Midwich Cuckoos: Das Dorf der Verdammten - Review der Pilotepisode

© idwich cuckoos: das dorf der verdammten (c) sky
Sam (Ukweli Roach, „Annika: Mord an Schottlands KĂŒste“) und seine Freundin Zoe (Aisling Loftus, Mr. Selfridge) versuchen, einem bedrohlichen kleinen MĂ€dchen zu entkommen. In einer RĂŒckblende erleben wir mit, wie die beiden fĂŒnf Jahre zuvor in ihrem neuen Wohnort Midwich ankommen, einer typischen beschaulichen englischen Kleinstadt mit so unterschiedlichen Bewohnern wie der Psychiaterin Dr. Susannah Zellaby (Keeley Hawes, Bodyguard), die zwar den Umgang mit ihren Patienten meisterlich beherrscht, ihrer eigenen labilen Tochter Cassie (Synnove Karlsen, „Clique“) nicht helfen kann oder Kleinstadtpolizist Paul Haynes (Max Beesley, Mad Dogs), dessen schwangere Ehefrau Deborah (Jade Harrison, The Stranger) gerade ihre chaotische Schwester Jodie (Lara Rossi, The Watch) zu Besuch hat.
Kurz darauf kommt es zu rĂ€tselhaften VorfĂ€llen in Midwich: Die Pferde des örtlichen GestĂŒts werden unruhig und die Technik in Form der Ampelanlage und diverser Fernseher zeigt plötzlich Fehlfunktionen. Nach Leuchterscheinungen am nĂ€chtlichen Himmel fallen plötzlich alle Einwohner in einem bestimmten Gebiet der Stadt an jeweiligem Ort und Stelle in eine tiefe Ohnmacht. Eine Ausnahme bildet Dr. Zellaby, die sich auĂerhalb Midwichs mit einem Freund getroffen hatte und deshalb nicht zu Hause war. Als sie in ihren Heimatort zurĂŒckkehren will, ist dieser von Polizei und MilitĂ€r abgeriegelt. Da sie sich um ihre Tochter sorgt, die nicht an ihr Mobiltelefon geht, schleicht sie sich auf Umwegen heimlich zurĂŒck nach Midwich, wo sich mittlerweile ebenfalls massenweise EinsatzkrĂ€fte befinden und die Bewusstlosen bergen. Kurz darauf trifft auch sie das mysteriöse PhĂ€nomen und Dr. Zellaby verliert das Bewusstsein.
Wenig spĂ€ter beginnen die EinsatzkrĂ€fte mit der Evakuierung aller wachen Stadtbewohner, wĂ€hrend die Bewusstlosen wieder zu sich kommen; einzig Deborah Haynes hat ihre Bewusstlosigkeit nicht ĂŒberlebt, da sie kurz vor Einsetzen des PhĂ€nomens den Gasherd eingeschaltet hatte. Die ihrem Mann zugeteilte Sonderermittlerin Bryony Cummings (Cherrelle Skeete, Hanna) findet ihre Leiche. Einige Zeit spĂ€ter zeigen sich die Auswirkungen der Anomalie: Alle Frauen in Midwich sind schwanger!
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Verfilmung Nummer 3

