Magnum P.I. 1x01

Magnum P.I. 1x01

Der Reboot des Kultklassikers mit Tom Selleck ist auf CBS gestartet. In die Rolle des Magnum schlüpft diesmal Jay Hernandez, allerdings ohne den Schnauzer. Kann die Neuauflage mit seinem Vorgänger mithalten?

Promo-Poster für die neue „Magnum P.I.“-Serie, (c) CBS
Promo-Poster für die neue „Magnum P.I.“-Serie, (c) CBS
© romo-Poster für die neue „Magnum P.I.“-Serie, (c) CBS

Worum geht es genau?

Thomas Magnum (Jay Hernandez) ist ein Navy SEAL-Veteran, der als privater Ermittler in Hawaii Wurzeln geschlagen hat. Untergebracht ist er in dem Gasthaus der Villa des Autoren Robin Masters, der über ihn und seine Einheit im Krieg Bücher geschrieben hat, die mehr oder weniger akkurat sind. Ganz in der Nähe wohnen seine besten Freunde aus Armeetagen, Rick (Zachary Knighton), T.C. (Stephen Hill) und Sebastian Nuzzo (Domenick Lombardozzi), die alle eigene erfolgreiche Geschäfte führen. Magnums Nachbarin Juliet Higgins (Perdita Weeks) ist kein Fan von ihm und lässt ihn das auch gerne wissen. Als ein sehr persönlicher Fall des privaten Ermittlers eine tragische Wendung nimmt, ziehen alle an einem Strang, um die Täter zu schnappen.

Szenenfoto aus Magnum P.I.
Szenenfoto aus Magnum P.I. - © CBS

Ist es so gut wie das Original?

Die Special Effects der Serie jedenfalls haben sich seit der Originalshow deutlich verbessert. Was leider nicht bei allen Teilen der Serie so ist. Jay Hernandez macht seine Sache zwar ordentlich, reicht aber nicht an Tom Selleck heran und auch die anderen Charaktere sind zwar gut gespielt, aber nicht sehr einprägsam. Wenigstens Rick bekommt ein paar Glanzmomente in der ersten Episode und sticht aus dem seichten Figurenbrei heraus, nicht zuletzt wegen seines fraglichen Musikgeschmacks.

Das Gute an der Serie ist: Sie weiß, was sie ist. Ein charmanter Held, ein tolles Auto, ein Kriminalfall, über den man nicht so genau nachdenken muss. Nach einem langen Arbeitstag ist das manchmal alles, was man möchte. In der Sparte der leichten Unterhaltung macht sich die Serie heimisch und nimmt sich nicht allzu ernst. Ein gutes Beispiel: Zu Beginn der Episode machen sich die Hauptcharaktere noch über eine viel zu übertriebene Flucht in Robin Masters Buch lustig, der ihre Einsätze hier und da ausschmückte. Am Ende der Episode scheitert Magnum an dem Stunt aus dem Buch, nur um mit einer noch gewagteren Aktion zu entkommen!

Szenenfoto aus Magnum P.I.
Szenenfoto aus Magnum P.I. - © CBS

Hommage vs. Veränderung

Dem Schatten ihres Vorgängers kann die Serie trotz einer handvoll Veränderungen nicht entkommen. Ja, der Higgins-Charakter ist diesmal eine Frau, aber hauptsächlich um der Serie wenigstens eine relevante weibliche Rolle zu geben. Natürlich muss deswegen auch eine kleine Romanze zwischen Higgins und Magnum angedeutet werden, auch wenn jeglicher Funken zwischen den beiden fehlt. Ihre Art zu flirten scheint zu sein, sich gegenseitig Beleidigungen an dem Kopf zu werfen. Magnum hat seinen berühmten Schnurrbart verloren, aber sonst ist alles für den perfekten Fanservice vorhanden. Der rote Ferrari (davon sogar gleich zwei), Higgins zwei Hunde, die Titelmusik, etc...

Die Serie strotzt nur so von Callbacks an die alte Serie. Sogar der Pilottitel weist auf eine der bekanntesten Episoden des Selleck-Magnums hin. Genau wie die alte Serie nimmt es „Magnum P.I.“ mit der Logik nicht ganz so eng: Alle auf der Insel sind offensichtlich von einem Moment auf den nächsten bereit, für Magnum das Gesetz zu brechen, wenn er sie mit seinen Rehäuglein ansieht. Oder dass so gut wie keine Einheimischen auf Hawaii herumlaufen. Für eine Serie, die sich wegen ihrem Latino-Hauptcharakter mit Fortschrittlichkeit brüstet, ein etwas enttäuschendes Ergebnis.

Was bringt die Serie Neues mit?

Magnum P.I.“ erfindet das Rad nicht neu. Die Serie ist von denselben Machern wie auch das Hawaii Five-0-Reboot und weit entfernt voneinander sind die Serien weder örtlich noch inhaltlich. Es gibt Pläne für ein Crossover zwischen den beiden Shows, worauf es in der Pilotfolge schon ein paar Hinweise gibt. Peter M. Lenkov, einer der Showrunner der Serie, sagte in einem Interview, dass im Herzen der Show eine Gruppe von heimkehrenden Veteranen stehe und das sei eine wichtige Thematik in der jetzigen Zeit. Das ist sicherlich richtig, aber Serien über Veterane gibt es genug, dass das keine neuartige Idee mehr ist. Person of Interest, Lethal Weapon, Bodyguard, um nur ein paar neuere Sendungen zu nennen, die einen vom Krieg gezeichneten Veteranen als Hauptcharakter haben. Was für die Serie spricht, ist ihre fantastische Kulisse. Sobald man das blaue Meer und die Inselufer sieht, hat man Lust, nach Hawaii zu fahren. Am meisten hat mich eine kurze Unterwasser-Szene beeindruckt, die eine bunte Flora und Fauna unter dem Meeresspiegel zeigt.

Szenenfoto aus Magnum P.I.
Szenenfoto aus Magnum P.I. - © CBS

Fazit

Der Reboot ist weder ein totaler Reinfall, noch ein kompletter Erfolg. Die Landschaft ist schön, der Hauptdarsteller und seine Sidekicks sind ausreichend charmant und einnehmend. Die ganze Show trägt mit ihrem Macho-Gehabe vielleicht manchmal etwas dick auf, aber nicht so sehr, dass es wirklich stört. Für die Handlung hätten sich die Showrunner etwas mehr Zeit nehmen können. Die ganze Episode wirkt etwas gehetzt und so bleibt auch zu wenig Zeit für die emotionalen Szenen, um den Charakteren etwas Tiefgang zu verleihen. Im Allgemeinen bleibt der Pilot der Serie eine oberflächliche, aber unterhaltsame dreiviertel Stunde, die wohl kaum den Kultstatus ihres Vorgängers erreichen wird.

Verfasser: Johanna Thron am Dienstag, 25. September 2018

Magnum P.I. 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Magnum P.I. 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Alte Bekannte
Titel der Episode im Original
I Saw the Sun Rise
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 24. September 2018 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 17. April 2019
Autoren
Peter M. Lenkov, Eric Guggenheim
Regisseur
Justin Lin

Schauspieler in der Episode Magnum P.I. 1x01

Darsteller
Rolle
Perdita Weeks
Zachary Knighton
Stephen Hill

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