iZombie 4x13

© ose McIver in „iZombie“ (c) The CW
Das Finale der vierten Staffel von iZombie mit dem Titel And He Shall Be a Good Man zeigt, wie die letzten Momente von Levon (Daniel Bonjour) und Liv (Rose McIver) näher rücken, während Fillmore-Graves deren Exekution vorbereitet. Doch ihre Freunde bereiten ein waghalsiges Manöver vor, um sie zu retten, während Brother Love (Robert Knepper) in einer anderen Ecke der Stadt seine Herde in die Schlacht führt.
Try to remember me on this brain, Clive. This is the one that loves you.
Livs Freunde sorgen dafür, dass Levons Dokumentation über Renegade an die Öffentlichkeit gelangt, um vor der öffentlichen Hinrichtung die Zuschauer auf ihre Seite zu ziehen. Das veranlasst FG allerdings dazu, das Ganze an einem anderen Ort durchzuführen und vorzuverlegen. Peyton (Aly Michalka) sorgt durch einen öffentlichen Aufruf dafür, dass trotzdem Verstärkung unterwegs ist und gemeinsam mit Clive, (Malcolm Goodwin), Major (Robert Buckley) und Ravi (Rahul Kohli) eilt sie ihrer Freundin zur Hilfe.
Gemeinsam mit zahlreichen aufgetauchten Unterstützern dringen sie in das Gelände ein, doch zumindest für eine Person kommen sie zu spät, denn Levon macht mit der Amboss-Guillotine Bekanntschaft, bevor sie FG aufhalten können. Liv jedoch hat mehr Glück als ihr Freund, denn Major gelingt es, Chase (Jason Dohring) in einen Kampf zu verwickeln, der durch ein Eingreifen von Liv seine eigene Guillotine aus nächster Nähe testen darf. Damit ist bei Fillmore-Graves eine Führungsposition offen, die auf Wunsch der vor Ort versammelten Streitkräfte nun von Major gefüllt wird.
Dieser muss auch gleich eine brenzlige Situation eindämmen, denn angestiftet von Blaine (David Anders) versucht dessen Vater die Mauern der Stadt zu stürmen, scheitert jedoch an heftiger Gegenwehr seitens der Armee, die den Propheten auch gleich vom Antlitz der Erde tilgt. Blaine steht durch seinen gescheiterten Plan geschäftlich vor der Pleite, profitiert allerdings auch von der in Kraft tretenden Gehirn-Lieferblockade durch die Regierung, denn Major gibt ihm als neuer Anführer von Fillmore-Graves den äußerst lukrativen Auftrag, für die hungernden Mäuler von Seattle Gehirne in die Stadt zu schmuggeln.
Clive und Dale (Jessica Harmon) entschließen sich unterdessen, ihre Hochzeit im Polizeirevier amtlich zu machen und bekommen als Hochzeitsgeschenk von Liv ein Heilmittel für Dale, dass Liv eigentlich für sich selbst eingeplant hatte. Ursprünglich wollte sie nach all den Geschehnissen auch als Renegade abtreten, doch die Unterstützung durch die Bewohner der Stadt und ihrer Freunde veranlassen sie dazu, auch weiterhin an der Spitze der Schleuser zu bleiben, denn schließlich steht nun ganz Seattle hinter ihr.
Hier kannst Du „iZombie: Staffel 4 (OV)“ bei Amazon.de kaufen
Durch ein sehr ambitioniertes neues Setting für diese Staffel hat iZombie es sich oft nicht einfach gemacht und hatte aufgrund einiger Schwächen keine leichte Aufgabe vor sich, ein ordentliches Finale abzuliefern. Die meisten dieser abgewetzten Storyfäden konnten die Autoren im Großen und Ganzen in And He Shall Be a Good Man jedoch ordentlich zusammenfügen. Aber auch diesmal lief nicht alles rund...
Geschuldet ist das allerdings eben auch dem besagten (zu) ambitionierten Setting, denn um eine riesige Stadt im Ausnahmezustand darzustellen und Menschenmengen inklusive Zombiechaos mit rasanter Action authentisch herüberzubringen, fehlt der Serie einfach ein bisschen das Budget, das in den vorigen Staffeln für einen wesentlich kleineren Darstellungsrahmen noch völlig ausreichend war. Auch, um so manches Plotproblem zu umschiffen, hätten womöglich ein paar mehr Episoden hilfreich sein können.
