
Zu Beginn der neuen TBS-Comedy Men at Work wurde Milo (Danny Masterson) gerade von seiner Freundin verlassen und seine besten Freunde bemühen sich darum, ihn aufzuheitern. Rückblenden verdeutlichen dabei auf altbewährte, aber gelungene Weise die Diskrepanzen zwischen Milos beschönigter Trennungsschilderung und der unvorteilhaften Realität.
Seit dem breakup ist bereits eine ganze Stunde vergangen, was für die Jungs Anlass genug ist, um den neuen „Single-Penis“ so schnell wie möglich „auf eine Probefahrt zu schicken“.
Freund Neal (Adam Busch) arbeitet als Reporter, könnte in seiner Cordjacke und der Brille aber auch als Mathelehrer durchgehen. Er ist mit Amy (Meredith Hagner) zusammen und somit der einzige in der Männerrunde, der kein Single ist. Fotograf und Frauenvernascher Gibbs (James Lesure) ist mit dem unfreien Zustand seines Freundes nicht einverstanden. Er plädiert dafür, dass auch Neal - samt seiner balls, die sonst in Amys Handtasche verwahrt werden - den anderen bei ihrem „Feier“abend Gesellschaft leistet.
Obwohl sich Neal keine Sorgen darüber machen muss, wen er wie in sein Bett bekommt, plagen auch ihn Probleme: Amy möchte ihr Sexleben etwas abwechslungsreicher gestalten, weswegen er die Expertise von Schreiberling Milo zum Thema Dirty Talk einholt. Zunächst manifestieren sich Milos Ratschläge in einer etwas unkonventionellen Herangehensweise: Neal entgegnet auf das „Sexy Beast“, dass Amy ihm durch das Telefon entgegenhaucht, ein unkonventionelles „Ich will dich auch, mein kleiner Affenhai“.
Frauenfreund Gibbs möchte statt Worten lieber Taten sprechen lassen und gerät dabei ausgerechnet an die Putzfrau von Artikelautor Tyler (Michael Cassidy), der das Quartett vervollständigt.
Einer für alle und alle für die Frauen
Mit Neal gehen im Kampf gegen seine sexuellen Hemmungen derweil die Affenhaie durch. So versucht er, Amy mit einem enthusiastischen („Ich reiße dir den Kopf ab und kacke dann in die Ecke“) zu begeistern.
Die anderen Drei sind zur gleichen Zeit auf der Pirsch nach Frischfleisch. Mit scharfem Auge begutachten sie die potentielle Beute. Da fällt schon einmal eine junge Dame wegen ihrer - nicht gänzlich natürlichen - Bräune dem Ausschlusskriterium „Hur(enor)ange“ zum Opfer.
Als sich ein Konflikt mit einem pöbelnden „Portemonnaie-an-einer-Kette-Träger“ anbahnt, kann Tyler den Schläger so hämisch-clever außer Kraft setzen, dass man ihn dafür umarmen möchte. Der Charakter besticht neben seiner scharfzüngigen Schläue auch durch Loyalität gegenüber seinen Freunden - solange sie ihre Finger von seinem Reinigungspersonal lassen.
Milos Bemühungen, sich ein Stück „Rebound Ass“ (quasi Übergangsarsch) zu sichern, scheitern fast so kläglich wie Neals Dirty Talk. Der frisch Verlassene hat noch einen steinigen Weg vor sich, bis er die Ex vergessen kann. Dabei steht ihm zum Glück sein Freundetrio zur Seite. Die sympathischen wingmen werden schon dafür sorgen, dass aus Milo kein Ted wird...
Fazit
Die Interaktion der vier Freunde ist spritzig, die Dialoge sind gut geschrieben und voller Wortwitz. Aus der selbstironischen Darstellung menschlicher Schwächen wird in ihrer Schlagfertigkeit ein verbalhumoriges Kreuzfeuer. Besonders wenn die Jungs dabei einen Fuß über die Grenze des guten Geschmackes strecken, lassen sich hämische Lachsalven nur schwer zurückzuhalten.
Die in der Pilotepisode eingeführte Handlung bietet reichliches Entwicklungspotential für die Charaktere. Milo, Gibbs, Tyler und Neal bilden ein vielversprechendes Gespann, das den Zuschauern von Men at Work hoffentlich lange für ein effektives Lachmuskeltraining zur Verfügung stehen wird.