Longmire 2x03

Mit der Episode Death Came in Like Thunder taucht die Serie Longmire wieder in eine Splittergrupppe der Gesellschaft in Wyoming ein, die baskischstämmigen Einwanderer, die die alten Traditionen aufrecht erhalten. Gut, dass immer Vic (Katee Sackhoff) da ist, um die Fragen zu stellen, die auch dem Zuschauer auf den Nägeln brennen. Gut, dass immer Walt (Robert Taylor) da ist, um uns an die Hand zu nehmen und die Welt zu erklären. Doch in dieser Episode erklärt auch jemand anders etwas sehr Wichtiges.
Der Coolheitsfaktor
Wir haben uns längst daran gewöhnt: Es gibt kaum etwas, dass Walt nicht weiß oder kann. Manchmal übertreiben die Autoren in dieser Hinsicht, in der Episode Death Came in Like Thunder hält sich die Allwissenheit der Hauptfigur jedoch in angenehmen Grenzen. Dass er mehr über Wyoming und dessen Bewohner weiß als Vic, liegt auf der Hand und die Kombinationsgabe, dass es der Brunnen war, der das Opfer vergiftet haben könnte, darf man einem Sheriff wohl auch zutrauen. Der Trick mit dem falschen Schierling am Ende ist eine nette, wenn auch natürlich nicht unbedingt originelle Idee den Mörder zu überführen. Was Spaß macht an den Ermittlungen dieser Episode ist die aufeinander aufbauende Entwicklung. Nichts kommt aus dem Blauen auf den Zuschauer und die Deputys zu, alles, was Walt errät, hätten die anderen und auch wir ebenso wissen können.
Die Geschichte
Der Fall der Woche entwickelt sich als dramatische Familiengeschichte von baskischen Immigranten in der dritten Generation in Wyoming. Und so löst sie sich auch auf. Die Täterin ist die Schwägerin des Opfers, es geht um Existenzängste und unterschiedliche Lebenspläne in einer Familie, in der jeden auf den anderen angewiesen ist. Sie tötet aus Angst um ihre Zukunft und die ihrer Familie. Wie so oft in der Serie Longmire ist die starke Seite des Falles gar nicht die Auflösung des Mordes sondern der Blick in das Leben der Opfer, Angehörigen und Verdächtigen.
Endlich klare Sicht, fast
Während die letzte Episode in Sachen größere Storyline ziemlich zurückhaltend ans Werk gegangen ist, holt Death Came in Like Thunder in dieser Hinsicht einiges nach.
Wir sehen, dass Branch (Bailey Chase) sich mit dem Casinobetreiber Jacob Nighthouse (A Martinez) eingelassen hat. Und die Machtspiele, die damit einhergehen, könnte er unterschätzt haben. Nach wie vor behält er seine ambivalente Stellung. Oft ist er gegen Walts Methoden, oft rebelliert er, hin und wieder zeigt sich aber auch, dass es keine Feindschaft zwischen ihm und den Sheriff ist, es ist mehr wie eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung.
Der echte Schocker der Episode ist jedoch das, was Cady (Cassidy Freeman) erfährt. Lange mussten wir warten, die gesamte erste Staffel über wurde Walt von den Erinnerungen heimgesucht und nun wissen wir endlich mehr. Der Mörder seiner Frau wurde tot aufgefunden und Walt ist für den Ermittelnden der Hauptverdächtige. Die wahre Neuigkeit ist jedoch, dass Henry (Lou Diamond Phillips) in den Fall gezogen wird. Hat er die Frau seines Freundes gerächt? Es wäre nicht Longmire, wenn wir bereits alles wüssten, aber immerhin gibt die Serie uns endlich Informationen, die nicht nur auf wilden Erinnerungssequenzen beruhen, sondern auf richtigen Gesprächen.
Fazit
Sie sticht nicht unbedingt hervor, aber es gibt wenig zu kritisieren an dieser Longmire-Episode: Der Fall bringt interessante Eindrücke in eine fremde Lebenswelt, die Story um Cady und ihre Mutter nimmt endlich Hand und Fuß an, selbst der Sheriffwahlkampf und Branchs Versuche, sich zu beweisen, bleiben nicht außen vor. Es gibt neue, interessante Informationen, ohne dass die Serie jedoch ihren mysteriösen Ton aus den Augen verliert.
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 11. Juni 2013(Longmire 2x03)
Schauspieler in der Episode Longmire 2x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?