Kirstie 1x01

Die neue Comedy von und mit Kirstie Alley, die sich vor allem durch TV-Serien wie Cheers oder Veronica einen Namen gemacht und in diversen Spielfilmen („Kuck' mal wer da spricht!“) mitgespielt hat, feierte am Mittwoch auf dem Sender TV Land ihre Premiere. Das halbstündige Comedyformat Kirstie hinterlässt den Rezensenten jedoch bisher eher enttäuscht und gelangweilt.
Der Plot und die generelle Prämisse der Serie ist schnell erzählt: Kirstie Alley schlüpft in Kirstie in die Rolle von Madison Banks, einer berühmten Sängerin am New Yorker Broadway. Dabei konnte sie auch schon den einen oder anderen Erfolg verzeichnen und ihre zahlreichen Fans liegen ihr zu Füßen. Ihre langjährige Assistentin Thelma (Rhea Perlman) und ihr Chauffeur Frank (Michael Richards) weichen ihr ebenfalls nicht von der Seite, doch Maddies Leben wird auf den Kopf gestellt, als plötzlich der treudoofe Arlo (Eric Petersen) vor ihr steht und behauptet, ihr leiblicher Sohn zu sein, den sie einst zur Adoption freigegeben hatte. Jetzt tritt also Arlo in ihr Leben und Maddie tut sich alles andere als leicht, mit dieser neuen Situation umzugehen.
Somit wäre die Ausgangslage von Kirstie auch schon definiert. Wie man bereits erkennen kann, ist diese Prämisse nicht besonders originell. Die Pilotepisode ergibt sich bereits in den ersten Minuten in unzähligen Witzen, die einfach aufgewärmt wurden oder in dieser Form schon einmal da waren. Schnell hat man das Prinzip der Serie durchschaut. Die Comedy erscheint generell äußerst vorhersehbar und beginnt, einen in kürzester Zeit aufgrund dieser Vorhersehbarkeit zu langweilen.
Dabei ist Kirstie wie eine klassische Multi-Kamera-Sitcom konzipiert und wurde vor einem Livepublikum aufgenommen. Die Gagdichte ist dementsprechend hoch, doch es überwiegt beim Zuschauer anstelle eines wirklich herzhaften Lachens eher ein müdes Lächeln. Zugegeben, zwischenzeitlich kann „Kirstie“ mit ein paar guten Gags und Dialogen punkten, doch das liegt mitnichten an der Originalität des Drehbuchs, sondern vielmehr an den grundsätzlich sympathischen Darstellern.
Zwar wirken diese comedytypisch arg überzeichnet und bisweilen sogar recht lächerlich, doch man kann diesen noch am meisten abgewinnen. Die Charakterisierung der einzelnen Figuren ist sehr klassisch gehalten und richtig überraschen werden sie wohl niemanden. Doch vor allem die Nebendarsteller schaffen es, für einige witzige Momente zu sorgen. Rhea Perlman (ebenfalls Cheers, Hung) und Michael Richards (Seinfeld) fallen hier am meisten auf, auch wenn ihre Gags eher plump und genauso absehbar wie die ganze Handlung sind. Hauptdarstellerin Kirstie Alley hingegen bleibt eher blass. Sie funktioniert zwar als Zugpferd der Serie und man mag vielleicht sogar ein wenig Selbstironie erkennen, jedoch fällt sie nicht wirklich durch eine besondere Darbietung auf. Eric Petersen, welcher Maddies Sohn spielt, mag zwar recht sympathisch sein, doch so richtig warm wird man auch mit ihm nicht.
Kurz vor dem Ende der Pilotepisode versucht Kirstie dann noch einmal zu beweisen, dass die Serie vielleicht auch eine etwas ernsthaftere Seite haben könnte. Jedoch verpufft auch dieser Moment und Kirstie fällt sofort in das alte Schema zurück. Dadurch kann die Serie keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Am Ende weiß der Zuschauer bereits, ohne die restlichen elf Episoden der ersten Staffel gesehen zu haben, wohin die Reise in „Kirstie“ wohl gehen wird.
Fazit
Es scheint so, als hätte man sich für Kirstie einfach ein paar bekannte Comedydarsteller ins Boot geholt und dazu mit Kirstie Alley einen klanghaften Namen verpflichtet, der aber zweifellos schon einiges an seinem Glanz verloren hat. Damit wollte man eine klassische Sitcom abzuliefern. Zwar bekommt man vom Aufbau her genau eine solche Sitcom, doch inhaltlich präsentiert sich TV Lands neues Comedyprojekt als äußerst uninspiriert und generisch. Zweifelos wird sich ein Publikum für dieses Format finden, doch objektiv betrachtet hat die Serie nicht viel zu bieten, was einen dazu anregen könnte, sie weiterzufolgen - geschweige denn sich die Pilotepisode überhaupt anzusehen.
Einige gute Witze lassen sich in „Kirstie“ finden, so platt und ideenlos diese auch sein mögen. Die Nebendarsteller können überzeugen, aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Comedy eher dröge und vor allem sehr nach Schema F gehalten ist. Nimmt man die Qualität der Pilotfolge als Gradmesser, dürfte es nicht verwundern, wenn TV Land nach der zwölfteiligen ersten Staffel dem Treiben schon wieder ein Ende setzt und das Projekt „Kirstie“ als gescheitert erklärt.
Verfasser: Felix Böhme am Freitag, 6. Dezember 2013(Kirstie 1x01)
Schauspieler in der Episode Kirstie 1x01
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