Lost Girl 5x06

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Wenn es bei Lost Girl etwas gibt, womit man sich wohl nie so richtig anfreunden kann, dann ist das das plötzliche und unerwartete Auftauchen von irgendwelchen ganz alten Figuren, die eigentlich das Urböse darstellen, auf jeden Fall aber noch viel, viel mächtiger sind, als alles bisher Vorgestellte.
Da ist es nur folgerichtig, dass wir jetzt in der finalen Staffel ganz tief in die Kiste der griechischen Mythologie greifen. Nicht nur Hades und Persephone, nein, auch Herkules und höchstwahrscheinlich Zeus müssen her. Nun denn.
Mögen die Götter mit Dir sein
Gehen wir also davon aus, dass diese uralten Ur-Fae, bei denen man keine Fae-Gene nachweisen kann, weil sie eigentlich griechische Götter sind, nun wirklich die letzten sind (wahrscheinlich nur noch mit der wirklich ganz alten Fae zu bekämpfen, die Evony (Emmanuelle Vaugier) Lauren (Zoie Palmer) als "Geschenk" in (When God opens a window gebracht hat). Hat man diese Prämisse also akzeptiert, dann war die Folge so schlecht gar nicht.
Es gibt also drei auferstandenen Leichen, die mal die Menschen waren, die in einem Aufzug massakriert wurden, weil Bo (Anna Silk) die Kerze der Persephone angezündet hat. Diese Auferstandenen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit griechische Götter. Die nette blonde Dame Zee erinnert sehr an Zeus (Amanda Walsh), der bekanntlich Herr über Blitz und Donner war. Die Teenagerin Iris (Shanice Banton) könnte Hestia sein, die für den häuslichen Frieden steht und in der letzten Sequenz ihre „Eltern“ bittet, sich nicht zu streiten - aber das ist eher eine Vermutung der Autorin, die gerade versucht sich in die Genologie der griechischen Götter einzuarbeiten. Wer der gute Horatio (Noam Jenkins) sein soll, ist noch nicht ganz klar, aber ich bin sicher, das werden wir noch herausfinden.

Jedenfalls gibt es wohl auf der Erde immer noch Herkliden, Abkommen von Herkules, die unsere blonde Reinkarnation desselben nun zu schützen trachtet, weil sie „Familie“ sind. Einer davon ist Clay (Dwain Murphy), ein schwuler Footballspieler (Parallelen zum Coming Out des NFL-Footballspielers Michael Sam sind natürlich nur rein zufällig), dessen Verein ganz wunderbar klischeehaft ausgerechnet Thunder heißt und einen Hammer als Symbol hat. Dessen Teamkamerad wird zu Tode geprügelt und mit dem nun schon typischen Kult-Symbol versehen liegen gelassen.
Auftritt Bo und Tamsin (Rachel Skarsten), die als die schlechtesten Undercoverermittler ever auf dem Footballfeld ermitteln, nicht weiterkommen und Lauren zur Hilfe holen, die sich wiederum, Männer beim Pinkeln anschaut. Genau solche Szenen sind es, die Lost Girl trotz allem Wirrwarr und Ungereimtheiten sehenswert machen. Tamsin als Cheerleader mit der dazugehörigen attitude war einfach wunderbar, ebenso wie Dr. Hotpants in der Männerumkleide. Dazu gehören auch noch die Abschnitte, in denen der Freund von Clay, Derek (Aren Buchholz), der nun wirklich das wandelnde schwule Klischee mit vor dem Spiegel aufrüschen, Kohlehydrate fürchten und Nase zwei Mal wieder richten lassen darstellt.
Unterdessen bei den Dreibeinen
Derweil versucht Dyson (Kris Holden-Ried) nicht nur zu ergründen, was zur Hölle im großen Ganzen vor sich geht, sondern auch noch seinem Sohn (Luke Bilyk) ein wie auch immer gearteter Vater zu sein. Ersterer scheint sich langsam vom totalen Mistbalg in etwas Brauchbares zu verwandeln. Auch an der Front besteht also Hoffnung, wobei die Befürchtung besteht, dass er bei sehr unpassender Gelegenheit das erste Mal shiften wird.
Und dann ist da noch diese Witwe Alicia Welles (Lisa Marcos), die der festen Überzeugung ist, ihren toten Mann gesehen zu haben, der wie sich herausstellt, mittlerweile zu unserem Göttertrio gehört. Natürlich glaubt ihr niemand und auch Dyson tut erst einmal alles, um sie in dem Glauben zu lassen, dass Trauer uns Dinge sehen lässt, die andere Menschen vielleicht nicht so sehen.
Cassie (Vanessa Matsui), das Orakel, ist übrigens immer noch in einem bedenklichen Zustand und sieht immer noch das Ende der Welt. Mit Sturm und Blitz und allem...
Fazit
Wenn man von der Tatsache absieht, dass urplötzlich wieder die alten Gestalten auftauchen, die keiner mehr auf dem Schirm hatte und die dann aber irgendwie doch noch irgendeiner kennt - dann war die Folge eigentlich gar nicht so schlecht.
Tamsin macht ihre Sache so richtig gut, Bo geht zurück ins Glied und die anderen liefern ihren Support. Nun könnte man meinen, dass das ganze langweiliger wird, tut es aber nicht. Im Gegenteil, das Ganze funktioniert auch mehr und mehr als Team. Und wir hoffen, dass es so bleibt, denn scheinbar will TamTam mehr von Bo als Bo von ihr. Da werden noch Blicke und schnippische Bemerkungen durch die Luft fliegen, dessen darf man sich fast sicher sein.
Interessant auch, dass sich das Love Triangle jetzt zwischen Bo, Tamsin und Lauren entspinnt, während Dyson da raus zu sein scheint. Doch wer weiß, jetzt, wo die Una Mens weg sind... die Witwe hatte schon was und ich bin fast sicher, dass sie uns erhalten bleibt. So oder so - Lost Girl wird nicht unbedingt glaubhafter, so ganz fallen lassen will man die Serie aber auch nicht. Dafür hat man mehr und mehr den Eindruck, als wäre genau für solche Fälle der Ausdruck Guilty Pleasure erfunden worden.
Verfasser: Sabine Stevenson am Mittwoch, 14. Januar 2015(Lost Girl 5x06)
Schauspieler in der Episode Lost Girl 5x06
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