Mit dem Backing von Snoop Dogg hat MTV sich an einer Stoner-Comedy um zwei junge Frauen im Weed-Business probiert. Doch ist Mary + Jane großartiger Stoff oder doch eher ein mieses Produkt zweiter Klasse?

Nicht Mary und Jane, sondern Paige (Jessica Rothe) und Jordan (Scout Durwood) in „Mary + Jane“ / (c) MTV
Nicht Mary und Jane, sondern Paige (Jessica Rothe) und Jordan (Scout Durwood) in „Mary + Jane“ / (c) MTV

Wenn Cordozar Calvin Broadus, Jr., aka Snoop Dogg, aka Snoop Lion, aka The Artist formerly known as Snoop Doggy Dogg sich an einer Serienproduktion beteiligt, dann sollte es eigentlich schon klar sein, worum es geht: Good old „Mary Jane“. Doch kann die von Snoop mit produzierte MTV-Comedy Mary + Jane auch nüchtern unterhalten? Meh...

Mary + Jane“ dreht sich um die Mittzwanziger Jordan (Scout Durwood) und Paige (Jessica Rothe), die gemeinsam den titelgebenden Medical-Marihuana-Lieferdienst „Mary + Jane“ betreiben. Ihr Ziel ist es, den konkurrentenstarken Grasmarkt von Los Angeles zu dominieren und die Nummer eins der „Ganjapreneurs“ zu werden.

Auf diesem Weg begleiten wir die beiden in einer Serie, die genauso die Generation der jungen Damen und die Stadt LA an sich kritisieren möchte, wie zu unterhalten. Doch dabei hat sich „Mary + Jane“ in seiner Pilotepisode an der einen Stelle etwas zu viel, an der anderen Stelle nicht genug vorgenommen.

Das sollen wohl Brad Pitt und Angelina Jolie sein... © MTV
Das sollen wohl Brad Pitt und Angelina Jolie sein... © MTV

Let's do it human style

Denn vieles wirkt seltsam und unpassend in dieser Pilotepisode. Da fällt zunächst der Hund von Jordan auf, „Daniel Day Lewis“. Dessen übersetzte Äußerungen sind für den Zuschauer als Untertitel zu sehen, der uns verrät, dass der kleine Rüde auf Paige steht. Das bringt zwar ab und an durchaus einmal kleine Lacher, wird aber nirgendwo in irgendeiner Form wieder aufgegriffen. Kein anderes Tier teilt uns seine Gedanken mit, der Hund als zusätzlicher Charakter wirkt wie ein im Nachhinein eingebautes Gimmick, das uns sagen möchte: „Lach! Bitte Lach! Wir sind lustig!

Ähnlich wirr wirkt auch Jordans Ausflug in die Villa von Brad Pitt und Angelina Jolie, der, da man die Darsteller selbst natürlich nicht verpflichten und noch nicht einmal nennen konnte, unter Drogeneinfluss zum bizarren Anderswelttrip wird, in dem Brad ein Hühnchen und Angelina ein Skelett ist. Doch der abgedrehte Humor dieser Handlung in der Villa will gar nicht zum Rest der Episode passen, die eigentlich eher auf klassischen Sitcomhumor setzt.

I gave up my lifestyle blog for this!

Was dagegen zumindest auf irgendeiner Ebene unterhält, ist die leichte Sozialkritik, die „Mary + Jane“ gerne einbaut. Mehrmals stehen die beiden Freundinnen etwa Schlange für irgendein neues Hipsterfood, das ihnen von einer nervtötenden Freundin empfohlen wurde, wobei es sich beide Male natürlich um relativ uninspirierte Speisen handelt - etwa Toastbrotscheiben ohne Belag -, die sich, pardon, verkaufen wie geschnitten Brot. Wer einmal in Berlin war, dem dürfte diese Mentalität nur allzu bekannt vorkommen.

Doch wenigstens die beiden Hauptdarstellerinnen schaffen es meist, sympathisch und natürlich rüberzukommen, auch wenn sie stellenweise etwas blass bleiben. Das schafft die Serie mit einem Kniff: Anders als etwa in Girls oder Fleabag stehen die beiden nicht für die Welt, die kritisiert wird. Sie sind vielleicht etwas naiv, aber keinesfalls so selbstzentriert wie etwa Lena Dunhams Hannah aus „Girls“. Die beiden sind einfach nur etwas unsichere Mädchen, die versuchen, etwas aus sich zu machen.

Verkauft sich wie geschnitten Brot: geschnitten Brot. © MTV
Verkauft sich wie geschnitten Brot: geschnitten Brot. © MTV

Da ist es auch angenehm, dass es sich bei Jordan und Paige nicht um die klassischen Hollywood-Stoner à la Seth Rogen handelt, sondern um eigentlich normal scheinende Mädchen, die einfach auch sehr gerne Gras rauchen. Das bringt jedoch auf der Kehrseite mit sich, dass man den beiden ihre Expertise und Liebe zum grünen Gold noch nicht wirklich abnimmt. Aber na gut, das kann sich ja auch noch über die Laufzeit der Serie entwickeln.

Fazit

Letztendlich darf man sich von „Mary + Jane“ nicht zu viel erwarten. Es handelt sich hier um einen teilweise ganz witzigen Halbstünder, der zumindest in der Pilotfolge mehr das Hipstertum als das Grasrauchen zum Thema hat. Abzuwarten bleibt, ob das als Alleinstellungsmerkmal reicht oder ob die Serie im Comedymeer untergehen wird.

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