Monday Mornings 1x01

Im Chelsea General Hospital in Portland ist ein wöchentlicher Termin bei den Chirurgen besonders gefürchtet: Die Morbidity and Mortality Conference. Im vertraulichen Rahmen der Kollegen werden die Todesfälle der vergangenen Woche aufgerollt und jede Entscheidung und ihre Konsequenzen durchgesprochen. Mit Monday Mornings bringt der Sender TNT eine Krankenhausserie auf den Bildschirm, deren Dreh- und Angelpunkt genau diese Konferenz ist.
Das Personal
An der Spitze der Treffen steht Dr. Harding Hooten (Alfred Molina, Law & Order: Los Angeles, Harry's Law), der Leiter des Personals, ein auf den ersten Blick kühler Mann, der die wunde Stelle in den Fällen der Kollegen blitzschnell findet und ruhig, aber erbarmungslos seinen Finger hineinlegt, bis es richtig weh tut. Doch der Zuschauer merkt schnell: Hier ist ein Menschenfreund am Werke, der seine Untergebenen nur quält, um sie zu besseren Ärzten zu machen, um mehr Menschenleben zu retten.
Unter seine Fittiche genommen hat er unter anderem den Neurochirurgen Dr. Tyler Wilson (Jamie Bamber, Battlestar Galactica, Law & Order: UK), ein Überflieger in seinem Fach, den vor allem die eigene Arroganz zu Fall bringen kann. Er hat ein vertraut-freundschaftliches Verhältnis, vielleicht gar mehr, mit Dr. Tina Ridgeway (Jennifer Finnigan, Better With You, Close to Home), ebenfalls Neurochirurgin. Ihr Privatleben leidet unter ihrem Beruf, ihre Beziehung kriselt. Und so flüchtet sie sich noch häufiger ins Krankenhaus.
Mit anderen Problemen hat Dr. Sung Park (Keong Sim, Glee) zu kämpfen, ein ebenfalls brillanter Chirurg, dessen große Schwäche das menschliche Miteinander ist. Im Operationssaal ist er ein Virtuose, er lebt für seine Profession, doch im zwischenmenschlichen Umgang mit seinen Patienten hat er Probleme. Und auch die englische Sprache macht ihm zu schaffen, besonders nachdem er von seinem Vorgesetzten auf die Verbesserungswürdigkeit seiner sprachlichen Fähigkeiten hingewiesen wurde.
Ähnlich vereinnahmt von ihrem Job ist die Herz-Chirurgin Dr. Sydney Napur (Sarayu Rao, Sons of Tuscon), die sich im Krankenhaus tough und selbstbewusst durchzusetzen weiß. Bisher hat sie jede Beziehung für ihren Beruf geopfert.
Ein Hingucker im Krankenhaus ist auch Dr. Jorge Villanuela, genannt El Gato (Ving Rhames, „Pulp Fiction“, „Mission: Impossible“, „Dawn of the Dead“). Nicht nur aufgrund seiner Statur kann man ihn schlecht übersehen. Der Leiter der Unfallchirurgie mischt sich stets ein, wenn er findet, dass etwas gesagt werden muss.
Am anderen Ende der Beliebtheitsskala unter den Kollegen steht wahrscheinlich Dr. Buck Tierny (Bill Irwin, CSI: Crime Scene Investigation, Lights Out). Der Leiter der Transplantationschirurgie ist von sich selbst überzeugt und erscheint unzugänglich.
Wöchentliche Treffen
Diese illustre Schar trifft sich also wöchentlich unter der Leitung von Dr. Hooten. Jeder Fehler, jede Entscheidung, jeder Handgriff, den die Chirurgen im Operationssaal vornehmen, kann auf den Prüfstand kommen. Es werden die Fälle aufgegriffen, die schlecht endeten. Die Todesfälle, die vielleicht hätten vermieden werden können, die Operationen, bei denen der Verantwortliche möglicherweise eine Fehlentscheidung getroffen hat.
Wie die ganze Pilotepisode sind auch die Szenen dieser Treffen düster und ruhig. Die Eile, die in anderen Krankenhausserien seit Emergency Room zum guten Ton gehört, findet hier auf anderer Ebene statt. Niemand sprintet durch die Flure, um ein lebenswichtiges Medikament zu holen. Und trotzdem ist die Flüchtigkeit des Lebens mehr als präsent. Wenn eine Mutter ihren kleinen Sohn nach einem leichten Sportunfall zur Sicherheit ins Krankenhaus bringt und dieser bereits ein paar Stunden später in eine Gehirnoperation geschoben wird, dann ist das eine Eile, die auch vor der Mattscheibe weh tut.

Und gerade diese Ruhe und Düsterkeit lässt die Serie Monday Mornings realistischer erscheinen als so manch andere Krankenhausserie.
Leid
Schon in der Pilotepisode macht die Serie deutlich, wie ernst sie es meint mit der Realität. Von den ersten Fällen, denen wir als Zuschauer beiwohnen dürfen, steht der des jungen Quinn McDaniels (Mason Cook, Mockingbird Lane) im Mittelpunkt. Einer Serie, die in ihrer Pilotepisode einen kleinen Jungen mit großen Augen durch den Fehler eines brillanten Arztes sterben lässt, ist vieles zuzutrauen. Auch wenn der Fehler, den Dr. Wilson macht, ein bisschen an den Haaren herbeigezogen wirkt: Er versäumt es, vor der Operation die Krankheitsgeschichte des Vaters des Jungen heranzuziehen, nur weil dieser offensichtlich in der Erziehung des Jungen keine Rolle spielt. Man muss kein Neurochirurg sein, um zu erkennen, dass auch ein abwesender Rabenvater seinen Kindern durchaus gewisse Krankheiten und Eigenarten vererben kann.
Der Ton der Pilotepisode von Monday Mornings ist dunkel, die Atmosphäre ist eisig, ein Fehler kann den Tod bedeuten - und das ist auch dem Zuschauer in jeder Sekunde der Episode bewusst. Die Privatleben der Ärzte werden gestreift, doch sie stehen bisher nicht im Mittelpunkt.
Fazit
Vieles, was anderen Krankenhausserien Flair verleiht - melancholisch-dramatische Hintergrundmusik, lange, stumme Blicke auf die Patienten und hektische Aufregung in den Fluren - lässt die Serie Monday Mornings weg. Sie baut ihre Atmosphäre auf der Düsterkeit und dem eindringlich und doch still dargestellten Leid der Figuren auf. Trotz dieser weitgehenden Fokussierung auf das berufliche Leben entwickeln sich die meisten Ärzte schon in der Pilotepisode zaghaft zu mehrdimensionalen Charakteren, mit denen es sich lohnt, mitzuleiden und zu zittern.
Promovideo zur Serie Monday Mornings:
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 5. Februar 2013Monday Mornings 1x01 Trailer
(Monday Mornings 1x01)
Schauspieler in der Episode Monday Mornings 1x01
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