Milk & Honey: Review der Pilotepisode

Milk & Honey: Review der Pilotepisode

In Milk & Honey, der deutschen Adaption einer israelischen Serie, die bei VOX startet, hat der Imkersohn Johnny eine außergewöhnliche Idee. Um den Familienbetrieb vor dem Untergang zu bewahren, eröffnen er und seine Freunde einen Escortservice in ihrem kleinen Örtchen.

Szenenbild aus dem Piloten der Serie „Milk & Honey“ (c) VOX
Szenenbild aus dem Piloten der Serie „Milk & Honey“ (c) VOX
© zenenbild aus dem Piloten der Serie „Milk & Honey“ (c) VOX

Worum geht es genau?

Der verlorene Sohn Johnny (Artjom Gilz) kommt in der Auftaktfolge von Milk & Honey nach dem Tod seines Vaters nach Hause zurück, um sich um seine kleine Schwester Charlie (Marlene Tanczik) zu kümmern. Nachdem er drei Jahre lang außer Landes war, möchte Johnny Kupper den Imkerbetrieb seiner Familie übernehmen. Schnell stellt sich heraus, dass es dabei einige Probleme gibt. Das Geschäft läuft nicht gut und Johnny steckt bis zum Hals in Schulden...

Eine Lösung für die finanzielle Zwickmühle ergibt sich für ihn per Zufall, als er unbedarft zu einer Kundin fährt, die eine... andere Art von Geschäft im Sinne hat, was Johnny erst auffällt, als er am nächsten Morgen einen Umschlag voller Geld neben dem Bett findet. Nachdem er anfänglich über sein angekratztes Ego hinwegkommen muss, springt er dann schnell über seinen Schatten und überzeugt seine Freunde Michi (Nils Dörgeloh), Kobi (Deniz Arora) und Arian (Nik Xhelilaj) davon, mit ihm zusammen einen Begleitservice aufzumachen, für den es in der ländlichen Gegend erstaunlich großen Andrang gibt.

Szenenbild aus dem Piloten der Serie Milk %26 Honey
Szenenbild aus dem Piloten der Serie Milk %26 Honey - © VOX

Konflikte, welche Konflikte?

Was für neue Probleme ihr neuer Beruf mit sich bringt, beschäftigt dabei die vier Männer nicht gerade. Erstaunlich schnell dreht sich Johnnys Einstellung zu Prostitution um 180 Grad. Und dass einer seiner Freunde verheiratet ist, ein kleines Kind hat und trotzdem von hier auf jetzt als „Begleiter" arbeiten soll, ohne seiner Frau davon zu erzählen, ist auch kein großes Problem für alle. Das geht auch, wie vorherzusehen war, spektakulär nach hinten los.

Und dass seine 16-jährige (!) kleine Schwester den Pimp für Johnny und Co spielt, darum macht sich auch keiner Sorgen. Was vielleicht daran liegt, dass seine Schwester nicht wie eine Jugendliche aussieht, sondern eher wie in ihren Zwanzigern. Dass sie so jung ist, wird erst klar, als aus dem Nichts eine Frau vom Jugendamt aufkreuzt und sie in ein Heim bringen will. Damit wird auch endlich klar, warum der eigentlich nicht mehr zu Hause wohnende Johnny dann doch zurückgekehrt war - ein komplettes Mysterium für die erste Viertelstunde. Mit Erklärungen hält sich diese Episode sowieso nicht lange auf. Warum ist für den ausgezogenen Johnny plötzlich die Imkerei so wichtig? Warum sind seine Freunde sofort bereit, ihre Körper zu verkaufen? Geht Charlie noch auf die Schule oder arbeitet sie in der Imkerei mit?

Szenenbild aus dem Piloten der Serie Milk %26 Honey
Szenenbild aus dem Piloten der Serie Milk %26 Honey - © VOX

Not so serious

Dabei ist zu bedenken, dass diese Serie nicht unbedingt sehr sinnig sein will. Sie nimmt sich selbst nicht so ernst und das unterstreicht auch der optimistische Soundtrack des Piloten. Manchmal ist die Hintergrundmusik etwas zu ruhig für die Szene, die sie unterstreichen soll und konterkariert sie dadurch eher, aber im Großen und Ganzen hat mir persönlich die Auswahl gefallen. Die Musik und das helle, warme Farbschema in der Episode positioniert Milk & Honey als unbeschwerte Wohlfühlserie. Sie will keine dramatischen Konflikte lösen, sondern ihre Zuschauer zum Lachen bringen. Schafft sie das? Hin und wieder, wobei die schwerfälligen und gestelzten Dialoge den Schauspielern ab und zu im Weg stehen.

Fazit

Der Pilot Die Bienenkönigin hat durchaus seine Glanzmomente, holt aber aus seiner Prämisse nicht so viel heraus, wie er es könnte. Die Einstiegsepisode ist leichte Unterhaltung mit nur wenig Tiefgang. Mögliche Probleme, die die Handlung aufwirft, werden gut gelaunt und mit einem Augenzwinkern ignoriert. Wer sich nicht viel Gedanken machen möchte und dazu ein ein bisschen eye candy haben will, ist bei „Milk & Honey“ gut aufgehoben.

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