Mandat für Mai: Kritik der Pilotepisode der ZDF-Serie

© Anke Neugebauer/ZDF
Mai (Julia Hartmann) ist die Städterin, die in der Provinz landet, in der sie immer wieder aneckt. Doch die Dörfler und „diese Anwältin aus Berlin“ kommen sich Stück für Stück näher, jede Seite aber auch gefolgt von ihren eigenen Dämonen. Das Konzept ist nicht neu und hat immer mal wieder eine hervorragende Serie hervorgebracht, man denke nur an das Original Mord mit Aussicht... Kann die neue ZDF-Produktion Mandat für Mai daran anschließen?
Wovon handelt die Serie „Mandat für Mai“?
Die Berliner Anwältin macht sich vor dem Morgengrauen auf zu einem Fall. Im beschaulichen Vogtland vertritt sie den Betreiber einer Windkraftanlage, der in einen tödlichen Unfall verwickelt war. Eine Mutter ging mit ihrem Sohn unter der Anlage spazieren, als ein massiver Eisbrocken von den Blättern abrutschte und das Kind tötete. Nun soll der Frieden wiederhergestellt werden und dafür reist Mai, bewaffnet mit einem Scheck, ins Dorf.
Dort wird sie vom Vater des Jungen, der Bürgermeisterin und dem Förster an der Unglücksstelle begrüßt. Von dort geht es direkt in die Dorfkneipe, in der sich alle versammelt haben, die etwas dazu sagen wollen. Mai bietet den Eltern des Kindes einen Scheck über 25.000 Euro an und säht gleichzeitig Zweifel an der Schuld des Betreibers. War es nicht vielleicht doch die Bürgermeisterin, die wusste, dass die Warnschilder gestohlen worden waren und die die Stelle nicht abgesperrt hatte? Oder die Mutter, die trotz der fehlenden Schilder wissen sollte, wie gefährlich ein Gang unter der Maschine bei dem Wetter sein könnte?
Nachdem sie die Kneipe verlässt, lernt sie einen weiteren Einwohner des Dörfchens kennen, nachdem sie aus Versehen in seinen Garten uriniert hat, fährt mit dem Förster auf eine kleine Tour in den Wald, um schießen zu lernen und entscheidet sich plötzlich dazu, dort zu bleiben. Sie kauft also ein Auto und versucht noch einmal eine Annäherung an die Eltern des toten Jungen.
Wie kommt es rüber?
Ergibt das alles Sinn? Nicht so richtig. Die erste Folge der Serie „Mandat für Mai“ leidet im besten Fall unter einem schlimmen Fall der Pilot-Krankheit, in der schlimmeren Version zieht sich die Absurdität durch die weiteren Episoden weiter durch...
Die Drehbuch-Autoren gehen in rasanten Schritten durch Mais Hintergrund und vernachlässigen dabei, ihr Verhalten mit ihrer Geschichte in Einklang zu bringen. Auch die Dorfbewohner werden für den Beginn nicht gerade gut behandelt. Zwischen Klischees jeder Richtung landen die meisten irgendwo zwischen bauernschlau, voller Geheimnisse oder gar in der Kategorie etwas dümmlich.
Zwischendurch scheinen starke Szenen durch, in denen die Serienmacher den Ton einer schwierigen Situation überraschend gut treffen und damit Hoffnung wecken, dass es doch besser werden könnte...
Zweieinhalb von fünf Punkten.