Infiltration 1x01

© am Neill auf einem Szenenfoto aus der Serie Invasion (c) Apple TV+
Im Auftakt des Sci-Fi-Dramas Invasion (dt. Titel: „Infiltration“), zu sehen beim Streamingdienst Apple TV+, erleben wir den Beginn einer außerirdischen Attacke aus der Sicht von drei verschiedenen Personen: dem amerikanischen Sheriff John Bell Tyson (Sam Neill) an seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand, der Mutter Aneesha Malik (Golshifteh Farahani) und ihrer Familie sowie der NASA-Kommunikationsoffizierin Mitsuki Yamato (Shiori Kutsuna), die eine Mission eines japanischen Space-Shuttles begleitet.
Was geschieht im der Pilotepisode?
Noch ein einziger Tag, dann wartet die Pension auf Sheriff Tyson und er hat eigentlich vor, es einfach ruhig angehen zu lassen. Als ihn die Meldung eines gestohlenen Fahrzeugs in die Nähe einer Scheune verschlägt, fällt ihm im Feld dahinter ein merkwürdiges kreisrundes Loch an der Stelle auf, an dem eigentlich Getreide sein müsste. Bis auf die unnatürlich runde Form kann er jedoch nichts Verdächtiges daran entdecken, findet aber daneben das gesuchte Fahrzeug leer und verunglückt vor. Nachdem weitere Ermittlungen dann keine besonders fruchtbaren Ergebnisse bringen, lässt er die Sache zunächst auf sich beruhen, schließlich steht abends noch seine Ruhestandsfeier auf dem Programm. Diese verlässt er dann jedoch vorzeitig, da ihn die Sache mit der Rundung im Getreidefeld einfach keine Ruhe lässt, und begibt sich in der Dunkelheit erneut dorthin. Vor Ort geschieht letztlich etwas, was ihn unerwartet in den permanenten vorzeitigen „Ruhestand“ versetzt...
Am selben Tag wird die in einer Vorstadt in New York lebende Aneesha Malik aufgrund eines seltsamen Phänomens in ihre Schule berufen, denn eine mysteriöse, plötzlich auftretende Frequenz verursacht bei den dortigen Menschen Nasenbluten. Von ihren beiden Kindern ist allerdings nur ihre Tochter Sarah (Tara Moayedi) betroffen, während ihr Sohn Luke (Azhy Robertson) unversehrt zu sein scheint. Dieses Ereignis gerät zunächst in Vergessenheit, als sie kurze Zeit später herausfindet, dass ihr Mann (Firas Nassar) hinter ihrem Rücken eine Affäre hat. Doch kurz nachdem sie diesen damit konfrontiert, wird das Haus von herabstürzenden Trümmern erschüttert, die die Familie in höchste Alarmbereitschaft versetzen.
An einem anderen Ort fällt es der Astronautin Hinata (Rinko Kikuchi) schwer, sich vor einer Mission in einem Space-Shuttle auf dem Weg zur Internationalen Raumstation von ihrer Freundin Mitsuki Yamato (Shioli Kutsuna) zu verabschieden, die ebenfalls im Auftrag der NASA als Teil des Bodenpersonals als Kommunikationsoffizierin mitarbeitet. Die Sehnsucht und die Schwierigkeiten der Geheimhaltung ihrer Beziehung werden jedoch völlig in den Hintergrund gestellt, als Hinatas Shuttle urplötzlich auseinandergerissen wird, was zusätzlich die Trümmer erklärt, die in den USA auf die Erde niederregnen. Doch, wie die Prämisse der Serie klarmacht, war es sicherlich kein Unfall...
