Man Seeking Woman 1x01

Man Seeking Woman 1x01

Was ist das Schlimmste, was einem passiert, wenn man nach einer Trennung versucht weiterzumachen? Diese Frage kann der naive Romantiker Josh beantworten. Die Comedyserie Man Seeking Woman nimmt die Essenz einer unangenehmen Situation und treibt sie mithilfe Hitlers und Trollen auf die Spitze.

Josh (Jay Baruchel) auf einem Blind Date in der Serie „Man Seeking Woman“ / (c) FX Networks
Josh (Jay Baruchel) auf einem Blind Date in der Serie „Man Seeking Woman“ / (c) FX Networks

Die Prämisse der Serie Man Seeking Woman klingt wenig aufregend: Josh (Jay Baruchel; „Drachenzähmen leicht gemacht“, „Goon - Kein Film für Pussies“) wird nach sechs Jahren von seiner Freundin verlassen und, während der heillose Romantiker versucht, über diesen Verlust hinwegzukommen, ist er auf der Suche nach der nächsten großen Liebe. Das könnte in erster Linie langweilig sein, wenn die Autoren nicht der Story einen sehr eigenen Dreh gegeben hätten. Das erste Date wird im wahrsten Sinne des Wortes furchtbar schmerzhaft, der neue Freund der Ex ist in der Tat einer der schlimmsten Menschen der Welt. Doch wenn es gut läuft für Josh, dann aber so richtig. Die neue Sitcom bringt die verzerrte Wahrnehmung nach einer Trennung auf die Mattscheibe.

Worum es geht

Wir lernen Josh kennen, als er gerade die letzten Sachen von seiner Exfreundin Maggie (Maya Erskine, Betas) abholt und schnell wird deutlich, dass diese Trennung ihn härter trifft als sie. Nach dem Ende der sechsjährigen Beziehung hält der naive Romantiker weiter die Hoffnung auf eine Versöhnung hoch, während seine Freunde versuchen, ihn zurück in die Singlewelt zu bringen.

Das erste Date wird von seiner älteren und äußerst erfolgreichen Schwester Liz (Britt Lower, Unforgettable) arrangiert, die es sich auch nicht nehmen lässt, bei selbigem anwesend zu sein. Sie stellt ihrem Bruder Gorbachaka (Raeanna Guitard) vor, die als Schwedin angekündigt wurde und sich als Troll mit Lippenstift aus den Wäldern Skandinaviens entpuppt. Als Josh versucht, das Date tapfer durchzustehen, beleidigt er sie aus Versehen, was in einem tätlichen Angriff ausartet und schließlich damit endet, dass Liz eine Entschuldigung von Josh für ihre Freundin Gorbachaka einfordert.

Das Pech verfolgt Josh weiterhin. Auch, als er kurz Hoffnung auf Besserung schöpft, weil Maggie ihn zu einer Party einlädt, kann man schon ahnen, dass dieser Abend ebenfalls nicht gut enden wird. Auf dem Weg zur Feier trifft er seinen besten Freund Mike (Eric Andre, 2 Broke Girls, Don't Trust the B---- in Apartment 23) und dessen Date Aja, von denen er erfährt, dass Maggie bereits jemand Neues datet. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen 126-jährigen Adolf Hitler (Bill Hader; „Saturday Night Live“, The Mindy Project) handelt, der seinen Tod gefakt und sich die letzten Jahrzehnte in Südamerika versteckt hat. In der Pilotepisode der Serie Man Seeking Woman tritt er als leutseliger alter Mann im Rollstuhl auf, der die besten Geschichten zum Besten gibt und nicht nur Maggie, sondern auch Joshs Freunde damit verzaubert.

Die Party endet für Josh in bekannter Weise: Er wird dieses Mal von Maggie zu einer Entschuldigung Hitler gegenüber aufgefordert und schließlich noch von seinen peinlich berührten Freunden abgehängt. Doch das führt dazu, dass er sich alleine an der Bahnhaltestelle wiederfindet, wo er auf Laura (Vanessa Bayer, „Saturday Night Live“) trifft. Die peinlich bemühte Unterhaltung, die er mit ihr anfängt, gehört zu den besten Szenen der Pilotepisode und endet schließlich auch damit, dass er ihre Telefonnummer bekommt, zwecks Abendessenverabredung.

