Am Dienstag startete der kleine Sender The CW mit der Ausstrahlung seines neuen Serienablegers zu Melrose Place. Sydney, Michael und viele neue Gesichter agieren mit Sex, Drama und einem Mordfall in dem berühmten Wohnkomplex am 4616 Melrose Place. Worum geht es diesmal, wer sind die neuen Charaktere und kann man sich darauf freuen? Im Review erfahrt ihr mehr.

Der junge Cast von Melrose Place / (c) The CW/ Patrick Ecclesine
Der junge Cast von Melrose Place / (c) The CW/ Patrick Ecclesine

Mit einer schnellgeschnittenen Clubszene beginnt die Neuauflage zu Melrose Place. Schöne Menschen haben Sex in abgeschiedenen Räumen und nehmen angeblich Kokain. So wird der neue Character David (Shaun Sipos) eingeführt, der während des Liebesspiels aber doch zum Telefon greift und in die berühmte Adresse 4616 Melrose Place zurückkehrt, um seine Ex-Affaire Sydney zu treffen. Sydney, die eigentlich in Staffel 5 des Originals gestorben ist, will den jungen Beau verführen und/oder erpressen. Die 41-jährige Laura Leighton, die für ihre Rolle 1995 sogar mit einer Golden Globe-Nominierung bedacht wurde, spielt bei der ersten Szene der Neuauflage so stümperhaft, dass wir bei ihren ersten Worten „You came?“ uns gewünscht hätten, sie wäre nicht zum Leben erweckt worden.

Der Todesfall im Swimming Pool

Am nächsten Morgen wird das Traumpaar Riley und Jonah eingeführt. Die beiden putzen sich mit zum pyjamapassenden Zahnbürsten die Zähne und nach einem herzerweichenden Heiratsantrag von Jonah müssen sie mit den Nachbarn der Anlage die Leiche Sydneys im Pool vorfinden. Hierbei werden auch die weiteren neuen Charaktere eingeführt. Der Koch und Ex-Alkoholiker Auggie (Colin Egglesfield), der Sydney von früher kannte, die Medizinstudentin Lauren (Stephanie Jacobsen), die Geldprobleme hat und diesbezüglich ein unmoralisches Angebot erhält und die neu hinzugezogene junge Violet, die anscheinend auch ein Geheimnis mit Sydney verbindet, da sie zum Schluss ein Bild von ihr einsteckt. Warum Ashlee Simpson-Wentz für die Rolle des kleinen Mädchens gecastet wurde, bleibt schleierhaft, denn ihre Schauspielkunst hat sich seit ihren Auftritten bei 7th Heaven nicht verbessert. Mit einem gelungenen Casting dieser Rolle hätte man vielleicht noch die jungen Zuschauer von 90210 halten können, was jetzt mit der untalentierten Paparazzi-Ablichtung Simpson-Wentz kaum gelingen kann.

Michael Rady als Jonah in Melrose Place © The CW/ Patrick Ecclesine
Michael Rady als Jonah in Melrose Place © The CW/ Patrick Ecclesine

Wo bleibt die Bitch des Hauses?

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Heather Locklear, die jahrelang die größte „Bitch“ am Melrose Place, Amanda Woodward, verkörperte, hat noch nicht zu einem Gastauftritt zugestimmt. So haben die Produzenten einfach eine Mini-Amanda mit der Rolle der Ella (Katie Cassidy) eingeführt. Sie ist ähnlich wortgewandt, PR-Frau, (bi-)sexuell aktiv, hätte auch ein Motiv, um Sydney umzubringen und auch noch in den guten Jungen von nebenan Jonah verliebt. Dieser dreht als eigentlicher Filmregisseur auf einer Party in Malibu ein Geburtstagsvideo und erwischt den gastgebenden Produzenten in flagranti mit der besten Freundin der Tochter. Wird er die ihm gebotenen 100.000 Dollar annehmen und wird sein Antrag an Riley angenommen werden? Michael Rady verkörpert die Rolle des guten Jungen Jonah, eine Rolle die sich kaum von seinem vormaligen Charakteren bei Greek oder Swingtown unterscheidet. Insgesamt hätte man den Charakteren etwas mehr Tiefgang gewünscht. Der böse Junge David, der nebenbei noch in Häuser einbricht und sich nicht an die Vorfälle der Todesnacht erinnern kann, der starke Ex-Alkoholiker Auggie, der nachts mit dem Motorrad umherfährt und Beweise vernichten muss, die liebe Studentin, die sich für Geld dann doch noch prostituiert und alle anderen Storylines sind nichts wirklich Neues und geben den Schauspielern auch wenig Möglichkeiten zur Entfaltung.

Der zweite Rückkehrer bei diesem Seriensequel ist Michael (Thomas Calabro). Er ist nicht nur der Vater von David, sondern hat als verheirateter Familienvater natürlich auch ein Geheimnis und ein Interesse an Sydneys Tod.

Fazit

Es bleibt abzuwarten, ob die nächsten Episoden den langweiligen „Wer hat Sydney umgebracht?“-Plot in spannendere Bahnen bringen kann und ob die Charaktere doch noch an Tiefgang gewinnen, damit die Zuschauer ein weiteres Mal einschalten. Denn sobald die Season offiziell beginnt, wird es Melrose Place mit dem schwachen Lead-in 90210 am Dienstagabend im amerikanischen Fernsehen auf diesem Niveau schwer haben, wie bereits die Quoten des Staffelstarts bewiesen haben ###news0###.

Und zum Abschluss der Vergleich mit dem Vorspann von Melrose Place aus den farbenfrohen 90er Jahren.

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