Mohawk Girls 1x01

Beworben wurde die Serie unter anderem damit, Sex and the City im Mohawk Style zu sein. Doch das, was wir in der Dramedy Mohawk Girls geboten bekommen, wird diesem Anspruch nicht gerecht. Das könnte zu enttäuschten Gesichtern führen. Auf der anderen Seite übertrifft die Serie den hochgegriffenen Vergleich jedoch in vielen Gebieten. In jedem Fall kann man sagen, dass sie abgesehen von der Viererkonstellation (die ja auch SATC nicht erfunden hat) mit der Kultserie nicht viel gemeinsam hat. Schon in der Pilotepisode stellt Zoe (Brittany LeBorgne) mit Blick auf Neuankömmling Anna (Maika Harper) fest: „Was glaubt sie, wo sie ist, Sex and the City?“
Worum geht es?
Das Mohawk-Reservat aka „The Rez“ ist bevölkert von interessanten Figuren, die schon in der 20-minütigen Pilotepisode erstaunlich an Profil gewinnen. Das Augenmerk der Serie Mohawk Girls liegt aber auf einer Clique aus vier jungen Frauen, die ihr Leben zwischen Tradition und den eigenen Ansprüchen balancieren.
Als erstes lernen wir Bailey (Jennifer Pudavick, Cashing in) kennen, die glaubt, mit Thunder (Kyle Nobess) endlich das große Los gezogen zu haben. Er ist gutaussehend, hat einen festen Job, ist vernünftig, humorvoll und kann selbst ihren kritischen Vater überzeugen. Das einzige Problem, wie sich in der Episode Welcome to our World herausstellt, ist die Tatsache, dass Bailey und Thunder Großcousins sind.
Bei der Entscheidung, wie nun weiter vorzugehen ist, stehen ihr ihre beiden Freundinnen Zoe und Caitlin (Heather White) bei, deren Liebesleben jedoch im Moment nicht viel Positives hergibt.
Caitlin hat sich dem Freund der verrückten Barbedienung Vicky (Rachelle White Wind Arbez) zugewandt und wird dafür nun von der Nebenbuhlerin bedroht. Auch wenn wir denjenigen, um den sich so handfest gestritten wird, selbst nicht kennenlernen, können wir erahnen, dass es nicht um den besten Fang handelt. Caitlin hat ebenso wie Bailey damit zu kämpfen, den richtigen Mann zu finden und lässt sich dabei jedoch oft von weniger guten Exemplaren des anderen Geschlechts blenden.
Statt der Männersuche beschäftigt Zoe sich lieber mit ihrer Karriere und was sie damit zur Mohawk-Nation beitragen kann. Sie ist überehrgeizig und zielorientiert, doch auch sie hat Gefühle. So kommt es, dass sie sich in der Episode Welcome to our World von einem Video auf einer Online-Datingplattform für Mohawks in den Bann ziehen lässt, das sie jedoch vor ihren Freundinnen geheim hält. Stattdessen verteilt sie lieber Ratschläge wie den, dass Anna statt Philosophie lieber etwas studieren sollte, was für die Mohawk-Bevölkerung sinnvoll sein kann.
Anna ist die Neue im Bunde. Als Tochter einer Weißen und eines Mohawks in New York aufgewachsen, hat sie ans Reservat vor allem Kindheitserinnerungen. Nun will sie in Montreal studieren und nutzt dafür die Gelegenheit, ins nahe „Rez“ zu ziehen. Mit ihrem Klamottenstil fällt sie sofort auf und zieht den Spott der Alteingesessenen auf sich. Doch nicht nur Äußerlichkeiten, auch ihr fröhliches, naiv wirkendes Verhalten stehen ihr bei der Integration im Weg. Trotzdem findet sie dank Bailey Anschluss an die Mädchenclique, auch wenn der Start rau ist.
Wie kommt es rüber?
Mohawk Girls verteilt die Comedy und das Drama ziemlich gekonnt. Auf den ersten Blick bietet sich uns hier eine Comedy über vier junge Frauen, die sich nach Liebe, beruflicher Erfüllung und Selbstverwirklichung sehnen. Sie müssen feststellen, dass alle guten Typen irgendwie nicht erreichbar sind. Es sind die Fragen und Probleme, die wir aus vielen Serien und Filmen kennen. Mohawk Girls hat oft einen leichten, fast naiven Erzählton - inklusive Musikmontagen, in denen schon mal die Klamotten durch die Luft fliegen, um zu zeigen, dass hier ein Umstyling stattfindet.
Doch Bailey und Co. leben im Mohawk-Reservat, und das bringt besondere Umstände und Verpflichtungen mit sich. Als potentieller Freund kommt nur ein Mohawk-Mann in Betracht, was den Pool an Anwärtern erheblich verkleinert. Sie sehen sich mit Aufgaben konfrontiert, über die andere sich keine Gedanken machen müssen. Und sie sind auf der Suche nach einem Weg, mit einem historisch schwierigen Erbe umzugehen, was besonders deutlich wird, wenn sie in Kontakt mit dem Neuankömmling Anna kommen.
Zwischen den Gags fallen traurige Sätze, die zwar nachhallen, aber den lockeren Gang der Geschichte nicht unterbrechen.
Fazit
Die Pilotepisode der Serie Mohawk Girls verspricht eine unterhaltsame und dabei interessante Geschichte, die mit Sex and the City nur wenig gemein hat. In erster Linie dürfen wir einen Blick in das Leben von vier jungen Frauen werfen, die zusätzlich zu den üblichen Problemen mit den Ansprüchen einer sehr präsenten Tradition zu kämpfen haben.
Trailer zur Serie „Mohawk Girls“: Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 1. Dezember 2014Mohawk Girls 1x01 Trailer
(Mohawk Girls 1x01)
Schauspieler in der Episode Mohawk Girls 1x01
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