Monsters at Work: Welcome to Monsters, Incorporated - Review

Monsters at Work: Welcome to Monsters, Incorporated - Review

Monsters at Work aka Monster bei der Arbeit ist die erste Pixar-Serie, die bei Disney+ startet. Mike und Sulley sind nun die Chefs der Monster AG, die kürzlich ihr Geschäftsmodell umgestellt hat. Neue Monster sollen Kinder zum Lachen bringen. Leichter gesagt als getan...

Szenenfoto aus der Serie Monster bei der Arbeit (c) Pixar/Disney+
Szenenfoto aus der Serie Monster bei der Arbeit (c) Pixar/Disney+
© zenenfoto aus der Serie Monster bei der Arbeit (c) Pixar/Disney+

Schon sehr früh wurde angekündigt, dass beim Streamingdienst Disney+ über kurz oder lang neue Inhalte von allen Studios und Marken aus dem Portfolio laufen sollen. Einige Pixar-Filme, darunter „Souls“ und Luca, haben während der Coronavirus-Pandemie bereits dort ihre Premiere gefeiert. Monsters At Work aka „Monster bei der Arbeit“ wurde hingegen komplett dafür entwickelt. Die neue halbstündige Animationsserie setzt nach den Ereignissen aus „Die Monster AG“ ein und baut auf bekannte Stimmen sowie neue Monster. Ist die Serie mehr als nur Fanservice? Schwer zu sagen. Ich konnte mir vorab die ersten beiden Episoden im englischen Original anschauen.

Worum geht es in Monster bei der Arbeit?

Die Handlung startet einen Tag, nachdem die Monster AG damit beginnt, das Lachen der Kinder zu nutzen, um Monstropolis anzutreiben. Denn Mike (Billy Crystal) und Sulley (John Goodman) haben entdeckt, dass das Lachen zehnmal mehr Energie generiert als die Schreie. Die beiden Hauptfiguren aus den bisherigen Filmen haben sich zwar eine Beförderung verdient, doch damit halsen sie sich eine Reihe von Problemen auf. Denn beim neuen Geschäftsmodell gibt es einige Anlaufschwierigkeiten. Die Erschrecker müssen zu Komikern respektive Lachmonstern werden, wenn man weiterhin Strom generieren will.

Im Zentrum steht Tylor Tuskmon (Ben Feldman), ein ehrgeiziges junges Monster, das als Bestes seines Jahrgangs die Monster-Uni abgeschlossen hat und immer davon träumte, ein Erschrecker zu werden. Bis er nun einen Job in der Monster AG erhält und entdeckt, dass Erschrecken out und Lachen angesagt ist. Nachdem Tylor vorübergehend in das Monster-AG-Facility-Team versetzt wird, muss er mit einer Gruppe von unkonventionellen Mechanikern zusammenarbeiten, die ein wenig so etwas wie die Außenseiter und unsichtbaren Wesen sind, die den Laden am Laufen halten, während er sich das Ziel setzt, ein Scherzer zu werden.

Im Original ist die Serie überaus hochkarätig besetzt. Beispielsweise mit Henry Winkler als Boss Fritz, Lucas Neff als optimistischer Klempner Duncan und Alanna Ubach als Cutter, die sich strikt an alle Büroregeln hält. Aus den Filmen bekannte Rückkehrer sind außerdem: John Ratzenberger als Yeti (und Tylors Vater, Bernard); Jennifer Tilly als Celia Mae und Bob Peterson als Roze, die Zwillingsschwester der Figur Roz. Weitere Stimmen übernehmen Stephen Stanton als Smitty und Needleman sowie Aisha Tyler als Tylors Mutter, Millie Tuskmon.

Hier kannst Du „Die Monster Uni“ bei Amazon.de kaufen

Die Monster Uni im Stream

It's laughter we're after

Pixar/Disney+
Pixar/Disney+ - © Pixar/Disney+

Die erste rund 20-minütige Folge ist eine klassische Pilotepisode. Diese erinnert die Zuschauer an den Film respektive führt sie in die Monsterwelt ein und erklärt anschaulich, warum man vom Erschrecken abgekommen und sich stattdessen den Lachern widmet. Besonders ein altes Lehrvideo demontiert dies auf witzige Weise, weil die Änderungen immer wieder aus dem Off berichtigt und kommentiert werden. Sonst erinnert der Einstieg an eine Kurfassung der „Monster AG“ mit neuer Ausrichtung im Schnelldurchlauf und mit weniger Boo/Buh und Herz.

