Ein untreuer Ehemann bringt Reba Gallagher dazu, Nashville gemeinsam mit ihren Kindern und ihrer Mutter den Rücken zu kehren und sich in Kalifornien niederzulassen. Der Startschuss für die leichte, oft klischeehafte, aber gutherzige Comedy-Serie Malibu Country.

Cast der Serie „Malibu Country“ / (c) ABC
Cast der Serie „Malibu Country“ / (c) ABC

Hauptdarstellerin und Namensgeberin der Show, Reba McEntire, ist nicht nur ein seit Jahrzehnten gefeierter Country-Star in den USA, sie ist auch für Serienfans keine Unbekannte. Zwischen 2001 und 2007 hat sie in sechs Staffeln die Hauptrolle der Sitcom Reba gespielt. Und kehrt mit Malibu Country zurück auf die Mattscheibe, in recht ähnlicher Rolle.

Der Weg in den Westen

Reba Gallaghers Mann ist ein gefeierter Country-Musiker. Sie selbst hat ihre Karriere vor Jahren aufgegeben, um sich um die Familie zu kümmern. Nun findet sie sich auf einer Presse-Konferenz wieder, wo sie ihren untreuen und dabei noch dreisten Ehemann Bobby (Jeffrey Nordling, 24, Desperate Housewives, Body of Proof) unterstützen soll. Stattdessen ergreift sie das Mikrofon, um sich von ihm loszusagen. Die Erklärung der Ausgangssituation nimmt von der Pilotepisode keine zwei Minuten in Anspruch. Und das sollte auch so sein, denn die Idee ist weder originell noch schwer zu verstehen, der geübte Zuschauer kann vieles auch schon erraten, ohne dass es ihm gezeigt werden muss.

Nun trifft das Publikum Reba, ihre zwei Kinder im Teenager-Alter und ihre vorlaute Mutter auf dem Weg in den Westen wieder. Die Betrogene möchte in einem Haus in Kalifornien neu anfangen. Und das geht natürlich nicht ohne Probleme vor sich.

Wandelnde Klischees

Reba ist eine Frau, die versucht nach Jahren der Aufopferung für Mann und Kinder, das Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Die ersten Rückschläge, zum Beispiel das missglückte Treffen mit einem Musik-Agenten, lassen sie nur härter arbeiten. Der Erfolg zeichnet sich bereits am Horizont ab. Man muss nicht viel mehr als die erste Episode sehen, um zu wissen, dass hier eine Wohlfühlserie am Werk ist.

Zur Familie gehören zwei halbwüchsige Kinder, der oberflächliche, gutaussehende Cash (Justin Prentice, „Winx Club“) und die Außenseiterin June (Juliette Angelo). Zum Serien-Universum gehören außerdem die vorlaute Mutter Lillie Mae (Lily Tomlin, Web Therapy, Desperate Housewives, The West Wing) und der arrogante Assistent des Musik-Agenten, Geoffrey (Jai Rodriguez).

Die einzige Figur neben Reba, die sich ein kleines Stück von dem Klischee eines Charakters lösen kann, ist die offenherzige Nachbarin Kim (Sara Rue, Rules Of Engagement, Eastwick), die zwar als Dummchen vorgestellt wird, aber schlägt damit nicht in die gleiche Kerbe, wie so viele typische Sitcom-Dummchen vor ihr. Sie ist diejenige, die in Kalifornien zuhause ist, anders als Reba kennt sie sich aus. Und sie ist nicht so dumm, dass sie diesen Vorteil nicht ausspielen könnte. Ihr tiefer Ausschnitt, ihre riesigen Ohrringe, Kim hat alles, was sie zu einem Stereotyp machen könnte und doch lässt die Pilotepisode einen Funken Hoffnung, dass wenigstens in dieser Figur etwas mehr angelegt sein könnte.

Fazit

Es sind Späße vom Kaliber „Großmutter auf Marihuana“ und „Geschockte Mutter überrascht Kind beim Knutschen“, die die Serie Malibu Country in ihrer Pilot-Episode zum Besten gibt.

Wer mehr erwartet, ist bei „Malibu Country“ an der falschen Adresse. Es ist reines Wohlfühlfernsehen, von dem man nichts Tiefgreifendes erwarten kann, dafür aber mit der Sicherheit lebt, dass auch nichts Tragisches oder Schockierendes geschehen wird. Wer eine entspannende halbe Stunde sucht, und gewillt ist, Klischees auch einfach mal als Retro durchgehen zu lassen, der könnte bei Gelegenheit mal einschalten.

Nicht zuletzt lebt die Serie von der Gegensätzlichkeit der Country-Sängerin aus Nashville im sonnigen Süd-Kalifornien und alle Figuren sind stets bereit, die jeweils andere Gruppe durch den Kakao zu ziehen.

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