Lost in Space 3x08

Lost in Space 3x08

Zeit, Abschied zu nehmen: Die dritte und leider bereits letzte Staffel von Lost In Space: Verschollen zwischen fremden Welten ist seit Dezember bei Netflix zu sehen. Was passiert und wie kommt es an?

Poster zur Serie Lost in Space (c) Netflix
Poster zur Serie Lost in Space (c) Netflix
© oster zur Serie Lost in Space (c) Netflix

Goodbye, Will Robinson!

Wenn es am schönsten ist, soll man bekanntlich aufhören. Wie bereits vor einiger Zeit im vorherigen Artikel zur Serie ausgeführt, war den Produzenten von Lost in Space niemals daran gelegen, Endlosunterhaltung im Stil der Welten von „Star Trek“ zu schaffen: Lost in Space sollte klar in Anfang, Mitte und Ende abgegrenzt sein. Und ebendieses Ende ist mit der dritten Serienstaffel, deren insgesamt acht Folgen allesamt seit dem 1. Dezember bei Netflix angeschaut werden können (fast könnte man dies als Trostpflaster für das kurzfristig dort aus dem Programm genommene Star Trek: Discovery betrachten). Werfen wir also nachfolgend einen (aus Spannungsgründen nicht allzu detaillierten) Blick auf die finalen Abenteuer der vielen Fans liebgewordenen Weltraum-Familie Robinson. Achtung: Artikel enthält dennoch teilweise massive Spoiler!

Episode 21: Drei kleine Vögel (Three Little Birds)

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Ein Jahr nach den Ereignissen in Staffel 2 müssen sich die Robinson-Eltern (Molly Parker, Toby Stephens) und Don West (Ignacio Serricchio) und andere Überlebende des Raumschiffes Resolute auf einem lebensfeindlichen Regenwaldplaneten mit den Roboter-Aliens herumschlagen, während ihre Kinder Judy (Taylor Russell), Penny (Mina Sundwall) und Will (Maxwell Jenkins) zusammen mit der unvermeidlichen Zoe Smith (Parker Posey) und 97 weiteren Kindern auf einem wesentlich freundlicheren Planeten gestrandet sind. Mittels des dortigen Titanerzes wollen sie unter dem Kommando von Wunderkind Will ihrer schwer beschädigte Jupiter-Einheit reaktivieren. Judy hingegen möchte unbedingt auf die Suche nach dem vor 19 Jahren abgestürzten Experimentalraumschiff Fortuna gehen, das unter dem Kommando ihres leiblichen Vaters Grant Kelly stand. Dies führt zu Konflikten unter den Geschwistern.

Staffel 3 von Lost in Space setzt nahtlos da an, wo die zweite Staffel endet: Eltern und Kinder der Familie Robinson sind auf zwei weit voneinander entfernt liegenden Planeten voneinander getrennt. Während auf dem Regenwaldplaneten der Erwachsenen bitterer Überlebenskampf herrscht, führen die Kinder ein zwar mühseliges, aber zumindest nicht dauerhaft durch die Roboterwesen bedrohtes Leben. Für die eine und andere scherzhafte Nuance sorgt die überlebende Zoe Smith, keineswegs eine Frau Doktor, wie wir bereits früher in der Serie erfahren haben. Stilistisch bleibt sich Staffel drei durchaus treu und präsentiert auch in der Eröffnungsfolge die bereits bekannte Mischung aus Drama, diesmal mit Schwerpunkt auf Judys verschollenem leiblichen Vater sowie einer wohldosierten Prise Action. Auf realistische Weise wird ferner in der Handlung eingebaut, dass Maxwell Jenkins, der den nun nicht mehr so kleinen Will Robinson spielt, seit der letzten Staffel der Serie vor fast genau zwei Jahren einen ordentlichen Schuss nach oben getan hat. Kleine Kinder werden groß, in der Wirklichkeit wie in den Serienwelten.

