Love Life: Review der Pilotepisode

© ove Life (c) HBO Max
Der Launch der neuen Streamingplattform HBO Max beginnt mit der Romantic-Comedyserie Love Life. Diese begleitet die New Yorkerin Darby (Anna Kendrick) und nimmt die Zuschauer auf eine Reise durch ihr Liebesleben mit. Dabei bedient man sich quasi eines Anthologieformats, in welchem in jeder Episode eine ihrer Beziehungen im Mittelpunkt steht. Den Anfang macht ihre erste richtige Liebe Augie Jeong (Jin Ha), der ihr Herz im Sturm erobert. Doch das junge Glück hält nicht lange.
Worum geht es im Auftakt von „Love Life":
Als sie auf einem gemeinsamen Karaoke-Abend mit Freunden den angehenden Journalisten Augie kennenlernt, kommt zum ersten Mal so richtig Schwung in ihr Liebesleben, denn, nachdem die beiden die Nacht gemeinsam verbringen, erwartet sie sehnsüchtig, dass er sich erneut meldet. Nachdem sie tagelang ihr Telefon anstarrt, schwebt sie auf Wolke sieben, als er sie tatsächlich anruft. Schnell entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden, denn es scheint einfach zu klicken.
Doch nach einigen schönen Wochen geht der Traum frühzeitig seinem Ende entgegen, denn eine einmalige Karrieregelegenheit, bei der Augie sich dazu entscheidet, sie anzunehmen, sorgt dafür, dass er New York hinter sich lässt. An diesem frühen Punkt ihrer Beziehung will sich Darby dem nicht in den Weg stellen und sie entscheiden gemeinsam, diese zu beenden. An Augies letztem Abend in der Stadt finden sich beide auf der Hochzeit von Darbys Boss Bradley (Scoot McNairy) wieder und sprechen ihn ihrer Enttäuschung und unter Alkoholeinfluss einige Dinge aus, die sie kurze Zeit später wieder bereuen. Später am Abend beruhigen und vertragen sie sich zwar bereits wieder, doch am nächsten Morgen holt die Realität der Trennung sie wieder ein, als sie sich womöglich für immer voneinander verabschieden müssen.
Welchen Eindruck macht die Pilotepisode?
HBO Max setzt bei seinem Start nicht auf einen spektakulären Kracher, sondern mit Love Life eher auf etwas Kleines, aber Feines, denn die Serie zeigt sich in ihrem Einstand durchaus von einer charmanten Seite. Zwar bedient man sich mit Darbys Freundinnen und Mitbewohnerinnen, die ihr jederzeit auch ungefragt mit Rat zur Seite stehen, einer sehr genretypischen Romcom-Formel. Einerseits hat sich dieses Element zwar bewährt, um den Konflikten der Protagonistin in Beziehungsaspekten eine Stimme zu verleihen und andererseits ist es die Ausführung, die in diesem Fall für sich spricht. Die Dialoge der Serie fühlen sich nämlich sehr authentisch an, was auch Anna Kendrick anzurechnen ist, die einmal wieder zeigt, dass sie mehr als genug für eine solche Hauptrolle auf den Kasten hat - Typecast hin oder her. Zumindest der Auftakt wird generell von den guten schauspielerischen Leistungen des Casts getragen.
Da man sich in den insgesamt zehn Episoden den sieben großen Beziehungen in Darbys Leben widmen möchte, wird natürlich viel nach dem Schema „Kennenlernen, Beziehung, Trennung“ ablaufen und Darby ist als Figur mit ihren Träumen, Unsicherheiten, Macken und sympathischen Eigenschaften lebensnah genug, um ihren Weg ins Glück verfolgen zu wollen. Begleitet wird die Geschichte von der Stimme von Lesley Manville, die als Erzählerin das Geschehen kommentiert, an mancher Stelle vielleicht aber ein wenig zu stark vorgreift beziehungsweise Dinge erklärt, die man auch einfach darstellen und den Zuschauer selbst erkennen lassen könnte. Für eine Serie auf einer Plattform von HBO ist das Gezeigte übrigens ziemlich zahm, denn zwar wird in einem relativ normalen Rahmen des Sprachgebrauchs geflucht, bei den harmlosen Liebesszenen gibt man sich im Vergleich zum sonst sehr freizügigen Standard des Senders jedoch recht bedeckt. Was natürlich nicht unbedingt negativ gemeint sein muss.
Fazit
Mit Augie Jeong startet „Love Life“ mit einer charmanten Episode, die zwar keine großen Wellen in der aktuellen Serienlandschaft schlagen wird, aber dennoch eine unterhaltsame halbe Stunde abliefert. Anna Kendrick und ihre Kolleginnen und Kollegen tragen mit ihren guten Leistungen zu einem authentischen Gefühl bei, welches die aus dem Leben gegriffenen Erzählung durchzieht. Wer nach etwas Romantik in seinem Serienplaner sucht, die sich nicht künstlich anfühlt, könnte hier also fündig werden.
Der Serientrailer von „Love Life":
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