Killer Women 1x01

Die Trailer zur Serie Killer Women haben vieles vermuten lassen: Ein bisschen Quentin Tarantino, ein bisschen Trash, viele hübsche Frauen und gute alte Westernatmosphäre. Wer wohlmeinend war, konnte gar auf ein bisschen The Bridge (US) hoffen. Die Pilotepisode La Sicaria zeigt: Die hübschen Frauen sind da. Hinsichtlich aller anderen Punkte kann man sich streiten. Nur die Träume von einem zweiten „The Bridge (US)“ kann man direkt abschreiben.
Worum geht's denn eigentlich?
Molly Parker (Tricia Helfer, Battlestar Galactica, The Firm) ist ein Texas Ranger mit gelegentlichem Akzent, einem Händchen für Waffen und einer Affäre mit einem attraktiven DEA-Kollegen namens Dan (Marc Blucas, Buffy the Vampire Slayer). Außerdem hat sie eine Schwägerin, Becca (Marta Milans), die sie zwingt, hübsche Kleider anzuprobieren, obwohl Molly es vorzieht, Vieh zu treiben und ein dunkles Geheimnis zu wahren, das ihren gewalttätigen Mann, den sie lieber als Exmann sehen würde, beinhaltet. Außerdem sieht sie entwaffnend gut aus.
In der Pilotepisode La Sicaria bekommt sie noch einen mysteriösen Mordfall dazu: Eine - natürlich ebenfalls attraktive - Frau im kurzen, roten Kleid geht in eine Kirche und erschießt in aller Seelenruhe die vor dem Altar stehende Braut ihres Chefs. Für die hormongesteuerten Kollegen ist der Fall klar: Eine Affäre ist im Eifersuchtsdrama eskaliert. Doch Molly - (puh!) - hat den richtigen Instinkt und erkennt, was wirklich vorgeht: Erpressung, entführte Kinder und Großmütter, mexikanische Drogenkartelle, y'all!
Also tut sie, was getan werden muss: Mit einer rührenden Beichte erobert sie das Vertrauen der Tatverdächtigen und begibt sich mit ihrem DEA-Kollegen, mit dem sie kurz vorher eine enttäuschende Sexszene teilt, auf eine waghalsige Rettungsaktion im Nachbarland. Am Ende spielt sie ein bisschen Trompete.
Wie kommt es rüber?
Die hübschen Frauen sind richtig hübsch und auch von der Westernatmosphäre kann man einiges mitnehmen. Doch Spannung sucht man zwischen Explosionen und gezückten Waffen vergebens. Der Rest ist Ansichtssache.
Setzen die Macher auf Trash? Man sollte es vermuten, denn unglaubwürdige Szenen, die nur aus Showgründen da sind, gibt es zuhauf. Und leider wird keine von diesen Szenen mit einem Zwinkern serviert. So reagiert niemand in der Kirche auf eine Frau im kurzen, roten Kleid, die im Moment der Trauung entschlossen den Kirchengang entlanggeht, der frischgebackene Ehemann macht keinerlei Anstalten, sich das Blut seiner Frau aus dem Gesicht zu wischen und während der Sexszene sieht man im Vordergrund die Waffen der sich Liebenden überkreuzt auf dem Nachttisch liegen.
Auch die Anzahl grenzwertiger Sprüche unterstützt diese Sichtweise. „What do you get?“ „Justice“. (Oh je!) „There is an excellent chance, we're going to die in Mexico tonight.“. (Uff!)
Doch zumindest in der Pilotepisode La Sicaria scheint es, als wenn die Killer Women-Macher sich noch nicht ganz entscheiden können, welcher Weg es denn nun sein soll. Für unterhaltsamen Trash reichen die Ideen nicht aus, für eine ernstzunehmende Crime-Serie ist einfach zu viel Sinnlosigkeit am Werk.
Krieg der Frauen
Die interessante Seite der Geschichte ist die Konzentration auf Frauen. Nicht nur die Mörderin und die Gesetzeshüterin im Zentrum sind weiblich, auch die Wärterin im Gefängnis oder die Tatsache, dass es eine Tochter und eine Großmutter sind, die entführt werden, sind Hinweise darauf, dass hier in den kommenden Episoden noch mehr zu holen sein wird. Mollys Geheimnis, dass ihr Ehemann sie geschlagen und sie sich zu spät befreit hat, kommt in der Episode La Sicaria ein bisschen unmotiviert herüber, doch daraus könnte sich noch etwas formen lassen. Wir lernen an Mollys Seite eine Männerwelt kennen, tiefen US-Süden an der Grenze zu Mexiko, Cowboyland, Kartellkriege. Doch sie beweist sich in dieser Umgebung und wenn wir noch andere interessante Frauenfiguren kennenlernen würden und natürlich auch entsprechende männliche Gegenparts, könnte Killer Women einen ganz eigenen Charme entfalten.
Fazit
Die Pilotepisode La Sicaria kann noch nicht überzeugen, sie bleibt irgendwo stecken zwischen amüsantem Trash und billigen Versuchen eine Krimistory zu erzählen. Leider fehlt die entsprechende Art von Humor in dieser Killer Women-Episode, um als gelungener Trash durchzugehen und die Spannung, um als Krimi zu punkten. Doch mit zwei Dingen könnten die folgenden Episoden das ausgleichen: Dem interessanten Einsatz von Frauenfiguren in einer Männerwelt und der Westernatmosphäre.
Trailer zur Serie „Killer Women“
Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 8. Januar 2014(Killer Women 1x01)
Schauspieler in der Episode Killer Women 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?