Episode 22: Kontakt (Contact)

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Nach einer Expedition ins Gebirge des neuentdeckten Planeten, wo es ein höheres Vorkommen an Titanerz gibt, geben Will und Penny ihrer Schwester Judy endlich ihren Segen, nach Grant Kelly zu suchen und kehren allein mit ihrer Ausbeute in ihre Kolonie zurück. Judy kann ihren leiblichen Vater (Russell Hornsby) tatsächlich finden. Inzwischen versuchen Maureen und John Robinson, eins der Roboterwesen in die Hände zu bekommen, um ihnen bei der Flucht von ihrem Exilplaneten zu helfen. Penny und Will entdecken derweil ein geheimnisvolles unterirdisches Höhlensystem, in dem sich offenbar von den fremdartigen Erschaffern der Roboterwesen errichtete Anlagen befinden. Nachdem Will mit Hilfe des Roboters diese Anlagen reaktivieren konnte, gelingt es ihnen, mit dem bereits früher in Erscheinung getretenen, ebenfalls freundlich gesinnten Roboterwesen Scarecrow Kontakt aufzunehmen und es dazu zu bringen, den Robinson-Eltern bei ihren Reparaturarbeiten zu helfen. Judy macht sich derweil mit Grant Kelly auf den Weg in die Kolonie.

Ähnlich turbulent wie in der Eröffnungsepisode geht es auch in Folge zwei weiter: Neben steinfressenden Termitenwesen, die sich kurzerhand den zur Übernachtung auserkorenen Hochgebirgsfelsen der Robinson-Kinder als Gala-Menü aussuchen, erfahren wir diesmal mehr über den Ursprung der nach wie vor geheimnisvollen, den Menschen feinselig gesonnenen Roboterwesen. Doch nicht nur das, gibt es auch einen ersten Durchbruch in der Kontakt-Wiederaufnahme zwischen den versprengten Robinsons. Dieses Wiedersehen wird von langer Hand vorbereitet und keineswegs in einem unrealistischen Hauruck-Szenario vollzogen, was dem Spannungsfaktor in der Gesamthandlung durchaus guttut. Für eine Überraschung sorgt wiederum, wie es sich denn nun ganz genau mit der Herkunft von Adoptivtochter Judy verhält - dies soll jedoch nicht gespoilert werden.

Episode 23: Der Neue (The New Guy)

Während die Reparaturarbeiten an der Jupiter-Einheit bei den Kindern dank der Hilfe des erfahrenen Neuankömmlings Grant Kelly gut vorangehen, versuchen derweil Maureen und John, ein Antriebselement aus dem Schiff der Roboterwesen zu stehlen, wobei ihnen Scarecrow behilflich ist und in dessen Verlauf es zu einer furiosen Verfolgungsjagd kommt. Allerdings erkennen die beiden nicht rechtzeitig die Falle, die die feindlichen Aliens ihnen dabei stellen und die zum Verlust von Scarecrow und des dringend benötigten Antriebselements gleichermaßen führen. Die Kinder haben es mittlerweile geschafft, ihre Jupiter wieder flugfähig zu machen und machen sich mit der unfreiwilligen Hilfe von Zoe Smith auf den Weg zum Exilplaneten der Erwachsenen.

Action und Überraschungsmomente sind in der dritten Folge angesagt. Für Serienfans ersterer gibt es eine schneidige Verfolgungsjagd über Stock und Stein mit einem modifizierten Chariot (die geländegängigen Elektrofahrzeuge auf den Raumfahrtmissionen der Serie) und den verfolgenden wütenden Roboterwesen, über letzteres hingegen sparen wir uns auch an dieser Stelle den Spoiler für alle diejenigen, die die dritte Staffel noch nicht sehen konnten. Zoe Smith bleibt indes ihrem Charakter treu: Nicht nur erweist sich, dass der Großteil des von ihr an die Kinder vermittelten Lehrstoffes schlicht Blödsinn gewesen ist, sondern sie gewährt einen weiteren Blick in ihre unstete und unberechenbare Natur, der für weitere Überraschungen diesmal bezüglich ihres interessanten Charakters sorgt.

ordentlichen Schuss nach oben getan hat. Kleine Kinder werden groß, in der Wirklichkeit wie in den Serienwelten.

