Kirstie 1x01

Kirstie 1x01

Am Mittwoch startete auf TV Land Kirstie, die neue Serie mit Kirstie Alley. Wir haben die Pilotfolge gesehen und sind enttĂ€uscht. Zwar zĂŒnden einige Gags, doch insgesamt prĂ€sentiert sich Kirstie als eine Ă€ußerst uninspirierte Comedy mit vorhersehbarer Handlung und langweiliger PrĂ€misse.

Kirstie Alley und Gaststar Christopher McDonald in der Pilotepisode von „Kirstie“ / (c) TV Land
Kirstie Alley und Gaststar Christopher McDonald in der Pilotepisode von „Kirstie“ / (c) TV Land
© irstie Alley und Gaststar Christopher McDonald in der Pilotepisode von „Kirstie“ / (c) TV Land

Die neue Comedy von und mit Kirstie Alley, die sich vor allem durch TV-Serien wie Cheers oder Veronica einen Namen gemacht und in diversen Spielfilmen („Kuck' mal wer da spricht!“) mitgespielt hat, feierte am Mittwoch auf dem Sender TV Land ihre Premiere. Das halbstĂŒndige Comedyformat Kirstie hinterlĂ€sst den Rezensenten jedoch bisher eher enttĂ€uscht und gelangweilt.

Der Plot und die generelle PrĂ€misse der Serie ist schnell erzĂ€hlt: Kirstie Alley schlĂŒpft in Kirstie in die Rolle von Madison Banks, einer berĂŒhmten SĂ€ngerin am New Yorker Broadway. Dabei konnte sie auch schon den einen oder anderen Erfolg verzeichnen und ihre zahlreichen Fans liegen ihr zu FĂŒĂŸen. Ihre langjĂ€hrige Assistentin Thelma (Rhea Perlman) und ihr Chauffeur Frank (Michael Richards) weichen ihr ebenfalls nicht von der Seite, doch Maddies Leben wird auf den Kopf gestellt, als plötzlich der treudoofe Arlo (Eric Petersen) vor ihr steht und behauptet, ihr leiblicher Sohn zu sein, den sie einst zur Adoption freigegeben hatte. Jetzt tritt also Arlo in ihr Leben und Maddie tut sich alles andere als leicht, mit dieser neuen Situation umzugehen.

Somit wĂ€re die Ausgangslage von Kirstie auch schon definiert. Wie man bereits erkennen kann, ist diese PrĂ€misse nicht besonders originell. Die Pilotepisode ergibt sich bereits in den ersten Minuten in unzĂ€hligen Witzen, die einfach aufgewĂ€rmt wurden oder in dieser Form schon einmal da waren. Schnell hat man das Prinzip der Serie durchschaut. Die Comedy erscheint generell Ă€ußerst vorhersehbar und beginnt, einen in kĂŒrzester Zeit aufgrund dieser Vorhersehbarkeit zu langweilen.

Dabei ist Kirstie wie eine klassische Multi-Kamera-Sitcom konzipiert und wurde vor einem Livepublikum aufgenommen. Die Gagdichte ist dementsprechend hoch, doch es ĂŒberwiegt beim Zuschauer anstelle eines wirklich herzhaften Lachens eher ein mĂŒdes LĂ€cheln. Zugegeben, zwischenzeitlich kann „Kirstie“ mit ein paar guten Gags und Dialogen punkten, doch das liegt mitnichten an der OriginalitĂ€t des Drehbuchs, sondern vielmehr an den grundsĂ€tzlich sympathischen Darstellern.

Zwar wirken diese comedytypisch arg ĂŒberzeichnet und bisweilen sogar recht lĂ€cherlich, doch man kann diesen noch am meisten abgewinnen. Die Charakterisierung der einzelnen Figuren ist sehr klassisch gehalten und richtig ĂŒberraschen werden sie wohl niemanden. Doch vor allem die Nebendarsteller schaffen es, fĂŒr einige witzige Momente zu sorgen. Rhea Perlman (ebenfalls Cheers, Hung) und Michael Richards (Seinfeld) fallen hier am meisten auf, auch wenn ihre Gags eher plump und genauso absehbar wie die ganze Handlung sind. Hauptdarstellerin Kirstie Alley hingegen bleibt eher blass. Sie funktioniert zwar als Zugpferd der Serie und man mag vielleicht sogar ein wenig Selbstironie erkennen, jedoch fĂ€llt sie nicht wirklich durch eine besondere Darbietung auf. Eric Petersen, welcher Maddies Sohn spielt, mag zwar recht sympathisch sein, doch so richtig warm wird man auch mit ihm nicht.

Kurz vor dem Ende der Pilotepisode versucht Kirstie dann noch einmal zu beweisen, dass die Serie vielleicht auch eine etwas ernsthaftere Seite haben könnte. Jedoch verpufft auch dieser Moment und Kirstie fĂ€llt sofort in das alte Schema zurĂŒck. Dadurch kann die Serie keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Am Ende weiß der Zuschauer bereits, ohne die restlichen elf Episoden der ersten Staffel gesehen zu haben, wohin die Reise in „Kirstie“ wohl gehen wird.

Fazit

Es scheint so, als hĂ€tte man sich fĂŒr Kirstie einfach ein paar bekannte Comedydarsteller ins Boot geholt und dazu mit Kirstie Alley einen klanghaften Namen verpflichtet, der aber zweifellos schon einiges an seinem Glanz verloren hat. Damit wollte man eine klassische Sitcom abzuliefern. Zwar bekommt man vom Aufbau her genau eine solche Sitcom, doch inhaltlich prĂ€sentiert sich TV Lands neues Comedyprojekt als Ă€ußerst uninspiriert und generisch. Zweifelos wird sich ein Publikum fĂŒr dieses Format finden, doch objektiv betrachtet hat die Serie nicht viel zu bieten, was einen dazu anregen könnte, sie weiterzufolgen - geschweige denn sich die Pilotepisode ĂŒberhaupt anzusehen.

Einige gute Witze lassen sich in „Kirstie“ finden, so platt und ideenlos diese auch sein mögen. Die Nebendarsteller können ĂŒberzeugen, aber nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass die Comedy eher dröge und vor allem sehr nach Schema F gehalten ist. Nimmt man die QualitĂ€t der Pilotfolge als Gradmesser, dĂŒrfte es nicht verwundern, wenn TV Land nach der zwölfteiligen ersten Staffel dem Treiben schon wieder ein Ende setzt und das Projekt „Kirstie“ als gescheitert erklĂ€rt.

Verfasser: Felix Böhme am Freitag, 6. Dezember 2013
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Kirstie 1x01)
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 4. Dezember 2013 (TV Land)
Regisseur
Andy Cadiff

Schauspieler in der Episode Kirstie 1x01

Darsteller
Rolle
Eric Petersen
Kirstie Alley
Rhea Perlman
Michael Richards

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?