Es ist schön, Goodman und Crystal wieder zu hören und auch einige bekannte Figuren zu sehen. Manche Sprachaufnahme wirkt so, als wäre sie im ersten Take abgenommen worden, was besonders bei Goodman auffällt. Vielleicht sind es die Corona-Umstände, vielleicht ist es auch nur ein Zufall. Auch in der zweiten Folge bleiben die Filmmonster als Nebendarsteller dabei, allerdings stehen doch viele neue Monster im Fokus, was auch vollkommen okay ist.

Technisch gesehen sieht das alles gewohnt top aus, allerdings muss man sich fragen, ob das einem reicht, weil man den Eindruck erhalten könnte, dass Pixar in den letzten Jahren manchmal etwas auf Autopilot läuft. Es gibt zwar immer wieder neue Ideen und eigenständige Filme, doch die Zahl von Sequels und Prequels hat doch enorm zugenommen. Dort fällt „Monster bei der Arbeit“ nun eben auch hinein. Der Wow-Faktor bleibt einfach aus. Die Serie ist nett anzuschauen, ganz putzig und kann sicherlich auch Eskapismus für 20 Minuten anbieten. Erzählerische Tiefe oder Innovation fehlen jedoch. So fühlt sich das an wie Pixar-Popcorn, das im Moment zwar ein netter Snack ist, aber schnell in Vergessenheit geraten kann.

Allerdings scheint die Serie ohnehin eher für Komplettisten zu sein und für jüngere Fans, die sich von Slapstick berieseln lassen möchten. Daran ist überhaupt nichts schlimm, aber herausragend ist das Endresultat eben auch in keiner Weise. Für manche ist es sicherlich auch besser, eine durchschnittlich unterhaltsame Pixar-Erzählung zu sehen als eine schlechte von anderswo. Immerhin sind die neuen Figuren wieder mit einiger Liebe und Charme gestaltet, so dass man im heißen Sommer sicherlich mal reinschauen kann, wenn man das Franchise von früher kennt oder inzwischen selbst Kinder, Enkel oder Nichten und Neffen hat - oder einfach jung geblieben ist.

In der zweiten Folge gibt es eine nette kleine Initialisierung für Tylor Tuskman, die man so oder so ähnlich mit etwas Fernseherfahrung aber sicherlich auch schon anderswo gesehen hat. Die Lektion: „Monsters get things done“ und Teamwork führt zu den besten Ergebnissen.

Fazit

Pixar/Disney+
Pixar/Disney+ - © Pixar/Disney+

Monster bei der Arbeit“ ist ein nettes Animationsformat, aber leider kein Must-See-TV aus dem Hause Pixar. Die ersten Episoden sind keinesfalls schlecht oder ein Totalausfall, sondern wirklich kompetent umgesetzt und kurzweilig. Nur leider ist die Erwartungshaltung an das Animationsstudio durch den früheren Output so hoch, dass im Vergleich zu manchem Werk sich dann Enttäuschung oder Ernüchterung einstellt. Monsterfans riskieren einen Blick, könnten aber vielleicht auch erschrecken. Vielleicht ist dennoch der eine oder andere Lacher drin, der den Monstern hilft, über die Runden zu kommen.

Ein kleine Frage habe ich noch zum Schluss an alle Leute mit Kindern in ihrem Leben: Finden diese Monster putzig oder haben sie vielleicht doch Angst? Vielleicht sollte man die Serie erst ab fünf oder sechs Jahren mit den Kleinen schauen. Mein Neffe hat zum Beispiel mit Monstern und Kreaturen manchmal Probleme...

Monsters at Work: Sneak-Peek-Trailer

Hier zunächst der Sneak Peek-Trailer zur neuen Serie „Monsters at Work“ beziehungsweise „Monster bei der Arbeit“:

Hier ein Einblick in die deutsche Synchro:

Monster bei der Arbeit: Deutscher Trailer

Hier kannst Du „Die Monster AG“ bei Amazon.de kaufen

Die Monster AG im Stream

Diese Serie passen auch zu «Monsters At Work»