Last Resort 1x13

Eins darf man nicht vergessen: Die Episode Controlled Flight Into Terrain ist ein Last-Minute-Finale. Eine Episode, die eigentlich kein Finale hĂ€tte sein sollen, aber durch die frĂŒhe VerkĂŒndung der Absetzung der Show noch umgeschrieben werden konnte. Die teils komplizierten HandlungsstrĂ€nge um die Crew der USS Colorado hĂ€tten sicher ein runderes Ende verdient gehabt. Aber unter den UmstĂ€nden der Entstehung darf man diese letzte Last Resort-Episode durchaus als ein zufriedenstellendes Finale bezeichnen.
Etwas, an das die Fans sich im Laufe der Serie gewöhnt haben, wird auch in dieser Episode fortgesetzt: Vieles, auch Wichtiges, passiert abseits der Kamera. Und einige Figuren werden erheblich heruntergebrochen auf eine Funktion.
Tief verbunden
Eine der wohl besten Szenen der gesamten Serie ist das GesprÀch zwischen Marcus (Andre Braugher) und Sam (Scott Speedman) in gemeinsamer Gefangenschaft. Die Episode beginnt mit beiden im GefÀngnis, nur Marcus ist frei zu gehen. Und die Serie endet mit den beiden in einem anderen GefÀngnis, nur dieses Mal ist es Sam, der davonkommt. Doch Marcus ist nicht der Gefangene, er bleibt als MÀrtyrer in Erinnerung.
Das GesprĂ€ch der beiden zeigt, welch gute Vorarbeit in der Staffel in Bezug auf die Beziehung der beiden geleistet wurde. Sie sind sich so nahe, kennen sich so lange und leben nach denselben Werten. Die groĂe Aussprache hebt nicht die Meinungsverschiedenheiten der Inselzeit auf, sie zeigt aber eins: Im Grunde sind sie, wenn es ernst wird, auf einer WellenlĂ€nge.
Damit das U-Boot nicht in die HĂ€nde derer fĂ€llt, die als Feinde gebrandmarkt werden, opfert Marcus sich. Nach dem Motto, der KapitĂ€n verlĂ€sst sein bedrohtes Boot nicht, wird er zum MĂ€rtyrer fĂŒr die Sicherheit der Welt. Das kann man ĂŒbertrieben pathetisch finden, aber es hat sicher auch etwas RĂŒhrendes angesichts der Entwicklung, die Marcus im Verlauf der Serie genommen hat. Er schwankte zwischen Despot und KapitĂ€n. Nun geht er als Held aus der Episode Controlled Flight Into Terrain.
Das Traumpaar
Eine andere Paarung, die das Finale hervor bringt sind Prosser (Robert Patrick) und Grace (Daisy Betts). Auch dieser Handlungsstrang hÀtte sicher mehr Zeit verdient gehabt. Dass die beiden auf eine nicht-romantische Ebene dazu vorbestimmt waren, ein Team zu werden, das war von der Pilotepisode an deutlich. Sie, der unterschÀtzte, aber oft auch unsicher wirkende Emporkömmling und er der raue, aber tief drinnen doch moralisch richtig gepolte KÀmpfer.
Die groĂe Tat
In Washington wird der ErzĂ€hlton dunkler und anders als in den anderen Episoden wird hier endlich die Gefahr deutlich, in der auch Kylie (Autumn Reeser) sich befindet. Die Angst, die Kylie und ihr Freund haben, springt auf den Zuschauer ĂŒber, es erscheint realistisch und das AusmaĂ der Verschwörung wirft nur ein kleines Schlaglicht darauf, wie groĂ diese Serie hĂ€tte werden können.
Kylie nimmt die AbkĂŒrzung und erschieĂt den mĂ€chtigsten Mann der Welt. Auch wenn man annehmen darf, dass der Kampf gegen unsichtbare HintermĂ€nner durchaus interessanter gewesen wĂ€re, hĂ€tte Last Resort mehr Zeit bekommen.
Dennoch ist Kylies Entwicklung von der eiskalten Waffenlobbyistin zu einer MĂ€rtyrerin im Sinne der groĂen Sache einer der interessantesten Aspekte der Serie.
Gemeinsam mit Marcus ist sie die, die Konsequenzen zieht und nicht ungeschoren aus der Sache herauskommt.
Happy End fĂŒr die Ehe
Anders als Sam. Er kehrt nach Hause zurĂŒck, findet seine Frau Christine (Jessy Schram) wieder und darf sich feiern lassen. Er hat sich nicht verbogen, ist sich und seinen Idealen immer treu geblieben. Sam war die moralische Instanz, hat immer das getan, was er fĂŒr richtig hielt. Und die KĂŒrze der Serie hat ihm seine IntegritĂ€t gelassen. Nichts ist passiert mit Sophie (Camille De Pazzis) (zumindest nicht in vollem Bewusstsein), auch gegen seinen Freund und Vorgesetzten Marcus hat er nichts wirklich Schlimmes im Schilde gefĂŒhrt. Er ist der strahlende Ritter, der zwar ins GrĂŒbeln kam, aber der nicht wirklich Zeit bekam, auf die Probe gestellt zu werden. So darf er als Held in Erinnerung bleiben, was ihn zwar sympathisch, aber auch ein StĂŒck langweiliger als Marcus und Kylie macht.
Lohn der Aufrechten
Die Autoren haben versucht, den Fans ein zufriedenstellendes Ende zu geben und dazu hat ganz offensichtlich auch gehört, die Guten gewinnen zu lassen. Die Guten, das sind in einer Serie wie Last Resort auch in erster Linie die SympathietrĂ€ger. Anders (Michael Mosley) darf das U-Boot nicht lebend verlassen, im letzten Moment nĂ€hert er sich gar dem Wahnsinn an und droht, Marcus' Heimatstadt anzugreifen. Er ist als Vergewaltiger gebrandmarkt und in der KĂŒrze der Zeit wird er dadurch zum idealen ĂbeltĂ€ter, der mit den Feinden paktiert.
Ein bisschen verschenkt fĂŒhlt sich die Handlung um James (Daniel Lissing) an. Sein Happy End ist sein Ende als Soldat und der Beginn eines entspannten Lebens mit Tani (Dichen Lachman). Zumindest kann man das herauslesen aus den kurzen Szenen, die ihm in der Episode Controlled Flight Into Terrain vergönnt sind.
Auch Sophie bekommt kein angemessenes Ende. Christine hat ĂŒberlebt, fĂŒr eine volle Entwicklung des Liebesdreiecks blieb keine Zeit. Und so endet Sophie mehr oder weniger, wie sie gestartet ist - auf der Insel, voller Sehnsucht.
Fazit
So energiegeladen wie sie gestartet ist, endet die Serie Last Resort auch wieder. In einem rasanten Tempo werden in der Episode Controlled Flight Into Terrain die Doppelspieler entlarvt, die Allianzen wechseln im Minutentakt. Und doch findet die Geschichte ein Ende, das in Anbetracht der UmstÀnde durchaus zufriedenstellend ist.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 26. Januar 2013(Last Resort 1x13)
Schauspieler in der Episode Last Resort 1x13
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