So gut ist Alicia Silverstone nach all den Jahren - „Irish Blood“ - Familiengeheimnisse zwischen Klippen und Küsten

So gut ist Alicia Silverstone nach all den Jahren - „Irish Blood“ - Familiengeheimnisse zwischen Klippen und Küsten

Eine Frau, ein Geheimnis, eine irische Familie die zu viel weiß. Silverstone brilliert in diesem Familiendrama zwischen spektakulären Klippen und dunklen Wahrheiten.

Alicia Silverstone auf der Suche nach ihrer Familie in Irland
Alicia Silverstone auf der Suche nach ihrer Familie in Irland
© Acorn TV

Die neue Serie Irish Blood startet mit einer Prämisse, die zunächst vertraut klingt: Eine Frau reist nach Irland, um die Wahrheit über ihren verstorbenen Vater zu erfahren. Was dann folgt, ist jedoch weit mehr als ein gewöhnlicher Familienkrimi. Die Pilotepisode zeigt Alicia Silverstone als Fiona, die nach dem Tod ihrer Mutter entdeckt, dass ihr Vater möglicherweise nicht der Mann war, für den sie ihn hielt. Die Reise führt sie in ein kleines Kaff an der irischen Küste, wo sie auf eine Familie trifft, die behauptet, sie zu kennen.

Die Serie nutzt geschickt die Spannung zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten. Silverstone, die wir aus „Clueless“ (1995), Miss Match und American Woman kennen, bringt eine interessante Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit mit. Die Jahre haben natürlich ihre Spuren hinterlassen, aber das verleiht ihrer Darstellung der Fiona eine Glaubwürdigkeit, die eine jüngere Schauspielerin nicht hätte aufbringen können.

Irische Idylle als emotionale Kulisse

Die irische Landschaft wird zum heimlichen Star der Auftaktepisode. Molly McGlynn, Regisseurin selbiger, nutzt die dramatischen Klippen und nebelverhangenen Felder nicht nur als pittoreske Kulisse, sondern als emotionalen Spiegel für Fionas innere Zerrissenheit. Wenn sie am Strand entlangwandert und zum ersten Mal das Haus sieht, in dem ihr Vater angeblich gelebt haben soll, verschmelzen die äußere Schönheit und die innere Unsicherheit zu einem stimmungsvollen Ganzen. Was das wirklich bedeutet, ist eine Serie, die versteht, wie wichtig die richtige Atmosphäre für ein Familiendrama ist.

Die Chemie zwischen Silverstone und dem Ensemble der irischen Darsteller funktioniert überraschend gut. Besonders die Szenen mit der angeblichen Halbschwester entwickeln eine Dynamik, die sowohl herzlich als auch misstrauisch ist. Die Pilotepisode lässt geschickt offen, wem Fiona trauen kann und wem besser nicht. Jeder Blick, jede Pause im Gespräch könnte bedeutsam sein oder auch nicht.

Mehr Familie als Krimi

Irish Blood“ ist weniger klassischer Krimi als vielmehr ein Familiendrama mit Mystery-Elementen. Die erste Episode baut Spannung nicht durch Verfolgungsjagden oder dramatische Enthüllungen auf, sondern durch die kleinen Momente der Unsicherheit. Ein Foto, das zu schnell weggelegt wird. Ein Name, der nicht ganz stimmt. Eine Geschichte, die nicht ganz zusammenpasst.

Die technische Umsetzung überzeugt durchweg. Die Kameraführung ist unaufdringlich, aber effektiv, und fängt sowohl die Weite der Landschaft als auch die Enge der emotionalen Situationen ein.

Die Pilotepisode von „Irish Blood“ macht Lust auf mehr, ohne zu viel zu verraten. Silverstone trägt die Episode souverän, und die irische Kulisse ist so atemberaubend, dass man am liebsten selbst in den nächsten Flieger steigen möchte.

Ob die Serie ihr Potenzial über eine ganze Staffel hinweg halten kann, bleibt abzuwarten, aber der Start stimmt definitiv optimistisch. Für Fans von Big Little Lies oder The Affair könnte das genau die richtige Mischung aus Familiengeheimnissen und emotionaler Tiefe sein. Von mir gibt es 4 von 5 Guinness.

Diese Serie passen auch zu «Irish Blood»