Episode 24: Spurlos (Nothing Left Behind)

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Die Roboterwesen, welche die entsprechenden Koordinaten kennen, nähern sich dem Exilplaneten der Robinson-Eltern und der anderen erwachsenen Überlebenden. Aus diesem Grund vernichten diese in fieberhafter Eile alle Aufzeichnungen und anderweitigen Dokumente, die den Feinden Anhaltspunkte dafür liefern könnten, Alpha Centauri zu finden. Judy, Penny und Will erhalten derweil eine unheilvolle Botschaft des Roboterwesens ZAR, das es allem Anschein nach insbesondere auf Will abgesehen zu haben scheint. Schließlich setzen die Robinson-Kinder alles auf eine Karte, um zurück zu ihren Eltern zu gelangen.

Hier kommt es nun endlich zum herbeigesehnten Wiedersehen der Robinson-Kinder mit ihren Eltern, wenn auch unter gefahrvollen Umständen. Eine der großen Qualitäten von Lost in Space ist von jeher das ausgeprägte familiäre Miteinander der einzelnen Charaktere, was für vielerlei gefühlvolle Nuancen sorgt. Ferner baut sich der kontinuierliche Spannungsbogen um die feindlichen Roboterwesen unter dem Kommando des bösen ZAR weiter auf. Fans phantastischer Fernsehunterhaltung dürften sich angesichts dieser Bösewichter indes zuweilen an die Zylonen aus Battlestar Galactica erinnert fühlen.

Episode 25: Gestrandet (Stuck)

Nach der überstürzten Flucht in letzter Sekunde vor ihren ankommenden Feinden legen die Robinsons eine Bruchlandung auf einem Sumpfplaneten hin, der voller Gefahren steckt: Unter anderem wird die Jupiter-Einheit von einer riesenhaften im Erdreich lebende Kreatur aufgefressen. Zu ihrer Rettung schlägt Judy zwei Fliegen mit einer Klappe, indem sie die in tödlicher Gefahr schwebende Mama Maureen befreit. Diese denkt in ihrer misslichen Lage an die Zeit kurz nach Judys Geburt zurück. Zur gleichen Zeit müssen Papa John und Penny den eingeklemmten Roboter befreien.

Im Mittelpunkt dieser Episode stehen unterschwellige familiäre Konflikte bei den Robinsons. Judy macht ihrer Überforderung aufgrund der hohen an sie gestellten Erwartungshaltungen Luft, während sie ihre Mutter von einem defekten Schleudersitz befreien muss, während John und Pubertier-Tochter Penny bei der Befreiung des Roboters zusammenarbeiten müssen und ihre nicht immer unproblematische Beziehung zueinander wieder neu definieren, während um sie her eine alles andere als einfache Gefahrensituation schwelt.

Episode 26: Letzte Meldung (Final Transmission)

Eine überaus ungewöhnliche Begegnung von Don West mit Roboter-Hauptantagonist ZAR macht den Robinsons dessen eigentliche Absichten überdeutlich: Ihm geht es um nichts anderes als darum, Will aufgrund dessen einzigartiger Befähigungen in die Hände zu bekommen. Als es zur Konfrontation zwischen den beiden kommt, stellt sich höchst Beunruhigendes in Bezug auf die Geschichte der Roboterwesen heraus. Weder der Roboter noch die anderen Mitglieder der Familie können Will davor bewahren, im Kampf gegen ZAR schwere Verletzungen davonzutragen.

Die Folge beinhaltet gleich mehrere höchst überraschende Wendungen: Zum einen die ungewöhnlich glimpfliche Begegnung zwischen Don West und seiner geliebten Henne Debbie mit dem bösen ZAR, dem es dabei um Informationen geht, sowie die Auflösung der Frage, was aus den Aliens wurde, die einst die Roboterwesen erschufen (allerdings bleibt zumindest ein Teil der damit verbundenen Geheimnisse weiterhin im Dunkeln). Der hochdramatisch gestaltete Schluss der Folge gipfelt, wie eigentlich auch nicht anders zu erwarten, in einem waschechten Cliffhanger.

ordentlichen Schuss nach oben getan hat. Kleine Kinder werden groß, in der Wirklichkeit wie in den Serienwelten.

