Moonbase 8: Dry - Review der Pilotepisode

Moonbase 8: Dry - Review der Pilotepisode

John C. Reilly, Fred Armisen und Tim Heidecker simulieren in der Showtime-Serie Moonbase 8 das abenteuerliche Leben auf einer Mondstation. Nach Avenue 5 und Space Force nun schon die dritte 2020er US-Comedy, die das Thema Raumfahrt auf die Schippe nimmt.

John C. Reilly und Fred Armisen in Moonbase 8 (c) Showtime
John C. Reilly und Fred Armisen in Moonbase 8 (c) Showtime
© ohn C. Reilly und Fred Armisen in Moonbase 8 (c) Showtime

Three is a trend“, heißt es so schön im Englischen - und wenn das stimmt, können wir einen neuen Serientrend vermelden: Raumfahrt-Comedys. Nach dem HBO-Titel Avenue 5 im Januar und Netflix' Space Force im Mai erscheint mit Moonbase 8 nun die dritte Serie dieser Sorte im Jahr 2020. Hinter dem Sechsteiler von Showtime steht der Baskets-Regisseur Jonathan Krisel. Zusammen mit dem Hauptdarstellertrio, bestehend aus John C. Reilley, Fred Armisen und Tim Heidecker, schrieb er auch das Drehbuch. Die halbstündige Pilotepisode trägt den Titel Dry.

Worum geht's?

Die Geschichte spielt in der Wüste von Arizona, genauer gesagt auf einem Trainingsgelände der NASA. Hier wurde ein maßstabsgetreues Modell einer Mondbasis errichtet, um die Astronauten für ihren Aufenthalt auf dem Erdtrabanten vorzubereiten. Reilly spielt dabei den hawaiischen Helikopterpiloten Robert „Cap“ Caputo. Das großmäulige Alphatier behauptet zwar, dem Militär gedient zu haben, aber eigentlich war er nur im Tourismusgeschäft aktiv. Für ihn ist die Mission die letzte Chance, sein verpatztes Leben auf die Reihe zu kriegen.

Und auch Dr. Michael „Skip“ Henai, gespielt von Armisen, ist ein Getriebener. Als Sohn eines berühmten US-Astronauten hat er stets versucht, die übergroßen Fußstapfen seines Vaters zu füllen - und dafür muss er seinen Fuß eben auf den Mond setzen. Der Antrieb von Professor Scott „Rook“ Sloan ist derweil religiöser Natur. Er will das Wort von Jesus ins Universum hinaustragen - und der Mond ist dabei immerhin ein erster kleiner Schritt. Dass sein Pastor gleichzeitig zuhause seine Frau umgarnt, könnte den Glauben des Christen aber auf die Probe stellen.

Der Letzte im Bunde ist der Football-Star Travis Kelce, der in Moonbase 8 sich selbst spielt. Die NASA hat ihn für einen Marketingstunt hinzugezogen. Dummerweise hat er nicht das Zeug zum Astronauten und schafft es bereits nach wenigen Minuten, auf dem Fake-Mond umzukommen. Ein traumatisierender Vorfall für die gesamte Crew, ganz besonders allerdings für Cap, der sich aufgrund seines Spitznamens immer wieder als Captain der Mission aufspielt.

Showtime
Showtime - © Showtime

Man braucht nicht lang, um Moonbase 8 zu verstehen, denn der Grundwitz ist immer wieder derselbe: Diese Männer sind für dieses eigentlich so faszinierende Unterfangen völlig unterqualifiziert. In Anbetracht dieser Tatsache fällt es einem auch ein wenig leichter zu akzeptieren, dass der gesamte Cast weiß und männlich ist. Außerdem sind vor allem Reilly und Armisen extrem erfahrene komödiantische Darsteller, die den Großteil der Lacher allein durch ihr Auftreten erzielen. Dass beide exakt den Typen spielen, den sie immer spielen, darf niemanden überraschen.

Dass die drei Männer überhaupt je auf dem Mond landen werden, muss stark bezweifelt werden. In den kommenden Folgen bewältigen sie zunächst weiter Lappalien. Nach dem Wasserrohrbruch, der sie fast verdursten lassen hat, geht es als Nächstes weiter mit Ratten, die im Weltall vermutlich keine allzu große Gefahr darstellen sollten. Klar handelt es sich bei Moonbase 8 um eine Comedyserie, doch es fällt trotzdem schwer zu glauben, dass die NASA so arbeiten würde. Und ein bisschen tut es auch weh, zu sehen, wie Raumfahrt und Wissenschaft so plump entzaubert werden...

Fazit

Es gibt sie natürlich noch immer, die großen Heldensagen der amerikanischen Raumfahrt. Man denke nur an For All Mankind bei Apple TV+ und The Right Stuff bei Disney+, doch immer häufiger dient die Erkundung des Weltalls im Serienbereich nicht mehr der Inspiration, sondern der Belustigung. Nach Avenue 5 und Space Force schlägt nun auch Moonbase 8 in diese Kerbe und erdet durch menschlichen Schwächen die Zunft der Götter in Weiß, der Astronauten, was übrigens The First von Hulu und zuletzt auch Away bereits über den Dramaweg versucht haben.

Tendenziell sicherlich ein guter Ansatz, zumal besonders Amerikaner immer aufpassen müssen, nicht im eigenen Patriotismus zu ertrinken. Doch leider hat bisher keine der genannten Serien einen Ansatz der Kritik gefunden, den man als klug bezeichnen könnte, sondern eher als albern. Um zu verdeutlichen, wie flach Moonbase 8 in die Materie vordringt, reicht wohl der Verweis auf einen Witz, als die NASA-Männer offenbar selbst nicht wissen, wofür NASA eigentlich steht. Nun ja...

Im direkten Vergleich mit Avenue 5 und Space Force kann die Showtime-Serie leider auch optisch nicht ganz mithalten, da sie ausschließlich in einem Zelt in der Wüste spielt, ohne allzu große Spezialeffekte. Ein schlichtes Kammerspiel sozusagen, das sich ganz und gar auf seine durchaus großartigen Darsteller John C. Reilly, Fred Armisen und Tim Heidecker verlässt. Ganz nett, aber man verpasst auch nicht viel. Hierzulande gibt es sowieso noch keinen Starttermin für die Serie.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Showtime-Serie Moonbase 8:

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