Masters of the Universe - Revolution: Selbst für Könige - Review der Pilotfolge

Masters of the Universe - Revolution: Selbst für Könige - Review der Pilotfolge

Nach insgesamt zehn Folgen der Serie „Masters of the Universe: Revelation“ folgen fünf Episoden von „Masters of the Universe: Revolution“ bei Netflix. Kevin Smith und sein Team setzen die Handlung mit einer Technobedrohung und einer großen Veränderung für die Königsfamilie fort.

Wie ist die Serie „Masters of the Universe: Revolution“ gelungen?
Wie ist die Serie „Masters of the Universe: Revolution“ gelungen?
© Netflix/Mattel

Showrunner Kevin Smith und sein Team haben He-Man und seine Masters of the Universe durch Masters of the Universe: Revelation bei einer großen Zahl von Serienjunkies wohl wieder aufleben lassen. Nun folgt mit dem zunächst auf fünf Episoden ausgelegten Masters of the Universe: Revolution die direkte Nachfolgeserie als klassische Animationsserie, während es zwischenzeitlich auch noch die CGI-Serie He-Man and the Masters of the Universe gab, die sich an jüngere Zuschauer richtete.

Dem Vorgänger haben wir uns bei SERIENJUNKIES.DE® an mehreren Stellen bereits ausführlich gewidmet, was gerne nachgelesen und nachgehört werden kann:

Die Horde kommt in der Serie „Masters of the Universe: Revolution“

Die Technoschurken aus „Masters of the Universe: Revolution“
Die Technoschurken aus „Masters of the Universe: Revolution“ - © Netflix/Mattel

Relativ nahtlos schließt die neue Serie „Revolution“ daran an. Skeletor (Mark Hamill), der zwischenzeitlich gottgleiche Kräfte erhalten hatte, wobei Selbiges auch für Evil-Lyn (Lena Headey) galt, wurde besiegt, doch in einer letzten Szene gab es den Teaser auf das Auftauchen von Motherboard und Hordak, die die Technologie zurück nach Eternia und in die anderen Reiche bringen...

Für die Intros der Folgen (bisher konnten wir zwei sichten, Screener gab es leider keine vorab) bedient man sich an den Mini-Comics und an dem malerischen Gemälde-Stil von einst. Auch sonst geht es gefühlt dieses Mal etwas traditioneller zu.

Adam (Chris Wood) und Orko schauen bei Scareglow in Subternia vorbei, wo dieser zwei gefallene Kameraden gefangen hält und nicht freilassen will. Also muss He-Man her und statt Diplomatie die „Macht von Grayskull“ demonstriert werden. Weitere Verbündete - darunter Andra (Tiffany Smith), die neue Person in der Man-at-Arms-Position, und selbst König Randor (Diedrich Bader) in einer Rüstung, die stark an den Hulkbuster aus dem MCU erinnert - mischen mit, um Scareglow Einhalt zu gebieten. Schließlich ist Teela aka Sorceress (in dieser Serie gesprochen von Melissa Benoist) das Zünglein an der Waage und man feiert einen Sieg. Doch dieser kommt nicht ohne Preis daher. Der König ist krank und hat dies vor seinem Sohn verschwiegen...

He-Man vs. Scareglow in der Serie „Masters of the Universe: Revolution“
He-Man vs. Scareglow in der Serie „Masters of the Universe: Revolution“ - © Netflix/Mattel

Also wird Adam zum neuen König, es sei denn, es findet sich eine andere Lösung. Der König auf dem Totenbett glaubt nämlich daran, dass Champion von Eternia und Regent sich nicht unter einer Krone vereinbaren lassen. Dann geht alles recht schnell und zwischen Beerdigung und Adams Krönung liegt nur einen Tag.

Doch genau da taucht jemand auf, den niemand auf dem Schirm hatte: Prinz Keldor (William Shatner) also Adams Onkel, der der erste Sohn des Großvaters Miros ist und somit Ansprüche auf den Thron erheben könnte...

Ersatz für Preternia

Teela aka Sorceress in der Serie „Masters of the Universe: Revolution“
Teela aka Sorceress in der Serie „Masters of the Universe: Revolution“ - © Netflix/Mattel

Teela, die heftig mit Adam flirtet, ist derweil damit beschäftigt, nach der Zerstörung von Preternia - also der himmlischen Nachwelt oder dem Walhalla der Helden - eine Lösung für die Heldenseelen zu finden, die nun kein Zuhause nach dem Tod mehr haben und macht sich inspiriert durch einen Besuch bei ihrer Mutter auf, mehr über die beiden anderen Magie-Arten zu lernen. Dabei trifft sie in der zweiten Episode nicht nur auf den Drachen Granamyr, sondern auch auf Evil-Lyn, die eigentlich im Exil sein sollte...

Benoist passt im englischen Original stimmlich sogar besser zu dieser Sorceress-Version von Teela, während Sarah Michelle Gellar durchaus zur Tomboy-Version der Figur passte. Das Zusammenspiel mit Heady ist bisher amüsant und die Cersei-Darstellerin aus Game of Thrones wieder ein kleines Highlight der bisherigen Folgen. Insgesamt ist der Voice-Cast natürlich stark mit Stimmen wie Hamill, aber auch Keith David als Hordak und William Shatner als Keldor, wobei vor allem „The Shat“ komplett sein eigenes Ding durchzieht. Allerdings sind selbst kleinere Rollen gut besetzt.