Der britische Science-Fiction-Autor John Wyndham (1903 bis 1969) gehörte zu den bekanntesten Vertretern seiner Zunft und schrieb eine Vielzahl berĂŒhmt gewordener Kurzgeschichten und Romane, darunter auch der 1951 erschienene „The Day of the Triffids“ (deutsch „Die Triffids“) ĂŒber eine Invasion auĂerirdischer Killerpflanzen, der 1961 als Film sowie 1981 und 2009 fĂŒr das (englische) Fernsehen adaptiert wurde. Auch die literarische Vorlage zur neuen Sky-Serie Midwich Cuckoos stammt von John Wyndham und kam 1957 unter eben diesem Titel heraus, wurde 1960 jedoch als „Village of the Damned“ wiederveröffentlicht, wĂ€hrend der Roman hierzulande als „Es geschah am Tage X“ sowie in spĂ€teren Jahren als „Kuckuckskinder“ herauskam. „The Midwich Cuckoos“, der als Wyndhams Meisterwerk gilt, wurde vor der neuen Serie genaugenommen bereits dreimal verfilmt: 1960 unter dem Titel „Das Dorf der Verdammten“, dem 1964 „Die Kinder der Verdammten“ folgte (zwar nicht basierend auf einem Roman Wyndhams, da dieser eine bereits begonnene Fortsetzung nach kurzer Zeit verwarf, aber auf Motiven des existierenden) sowie 1995 unter dem gleichen deutschen Titel wie die Erstadaption eine Neuverfilmung mit dem als „Superman“ bekannten Christopher Reeve sowie Kirstie Alley („Star Trek II“) in den Hauptrollen, inszeniert von Horrorfilm-Legende John Carpenter.
Moderne Version eines klassischen Schauerstoffes

FĂŒr die siebenteilige Serienadaption, die ab dem 16. Juni bei Sky Atlantic und Sky Max zu sehen sein wird, holte man als Showrunner David Farr an Bord, der diesen Posten zuvor bei der erfolgreichen Action-Serie Hanna bekleidete (hierzulande zu sehen bei Amazon Prime), nachdem er auch am Drehbuch des der Serie zugrunde liegenden Films „Wer ist Hanna?“ mitschrieb. Realisiert wurde Midwich Cuckoos im Auftrag von Sky in Kooperation von Snowed-In Productions, DayOut Productions und Route 24. SelbstverstĂ€ndlich handelt es sich bei der Serie um eine zeitgemĂ€Ăe Umsetzung von Wyndhams klassischem Roman und den Verfilmungen aus den 60er-Jahren, dessen Handlung bereits John Carpenter vom lĂ€ndlichen England nach Kalifornien verlegt hatte. Zwar sind sĂ€mtliche agierende Charaktere neu, doch Ă€ndert sich nichts an der unheimlichem GrundprĂ€misse der plötzlichen Schwangerschaft aller Frauen einer Kleinstadt, die daraufhin einander Ă€hnelnde Ă€uĂerst bedrohliche Kinder gebĂ€ren.
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Der Pilotfilm
Zwar prĂ€sentiert sich die erste Folge der neuen Serienadaption solide inszeniert von Alice Troughton (Regisseurin bei unter anderem Doctor Who und Torchwood) und bietet sicherlich nicht den geeigneten Stoff fĂŒr Action, doch rechte Spannung will erst einmal auch nicht aufkommen: DafĂŒr sind die Vorstellungen der höchst unterschiedlichen Hauptcharaktere entschieden zu zeitaufwĂ€ndig. Ehe der Zuschauer (der den Roman und die vorherigen Verfilmungen nicht kennt) dahinterkommt, auf was das Gezeigte eigentlich hinauslĂ€uft, ist die Folge bereits vorbei. Es bleibt zu hoffen ĂŒbrig, dass man in den kommenden Episoden den subtilen Grusel der Situation besser zum Tragen bringt, da es ĂŒberaus schade wĂ€re, einen derart interessanten Stoff nicht dementsprechend auszuschöpfen.
Immerhin jedoch weckt das Ende der Folge (deren Stil vage an die 2019 gestartete Serien-Neuadaption von „Krieg der Welten“ erinnert) durchaus das Interesse an den weiteren Teilen und damit verbunden den nachfolgenden Geschehnissen. NatĂŒrlich sind die EinfĂŒhrungen agierender Charaktere einer neuen Serie grundsĂ€tzlich wichtig, aber dies hĂ€tte in einem höheren ErzĂ€hltempo geschehen können. Aus diesem Grund gibt es fĂŒr den Anfang auch nur drei von fĂŒnf Kuckuckseiern - verbunden mit dem Wunsch nach einer narrativen Steigerung.