Mit Minority Report startet bei FOX die nächste serielle Adaption einer bekannten Filmvorlage. Kann die Umsetzung des Science-Fiction-Stoffs überzeugen oder hätten die Macher vor der Tat besser aufgehalten werden sollen?

Die Hauptdarsteller der Serie „Minority Report“ / (c) FOX
Die Hauptdarsteller der Serie „Minority Report“ / (c) FOX

In der Pilotepisode der Science-Fiction Adaption Minority Report setzt der ehemalige Precog Dash (Stark Sands) seine Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, ein, um mit der Hilfe der Polizistin Vega (Meagan Good) einen Mord zu verhindern.

Precrime fighting Precogs

Nach einer Kindheit als menschliches Frühwarnsystem versucht Dash am Rand der Gesellschaft ein normales Leben zu führen. Doch die Zukunftsvisionen von bevorstehenden Verbrechen lassen ihm keine Ruhe, sodass er beschließt, die Mordprävention auf eigene Faust in die Hand zu nehmen.

Allerdings machen ihm Ressourcenmangel und Zeitlimit regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Deswegen entschließt er sich, der engagierten Polizistin Vega Hinweise auf zukünftige Täter zukommen zu lassen. Vega macht ihn aber unerwartet ausfindig, um mehr von seiner Existenz als Precog und seinen Mordvisionen zu erfahren.

Frustriert davon, auf Verbrechen erst nach ihrer Ausübung reagieren zu können, beschließt Vega, ein Team mit Dash zu bilden, um die von ihm vorausgesagte Ermordung der Ehefrau eines Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters im Keim zu ersticken.

Gemeinsam gelingt es ihnen schließlich, den Anschlag und Racheakt in letzter Sekunde zu verhindern. Dieses Ergebnis lässt beide besser schlafen, weswegen sie beschließen, ihre erfolgreiche Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzusetzen.

I've been told I have an awkward side

Minority Report basiert auf dem gleichnamigen Science-Fiction-Film (2002) von Steven Spielberg mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Die Wurzeln des Films liegen wiederum in der Kurzgeschichte von Science-Fiction-Autor und Philosoph Philip K. Dick, dessen düstere Werke Kult-Klassiker wie „Blade Runner“ oder „Total Recall“ inspirierten.

Damit tritt man bei FOX also in keine kleinen Fußstapfen. In diesem Fall sogar eine Nummer zu große. Dabei bedient sich Minority Report zwar großzügig an der grundsätzlichen Mechanik des Vorbilds, extrahiert dabei allerdings lediglich die Oberfläche der Vorlage.

Das ist auch gleichzeitig einer der hervorstechenden positiven Aspekte der Umsetzung: Beim schauen der Pilotepisode drängt sich einem der Begriff „production value“ auf. Denn die Produktion der Serie ist durchaus aufwendig und sieht dementsprechend gut aus. Auch die stylische Bildschirmmechanik des Films ist unter anderem mit von der Partie.

What about the next one?

Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich hinter Minority Report inhaltlich grauer Durchschnitt verbirgt. Die zum Nachdenken anregenden Elemente des Films, die Fragen nach Moral und der Debatte zwischen Zukunft gegen Schicksal aufwerfen, werden hier lediglich rudimentär aufgenommen, um in der Summe eins zu bilden: ein Crime-Procedural mit altbackener Formel aus schrulligem Experten (Stark Sands) und engagierter Polizistin (Meagan Good) samt unterstützender Technikexpertin (Li Jun Li). Im Zuge der Etablierung dieser Genretypischen Kernbausteine werden interessante Fragen, wie etwa der Grund hinter der Abschaffung von Precrime, zunächst liegengelassen.

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Dabei kann man Minority Report nicht einmal vorwerfen, dass bestimmte Dinge besonders schlecht umgesetzt sind: Die Chemie zwischen den Darstellern und schauspielerische Leistung sind in Ordnung. Doch liegt das alles eben auch in keiner Weise über dem Mittelmaß.

Während das Tempo der ersten Episode relativ hoch ist und der Zuschauer schnell, aber effektiv mit der Prämisse vertraut gemacht wird, lässt einen der erste Fall des Duos ziemlich kalt und kann dementsprechend wenig überzeugen. Ob die langfristig gestreuten Storyelemente wie das Schicksal von Dashs Bruder ausreichen, um das Interesse des Zuschauers aufrecht zu erhalten, wird stark mit der Qualität der zukünftigen Fälle verbunden sein - und damit wahrscheinlich auch stehen oder fallen.

Fazit

Aus einer interessanten Prämisse entspringt ein ansehnliches, aber inhaltlich biederes Crime-Procedural mit futuristischem Touch. Nach der Pilotepisode verspricht Minority Report zwar einen gewissen Unterhaltungsfaktor, zieht allerdings nur die oberflächlichen Aspekte aus seiner Vorlage und lässt damit viel Potential auf der Strecke.

Der Trailer zu „Minority Report“:

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