Von da an läuft alles plötzlich wunderbar für Josh - es folgen Anrufe von der MacArthur Foundation, die ihm den Genius-Grant-Preis verleihen will, für sein Kunststück, Lauras Telefonnummer bekommen zu haben. Kurz darauf ruft auch Präsident Obama durch, um Josh mitzuteilen, dass er eine Inspiration für alle anderen sei. Die Reporter, die vor seiner Wohnung warten und der Stolz seiner Eltern und Freunde gibt Josh dann letztendlich die Kraft, das eingerahmte Bild von Maggie und sich wegzuwerfen.

Wie kommt es rüber?

Hauptfigur Josh ist in einer Situation, die vielen Zuschauern bekannt vorkommen wird: Er durchlebt die Trennung seiner ersten, langjährigen Beziehung und versucht, wieder Fuß zu fassen in einer für ihn ungewohnten Welt aus Dating- und Flirtapps. Dabei durchlebt er die typischen Stationen. Das erste Date nach dem Ende der Beziehung kommt ihm furchtbar vor und die Frau ist, verglichen mit seiner Ex, ein einziger Troll. Der neue Freund seiner Ex ist einer der furchtbarsten Menschen der Welt, doch niemand außer ihm kann das sehen und er muss sich Eifersucht unterstellen lassen.

Die Man Seeking Woman-Macher nehmen dieses Gefühl leichter bipolarer Störung, bei dem abwechselnd das Beste und das Furchtbarste passiert, und verlegen es aus der Wahrnehmung der Hauptfigur in die Serienrealität. Josh fühlt sich nicht nur so, als ob seine Freunde ihn für den neuen Freund der Ex links liegen lassen und ihn anschließend sogar schneiden - sie tun es. Er bildet sich nicht nur ein, dass alle Welt ihn zu seinem ersten erfolgreichen, wenn auch ungelenken Flirtversuch beglückwunscht - sie tun es auch.

Das führt zu einer Mischung aus amüsanten und seltsamen Szenen. Das Date mit dem Troll hat spaßige Momente alberner Natur, wenn sie zum Beispiel die Zwölf-Dollar-Rose isst, die er ihr gerade gekauft hat. Auch der Hitler-Witz kann einen oder zwei Lacher landen, vor allem durch die Absurdität, die durch das Verhalten von Maggie und den anderen entsteht. Zum Beispiel, wenn sie ihm sagt, dass sie gerne damals schon mit ihm zusammen gewesen wäre und er ihr mit einem Nasenstupser antwortet, dass sie tot gewesen wäre. Oder, wenn alle in stehpartytaugliche Smalltalkseufzer ausbrechen, als Maggie nach einem „Hauptsache deutschen“ Bier verlangt.

Am stärksten ist die Comedy jedoch, wenn sie nah an der Realität bleibt. Das peinliche Gespräch zwischen Josh und Laura in der U-Bahn, bei dem sie nach gemeinsamen Bekannten suchen und, als sie einen finden, nichts damit anfangen können, ist eine der amüsantesten Stellen der Pilotepisode.

Fazit

Die Pilotepisode der Serie Man Seeking Woman filtert die Essenz der Verwirrung einer Posttrennungsphase und treibt sie gekonnt mit surrealen Mitteln auf die Spitze. Noch einiges fühlt sich ungelenk an - für den Hauptdarsteller Josh und für die Zuschauer -, doch die Idee hinter der Show ist vielversprechend. Das Beste daran ist jedoch, dass die Serienmacher die verrückten Bilder und abgefahrenen Figuren mit noch besseren Sprüchen unterstützen. Zum Beispiel in der Frage, was man so sagt, wenn die eigene Ex Adolf Hitler datet: „I know he is more successful than me.“ „My relationship with Dolfi has nothing to do with you.“ („Ich weiß, er ist erfolgreicher als ich.“ „Meine Beziehung mit Dolfi hat nichts mit dir zu tun.“)

Zum Vorteil gereicht der Pilotepisode auch, dass Saturday Night Live-Erfinder Lorne Michaels als Produzent tätig wird und wohl einiges an Schützenhilfe gewährt. Als Laura ist „SNL“-Castmitglied Vanessa Bayer zu sehen, während ihr ehemaliger Kollege Bill Hader seine Version von Adolf Hitler zum Besten gibt.

Promo zur Serie „Man Seeking Woman“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 20. Januar 2015

Man Seeking Woman 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Man Seeking Woman 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Eidechse
Titel der Episode im Original
Lizard
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 14. Januar 2015 (FXX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 3. August 2016
Regisseur
Jonathan Krisel

Schauspieler in der Episode Man Seeking Woman 1x01

Darsteller
Rolle
Jay Baruchel
Eric Andre
Maya Erskine

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