erwartungen. Doch die Pilotepisode hinterlässt vor allem lange Gesichter, denn, auch wenn alles sonst zusammenpasst, eines fehlt: Es ist einfach nicht lustig.
Trailer zur Serie „Mulaney“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 6. Oktober 2014Mulaney 1x01 Trailer
(Mulaney 1x01)
Schauspieler in der Episode Mulaney 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?