Unter den gegebenen Umständen konnte die Episode dafür größtenteils überzeugen. Was in der Episode am besten funktioniert, ist die Darstellung der Gefühle der Charaktere, denn auch wenn wir natürlich nicht davon ausgegangen sind, dass Liv den Löffel abgeben muss, ist ihre Abschiedsszene von ihren Freunden wirklich rührend und deren verzweifelter Kampf für ihre Freundin wird so zu einem sehr nachvollziehbaren und selbstverständlichen Unterfangen. Der Tod von Levon (Daniel Bonjour) ist allerdings nicht nur ziemlich vorhersehbar - durch dessen zu oberflächliche Ausarbeitung lässt das Ganze auch etwas an emotionaler Wucht vermissen.
Zudem ist die Wahl der Inszenierung beziehungsweise der Schnitttechnik in der Befreiungsszene als Stilmittel ein wenig unglücklich und schwer nachvollziehbar, denn das Gezeigte wirkt eher wie das Werk eines Filmstudenten, der einmal etwas ausprobieren wollte. Gut gelöst ist hingegen die Übernahme von Major (Robert Buckley) durch den Abgang von Chase (Jason Dohring), der sich mit seiner gnadenlosen Politik in eine Sackgasse manövriert hatte, aus der er kaum anders wieder herauskonnte.
Clives (Malcolm Goodwin) Hochzeit ist ebenso ein zweischneidiges Schwert: Auf emotionaler Ebene ist es eine schöne Szene und Livs Geschenk an sie eine für sie typische Geste, die bestens zu ihr passt und gleichzeitig der Beziehungsgeschichte von Clive und Dale (Jessica Harmon) ein verdientes, fröhliches Ende bereitet. Auf die Story bezogen ust der Umgang mit dem Heilmittel allerdings leider Quatsch, denn erst mal muss natürlich passenderweise das gesamte Gehirn aufgebraucht werden - und dann kommt Ravi nicht mal auf die Idee, zu Forschungszwecken etwas zu behalten oder zu verschicken, damit es synthetisch hergestellt werden kann... Gerade, wenn man händeringend nach Argumenten sucht, um nicht per Drohnenangriff der Regierung dem Erdboden gleichgemacht zu werden, würde man so etwas sicherlich nicht einfach vergessen.
Der Prophetengeschichte fehlt es auch etwas an Durchschlagskraft, denn letzten Endes hat man über die ganze Staffel eine neue Fraktion aufgebaut, nur um diese am Ende in den Fleischwolf zu schicken. Dass Blaine (David Anders) auf einmal nun doch noch Gefühle für seinen alten Herrn entwickelt, will ebenso nicht so richtig passen. Dafür passt es aber umso besser, dass unser beliebtes Schurkenpaar direkt im Anschluss seine Talente für ein für die Stadt essentielles Unterfangen plus Profit einsetzen kann. Speziell Don E (Bryce Hodgson) hat sich mittlerweile zu einem der unterhaltsamsten Charaktere der Serie entwickelt, weswegen es eine gute Nachricht ist, dass er auch demnächst an einem wichtigen Prozess teilhaben wird.
Fazit
iZombie bringt trotz einiger Sorgenkinder die meisten Storylines in seinem Staffelfinale gut nach Hause und schließt mit vielen Themen in einem zufriedenstellenden Rahmen ab. And He Shall Be a Good Man punktet allerdings mehr mit gelungenen Charaktermomenten als mit seiner Inszenierung und hat wie der Rest der Staffel mit ein paar Plot- und Glaubwürdigkeitsproblemen zu kämpfen. Die Autoren haben diese Staffel hoch gepokert und dem Produktionsteam viel zugemutet und sich mit der großen und komplexen Welt, für die sie die Tore geöffnet haben, unterm Strich etwas übernommen. Unterhaltsam bleibt „iZombie“ über weite Strecken trotzdem und speziell diese Folge liefert noch einen ordentlichen Abschluss zu der bisher wahrscheinlich schwächsten Season.

iZombie 4x13 Trailer
(iZombie 4x13)
Schauspieler in der Episode iZombie 4x13
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?