Masters of the Air 1x01

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Das passiert in âMasters of the Airâ
1943, England: Die 100th Bombardment Group ist in Masters of the Air soeben von den USA auf die Insel versetzt worden, um dort mit ihren B-17 Bombern, auch Flying Fortress genannt, zum Luftschlag gegen Nazi-Deutschland auszuholen. AngefĂŒhrt wird die Einheit von den Freunden Major Gale „Buck“ Cleven (Austin Butler) und Major John „Bucky“ Egan (Callum Taylor), die ihre Kameraden in den Kampf fĂŒhren. Doch bis zum Sieg ist es ein weiter Weg, den nicht jeder Soldat ĂŒberlebt. Mit der Zeit mĂŒssen sich Buck und Bucky an das Trauma des Krieges und an den Verlust guter MĂ€nner gewöhnen, die fĂŒr sie Teil ihrer Familie geworden sind.
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Ein hoch ambitioniertes Kriegsdrama

2001 sorgte das zehnteilige Kriegsdrama Band Of Brothers international fĂŒr Furore und wurde aufgrund ihrer historischen Genauigkeit, des grandiosen ErzĂ€hlstils und kinoreifer Inszenierung vielfach ausgezeichnet. Neun Jahre spĂ€ter wiederholten Tom Hanks und Steven Spielberg ihren Erfolg mit „The Pacific“, die nicht weniger beindruckend war. 13 Jahre weiter holt das erfolgreiche Produzentenduo erneut aus und liefert nach einer wahren Produktionsodyssee endlich Nachschub fĂŒr die groĂe Fangemeinde der VorgĂ€nger. Wie zuvor setzen sie dabei auf historische Akkuratesse und orientieren sich an dem Sachbuch „Masters of the Air: America's Bomber Boys Who Fought The Air War Against Nazi Germany“ des emeritierten Geschichtsprofessors Donald L. Miller. Miller lehrte am Lafayette College in Pensylvania und ist seit Jahren in beratender Funktion fĂŒr historische Produktionen, unter anderem bei HBO tĂ€tig, die das Projekt zunĂ€chst unter ihre Fittiche genommen hatten. 2019 stiegen die Game of Thrones-Macher jedoch aus und Amblin Television und Playtone schlossen sich mit Apple TV+ zusammen.
Und das war ein GlĂŒck, denn sonst wĂ€re diese hochambitionierte Serie vielleicht niemals - oder zumindest wesentlich spĂ€ter erschienen. Wie schade das gewesen wĂ€re, wird schon nach Sichtung der ersten 30 Minuten deutlich. Wie „Band of Brothers“ und „The Pacific“ setzt auch „Masters of the Air“ auf einen an den Ereignissen beteiligten ErzĂ€hler, der die Geschichte aus dem Off unterstĂŒtzend begleitet und der Serie damit den Touch einer Autobiografie verleiht. Dieser dramaturgische Kniff sorgt dafĂŒr, dass man die involvierten Figuren von Beginn an sehr nah an sich heranlĂ€sst. Es ist indes nicht sonderlich schwierig, Sympathien fĂŒr die zahlreichen Protagonisten zu entwickeln, wobei man sich zunĂ€chst einmal gar nicht alle Namen merken kann und die Soldaten eher in die Kategorie ihrer Funktion einteilt.
Die Flying Fortress war mit zehn Personen bestĂŒckt, wobei die beiden Piloten „Buck“ und „Bucky“ zwar im Vordergrund der ErzĂ€hlung stehen, aber die Geschichte bei Weitem nicht alleine tragen. Als wichtig erweist sich beispielsweise genauso der Navigator Harry Crosby (Anthony Boyle), zu dem man allein schon deshalb schnell eine Beziehung aufbaut, weil er gerne einmal luftkrank wird und sich in seinen Helm ĂŒbergibt.
Idealisiert, aber sehenswert

