Mit iZombie schickt The CW unter der Anleitung des Machers von Veronica Mars eine interessante Genremischung ins Rennen. Dabei herausgekommen ist eine humorvolle und spannende Pilotepisode, die definitiv Hitpotential besitzt.

Rose McIver in „iZombie“ / (c) CW
Rose McIver in „iZombie“ / (c) CW
© (c) CW

Das Leben von Liv (Rose McIver) verändert sich grundlegend, als sie nach einer tödlichen Party als Zombie erwacht. Wenigstens versorgt sie ihre neuer Job in der Leichenhalle mit dem, wonach die meisten lebenden Toten streben: Frische Gehirne. Doch der Konsum dieser Leckerbissen hat mit den Visionen der Verstorbenen einen Nebeneffekt, der sie dazu animiert, sich mit dem Vorzeitigen Ableben eines möglichen Mordopfers zu befassen.

I can't refuse to be dead

Als Livs Kollege Ravi (Rahul Kohli) von ihrer besonderen Kondition erfährt, beschließt er, die blasse angehende Gerichtsmedizinerin so gut er kann zu unterstützen. Das beinhaltet auch, dem Polizisten Babineaux (Malcolm Goodwin) bei dessen Fall mit einer unbekannten Leiche unter die Arme zu greifen, nachdem Liv Visionen von deren Ermordung durch das Verputzen ihres Denkapparats erhält.

Gemeinsam kommen sie dem Mörder näher, was in einem Showdown gipfelt, bei dem Liv in den vollen „Zombiemodus“ schalten muss, damit das Ganze einen guten Ausgang nehmen kann. Gleichzeitig stellt sie fest, dass sie nicht nur wieder an der Integration in ihre Familie arbeiten möchte, zu der sie sich in den letzten Monaten nach ihrer Transformation distanziert hatte, sondern auch einen neuen Sinn und Orientierung in ihrem Unleben gefunden hat.

I can choose to find justice for a fellow dead girl

Als jemand, dem sowohl Veronica Mars von Showrunner Rob Thomas gefiel, als auch mit der bei Vertigo erschienenen Comicvorlage von Chris Roberson und Michael Allred vertraut ist, auf der iZombie basiert, hatte ich durchaus bestimmte Erwartungen. Die TV-Adaption weist im Grunde nur noch die Prämisse der Vorlage in gewissen Zügen auf. Das ist jedoch keinesfalls ein negativer Aspekt, denn so versucht die Serie ihre eigene Identität zu finden und versprüht dabei ihren ganz eigenen Charme.

Dabei ist die Handschrift von Rob Thomas durchgehend zu spüren, denn viele Stilmittel erinnern in angenehmer Vertrautheit an seine vergangenen Werke. Die lockeren und clever konstruierten Dialoge fühlen sich natürlich und ungezwungen an und in Form von Liv (Rose McIver) wird auf eine smarte und sympathische Hauptrolle mit flinker Zunge gesetzt. Die Kombination aus übernatürlichen Horrorelementen mit Fokus auf Comedy könnte dabei selbst Zuschauern gefallen, die sonst einen großen Bogen um Serien machen, die Proceduralstrukturen aufweisen. Dieser Struktur dürfte vor allem durch die Fähigkeiten, die Liv sich durch ihre Essgewohnheiten aneignet, ein zusätzlicher Kniff verliehen werden.

You're not dead, you're undead. Big difference.

Unsere untote Hauptfigur teilt sich nicht nur den Fakt mit Veronica Mars, dass eine Party ihr Leben veränderte, wir dürfen aus narrativer Sicht ebenso an den Gedanken von Liv durch ihre inneren Monologe teilhaben. Das ist sicherlich eine individuelle Erzählform, die in ihrem Grundkonzept dem Zuschauer an sich zusagen muss, ist hier allerdings auch passend in den Erzählfluss eingebunden.

Das hilft gleichzeitig dabei, sich mit unserer untoten Heldin zu identifizieren, da wir so eine besonders persönliche Einsicht in ihre Gedankengänge erhalten. Der Fall der Pilotepisode ist innerhalb der Proceduralwelt nicht besonders extravagant, jedoch scheint zumindest diese Episode der Weg das Ziel zu sein, denn die Folge wird von den witzigen und temporeichen Dialogen getragen. Dabei bleibt der Grundton zwar stets locker, was allerdings nicht bedeutet, dass es bei iZombie keine Vielschichtigkeit zu erwarten ist. Liv versucht ihren Platz in der Welt zu finden und ihre Lebensumstände ihrem Zustand anzupassen, was ein integraler Teil auf ihrem Weg zur Selbstfindung ist.

Babineaux (Rahul Kohli) und Ravi (Malcolm Goodwin) machen sich ihn ihren Rollen bisher durchaus gut, werden aber vor allem in ihrem Zusammenspiel von Liv (Rose McIver) getragen, die bereits nach einer Episode einen sympathischen Kern bildet, der sich auf ihre Kollegen ausweiten kann. Es ist schwer, Liv in machen Szenen, wie etwa bei ihrem Versuch, das Einschussloch im Wagen von Babineaux zu erklären, nicht lieb zu gewinnen. Darüber hinaus ist das Wortspiel mit ihrem Namen (Liv Moore) ein weiteres Beispiel für den detailverliebten und lockeren Umgangston der Serie.

Rose McIver in %26bdquo;iZombie%26ldquo; © CW
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Vom technischen Standpunkt aus gesehen ist iZombie handwerklich einwandfrei durchstilisiert. Die Comichaften Einblendungen nach Standortwechseln sind dabei ein abwechslungsreiches Mittel des Schnitts, die Einleitungen in eine neue Szenerie zu gestalten und sehen darüber hinaus einfach gut aus.

Der Einstieg ist genau wie das generelle Erzähltempo ziemlich flott, hätte aber gerne noch ein wenig weiter ausgebaut werden dürfen. Allerdings wird der Zuschauer so schnell an den Fluss der Folge gewöhnt und kann sich auch vergleichsweise schnell akklimatisieren.

Fazit

iZombie kombiniert clevere und witzige Dialoge mit einer interessanten Prämisse, einem schnellen Erzähltempo und einer sympathischen Hauptdarstellerin mit Köpfchen. Im Gesamtfazit ist die Pilotepisode stellenweise sehr amüsant und darüber hinaus alles andere als hirnlos. CW und Rob Thomas haben einen potentiellen Hit geschaffen, der im Auge behalten werden sollte, denn die erste Folge von iZombie macht Spaß und weiß gut zu unterhalten.

Der Trailer zur nächsten Episode „iZombie“

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