Back to the Roots, aber auch wieder Emotionen und Action

Die beiden Folgen bieten jeweils eine solide Mischung aus Action und emotionalen Momenten, denn in der ersten Episode wird bereits das Ableben des Königs thematisiert, wobei sich Kevin Smith es nicht nehmen lässt, seinen persönlichen Verlust zu verarbeiten. Wer die zahlreichen Podcasts von Smith verfolgt, dem kommt die Geschichte über das Fahrrad, das ein Vater für seinen Sohn gebaut hat, bekannt vor... Auch andere Erlebnisse hatte er in seinen Filmen von „Clerks“ über „Jersey Girl“, „Jay and Silent Bob Reboot“ bis hin zu „Clerks III“ verarbeitet und leicht abgewandelt präsentiert. Bei seinen letzten Werken vor allem seine eigene Sterblichkeit und gesundheitliche Probleme.

Es wirkt - zumindest oberflächlich - so, als habe man sich auch manche Kritik am Vorgänger zu Herzen genommen und so konzentriert man sich diesmal auf eine traditionellere, aber doch weiterhin durchaus moderne Auslegung der Mythologie. Man baut auf den etablierten Reichen (Eternia, Preternia, Subternia und so weiter) auf, steigt tiefer in die Welt der Magie (mit den Zoar, Ka und Havoc) ein und liefert altbekannte Schurken mit neuem Anstrich (wie Skeletor, Hordak und Motherboard).

Natürlich lässt man sich auch keine Chance für kurzen Fanservice entgehen und baut genug Figuren und neue Varianten, wie etwa „Skeletek“ (und seine Schergen), ein, um bestenfalls neues Spielzeug an Jung- und (vor allem) Altfans mit genug Geld und Platz zu verkaufen. Das Pacing der ersten beiden Folgen finde ich wieder recht gelungen und man streckt die Laufzeit nicht unnötig über die 30-Minuten-Marke, sondern bleibt bei fünf Folgen, die man recht schnell konsumieren kann.

Best of Popkultur und „He-Man“-Fundus

„Skeletek“ in der Serie „Masters of the Universe: Revolution“
„Skeletek“ in der Serie „Masters of the Universe: Revolution“ - © Netflix/Mattel

Hier und da bedient man sich bei Größeren der Popkultur. Die Hulkbuster-Rüstung habe ich schon erwähnt, der Drache sieht aus wie diverse legendäre Drachen, wobei ich entweder an Smaug (aus „Der Hobbit“) oder Fin-Fang-Foom von Marvel denken musste. Die „GoT“/House of the Dragon-Drachen könnten natürlich auch inspiriert haben. Der Bot, mit dem Skeletor Eternia angreift, damit Keldor sich in Folge zwei namens Ascension als Held beweisen kann, verorte ich optisch irgendwie als eine Mischung aus Engel und EVA-01 aus Neon Genesis Evangelion.

Etwas offensichtlich ist vielleicht die Entwicklung rund um Keldor, wobei es sich hierbei um eine Figur handelt, die in diversen anderen „MotU“-Stoffen auch schon aufgetaucht ist. Besonders in der „200x“-Serie, in der aus ihm Skeletor wurde... Diesmal ist es eben ein Geheimplan von Motherboard, die sich als Skeletor ausgibt und Skeletor, der sich als Keldor ausgibt, um sich Vertrauen zu erschleichen und den Thron zu besteigen. Dennoch kann man gespannt sein, wie sich das in den weiteren Episoden entwickelt...

Wahrscheinlich läuft das alles später irgendwie doch darauf hinaus, dass es Adam schafft, Championrolle und Königsamt unter einen Hut zu bekommen, aber der Weg ist eben oft auch das Ziel.

Der große Wow-Moment, den die Vorgängerserie mitbrachte, will sich diesmal bisher nicht ganz einstellen, aber es ist ohnehin schwer, zweimal eine Art lightning in a bottle einzufangen. Wer also seinen Spaß mit „Revelation“ hatte, könnte sicherlich auch eine kurzweilige Zeit mit „Revolution“ haben - und falls doch nicht, dann hat man maximal etwas über zwei Stunden „verschwendet“.

Fazit

Adam und Teela in „Masters of the Universe: Revolution“
Adam und Teela in „Masters of the Universe: Revolution“ - © Netflix/Mattel

Die Basis von „Masters of the Universe: Revelation“ wird in „Masters of the Universe: Revolution“ ausgebaut, mit der Horde und Technoschurken sowie neuen magischen Komponenten versehen und um einige Fanfavoriten aus der Spielzeugreihe und alten Cartoons ergänzt. Das ist vielleicht keine wirkliche Revolution im eigentlichen Sinne, aber solide Actionkost für zusätzlichen emotionalen Unterbau und mit Liebe für die Figuren, die in der Ursprungs-Adaption recht eindimensional waren.

Dreieinhalb von fünf Zauberschwerter dafür.

Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur Serie „Masters of the Universe: Revolution“ mit dem Song „You're the Best“ (in deutscher und englischer Fassung):

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