Episode 27: Plan B für Plan B (Contingencies On Contingencies)

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Die Jupiter II mit dem schwerverletzten Will an Bord erreicht Alpha Centauri, mit den Roboterwesen auf den Fersen. Hier wird Will in einer Notoperation das Leben gerettet, allerdings muss ihm ein künstliches Herz implantiert werden. Um sich gegen den bevorstehenden Angriff der feindlichen Aliens zu wappnen, soll mit Hilfe des zwielichtigen inhaftierten ehemaligen Sicherheitsoffiziers Hastings Douglas Hodge) ein geheimes Verteidigungssystem aktiviert werden. Da scheint der Roboter der Robinsons mit einem Mal durchzudrehen.

Ein klein wenig einfach macht es sich die vorletzte Folge der dritten und letzten Serienstaffel in Sachen Cliffhanger: Schon kurz nach der Landung verkündet die behandelnde Ärztin, dass der junge Held überleben wird. Das kann man sich als Fan und Zuschauer indes natürlich denken, aber angesichts der anderweitigen Gefühlsbetontheit von Lost in Space hätte sich in diesem Fall ein wenig mehr Dramatik angeboten. Ansonsten jedoch steigert sich der Spannungsbogen angesichts der bevorstehenden Schlacht um die Erdenkolonie Alpha ein weiteres Mal beträchtlich, während die Handlung auf ihr Finale zusteuert.

Episode 28: Vertrauen (Trust)

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Die Roboterwesen erreichen den Kolonieplaneten und greifen erbarmungslos an. Im verzweifelten Versuch, zur Rettung beizutragen, gehen die Robinson-Kinder gemeinsam mit ihren Freunden Vijay (Ajay Friese) und Liam (Charles Vandervaart) einen ungewöhnlichen Schritt, durch den ihnen ebenso Erstaunliches wie Unerwartetes über die wahre Natur der Feinde offenbart wird. Will Robinson macht im Krankenbett eine folgenschwere Entdeckung, infolge deren er sich sich trotz seiner noch längst nicht ausgeheilten Verletzung ebenfalls in mörderische Gefahr begibt. Doch kann er sich nicht nur auf die Loyalität des Roboters dabei verlassen, sondern erhält Hilfe von gänzlich unerwarteter Seite. Und mitten im Kampfgetümmel lösen sich einige bestehende Konflikte.

Mehr sollte man auf keinen Fall über das furiose Serienfinale von Lost in Space verraten, nur soviel: Viele der vielleicht hier und da auftretenden Längen in den drei Staffeln der Serie werden allein durch den grandiosen Abschluss wieder wettgemacht. Ein ganz besonderer Punkt ist dabei natürlich ein weiteres Mal der Familienzusammenhalt, der in den ausweglosesten Situationen stets für Hoffnungsschimmer sorgt und schon längst ein charakteristisches Element in der Serie geworden ist. Das mag mitunter klischeehaft anmuten, doch ändert es nichts daran, dass sich Lost in Space gerade dadurch von anderen populären Franchises abhebt. Und: Obwohl die Produzenten bekanntermaßen verkündet haben, dass Staffel drei von Lost in Space die letzte sein wird, bleiben am Ende durchaus Optionen für eine mögliche Fortsetzung zumindest offen. Ob es dazu wirklich kommen wird, darüber entscheidet selbstverständlich letztendlich der Erfolg.

Resümierend kann mit Fug und Recht gesagt werden, dass mit der Neuauflage der Neuauflage Lost in Space ein moderner Klassiker geschaffen wurde, der von Anfang an nicht mit anderen Großuniversen wie dem von „Star Trek“ konkurrieren, sondern seinen ganz eigenen Weg gehen wollte - und das ist der Serie vollends gelungen.

ordentlichen Schuss nach oben getan hat. Kleine Kinder werden groß, in der Wirklichkeit wie in den Serienwelten.

Verfasser: Thorsten Walch am Sonntag, 5. Dezember 2021
Episode
Staffel 3, Episode 8
(Lost in Space 3x08)
Deutscher Titel der Episode
Vetrauen
Titel der Episode im Original
Trust
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 1. Dezember 2021 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 1. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 1. Dezember 2021

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