Insgesamt zeichnet die Serie das Bild von jungen, heldenhaften amerikanischen Soldaten, die alles dafĂŒr geben, den Krieg zu gewinnen. Obwohl die Art der Darstellung fraglos idealisiert ist, kann man sich doch des GefĂŒhls nicht erwehren, die MĂ€nner zu mögen und mit ihnen zu hoffen, nach ihren EinsĂ€tzen heil zurĂŒckzukehren. Spielberg und Hanks machen allerdings auch keinen Hehl daraus, dass die Chancen zu ĂŒberleben, fĂŒr die Jungs schlecht stehen. Es ist eine bekannte Tatsache, dass nur die Verluste unter den U-Bootbesatzungen höher waren.
Allein 4754 B-17 verlor die US-Air Force wĂ€hrend des Luftkampfes ĂŒber Deutschland, andere Bomber sowie BegleitjĂ€ger noch gar nicht mitgerechnet. Die Pilotepisode trĂ€gt dem mit einem ersten Einsatz Rechnung, der schrecklich schieflĂ€uft. Drei von 18 Maschinen werden abgeschossen, ohne dass der Verband auch nur eine einzige Bombe abwerfen kann. So wird schnell deutlich, worauf sich die Soldaten einlassen. Sie leben mit dem Wissen, bei jedem Einsatz Freunde zu verlieren oder selbst sterben zu mĂŒssen. Das alles ist ebenso dramatisch wie actionreich in Szene gesetzt, wobei aber auch die entstehenden familiĂ€ren Bindungen im Verband nicht zu kurz kommen.
Visuell brillant

Wie oben bereits erwĂ€hnt ist „Masters of the Air“ technisch brillant und visuell auf höchstem Niveau umgesetzt. Die Produktionskosten lassen sich zwar laut eingehender Berichte von Deadline, Hollywood Reporter und anderen renommierten Medien nicht exakt erfassen, liegen aber irgendwo zwischen 200 und 300 Millionen Dollar. Und das merkt man der Produktion entsprechend an. Einige Beispiele sollen den hohen Aufwand an dieser Stelle verdeutlichen: So wurden etwa zwei vollstĂ€ndige B-17-Replikate gebaut, ein vollstĂ€ndiges Kriegsgefangenenlager sowie eine maĂstabs- und detailgetreue Nachbildung des 1956 stillgelegten MilitĂ€rflughafens RAF Thorpe Abbotts.
Die maĂgeblich durch CGI-Effekte getragenen Spezialeffekte offenbaren darĂŒber hinaus ebenfalls eine groĂe Detailliebe und den oben bereits erwĂ€hnten Hang zur AuthentizitĂ€t. Ăberall um die Piloten herum schlagen die Granaten der 88- und 105-Millimeter-FLAKS der deutschen Luftwaffe ein, Motoren explodieren, Flugzeuge schmieren ab, Bomben fallen und hunderte Meter unter den Maschinen scheint die Erde in Flammen zu stehen. Die Bilder wirken so glaubwĂŒrdig, dass man ihnen schon fast Dokumentationscharakter zuschreiben könnte. Doch auch in den Flugzeugen geht es heiĂ her. MG-SchĂŒtzen werden vom Feuer der feindlichen Me109-JĂ€ger getroffen, Metallsplitter sirren durch die Luft, Blut spritzt und MĂ€nner erleiden in den MG-Kuppeln ihrer fliegenden Festungen Erfrierungen. Mit anderen Worten sieht „Masters of Air“ absolut hochklassig aus, womit sich die Serie sowohl inhaltlich als auch audiovisuell als sehenswert erweist.
Fazit
Steven Spielberg und Tom Hanks haben es erneut geschafft, den zweiten Weltkrieg auf visuell höchstem Niveau auf die heimischen Bildschirme zu bringen und die Geschichte einer Gruppe MĂ€nner zu erzĂ€hlen, die vom ersten Moment an mitreiĂt. Der gut gewĂ€hlte Cast, der klassische ErzĂ€hlstil, die Sets, die CGI, die Detailliebe und ein heroisch-dramatischer Score sorgen gleichermaĂen fĂŒr inhaltliche und optische Schauwerte.
Fans von „Band of Brothers“ und „The Pacific“ werden sich bei Masters of the Air direkt zu Hause fĂŒhlen und erleben ein ebenso dramatisches wie spannendes Kriegsdrama, dass vielleicht ein wenig zu unkritisch mit dem Thema Heroisierung des Soldatentums umgeht, dafĂŒr aber Unterhaltung vom Feinsten bietet und Figuren prĂ€sentiert, mit denen man gerne mitfiebert. 4,5 von 5 Punkten
Englischer Trailer zu „Masters of the Air“:
Verfasser: Reinhard Prahl am Freitag, 26. Januar 2024Masters of the Air 1x01 Trailer
(Masters of the Air 1x01)
Schauspieler in der Episode Masters of the Air 1x01
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