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Von vornherein lassen sich nach der ersten Episode von Invasion zwei Dinge feststellen, die man in der Wahrnehmung im Vorfeld anders erwarten könnte: Sam Neill wird als einer der bekannteren Darsteller der Serie zwar beworben, seine Geschichte beschränkt sich allerdings mit ziemlicher Sicherheit lediglich auf diese Episode. Und darüber hinaus setzt man viel mehr auf einzelne Schicksals- und Charakterstudien, als auf eine übergeordnete zusammenhängende Narrative. Letzteres kann als Konzept natürlich genauso aufgehen, hat nur in der Art wie es hier aufgebaut ist, diverse Nachteile.
Denn die Erzählung brennt vom Tempo her sehr auf Sparflamme, was sich dadurch manifestiert, dass letztendlich in knapp einer Stunde nur sehr wenig geschieht. Sci-Fi-Elemente gibt es quasi gar nicht, denn von den Aliens ist die gesamte Zeit nicht wirklich etwas zu sehen. Nun wäre es ja eine durchaus interessante Alternative, dass man hier nicht auf krachende Action und brennende Apokalypse setzt, wenn das persönliche Drama der Charaktere, zu denen sich in der nächsten Folge noch zwei weitere Perspektiven hinzugesellen, nur packender wäre.
Man wird einfach das Gefühl nicht los, dass man bei gleichen Ergebnis die Episode um einige Szenen hätte abspecken können, was bei der meisten Genre-Konkurrenz, die schneller in den Gang kommt, oftmals der Fall ist. Nur als Fallbeispiel lässt man Sheriff Tyson erstmal noch auf eine extra Kletterpartie gehen, auch wenn er den Kornkreis bereits vor der Scheune aus entdeckt hat, oder er darf minutenlang tragische Geschichten aus seiner Karriere zum Besten geben, die für sein Profil ja durchaus sinnvoll wären, wenn man ihn nicht zum Ende der Episode schon über die Klinge springen lassen würde. Da hilft es leider dann auch nicht viel, dass Sam Neill eine gewohnt solide Leistung abliefert.
Auch Aneesha Maliks Part rund um die Affäre ihres Mannes wirkt einfach wie unnötiger Dramaballast, der nicht so richtig mitreißen will, zumal nur der Vorfall in der Schule und die mögliche Immunität oder Verbindung ihres Sohnes zu den Aliens, in einer Serie in der es eben um eine Invasion von Außerirdischen geht, der wesentlich spannendere Part ist.

Anders sieht es zum Glück um die Storyline um Mitsuki Yamato (Shioli Kutsuna) und das japanische Spaceshuttle aus: Nicht nur wirkt die Geschichte näher an der Materie, ihre Beziehung und ihr Verlust wirken emotional am authentischsten, da Shioli Kutsuna mit ihrer Präsens und ihrer Performance hier die mit Abstand beste Darbietung abliefert. Vielleicht kann sie mit ihrer Storyline den Rest der Handlung tragen, der natürlich auch noch Gelegenheit hat, an Fahrt aufzunehmen.
Ein anderer wesentlicher Pluspunkt, den man von den aus technischer Sicht qualitativ hochwendigen Produktionen von Apple TV+ beinahe schon gewohnt ist, spiegelt sich in der gelungenen Cinematography wieder. Das Material bietet sehr viele Möglichkeiten für schicke Standbilder und ein gelungener Einsatz von Lichteffekten rundet die generell ansprechende Optik vieler Szenen ab. Allein die Eröffnungsszene im Apartment in Tokyo ist schönes Beispiel dafür, dass die Macher ihr Handwerk in dieser Hinsicht bestens beherrschen. Dafür wählt man zu der allgemein sowieso eher trüben Stimmung der Serie aber auch oft sehr viele Grautöne aus, was dann zwar passend aber nicht gerade erbauend ist.
Fazit
Ein ruhiger und langsamer Aufbau, besonders wenn man mehr auf Charakterstudien als auf krachende Action und Opulenz setzt, kann sehr gut funktionieren und vor allem einen Gegensatz zum Großteil der Konkurrenz darstellen. Doch Invasion übertreibt es in seiner Pilotepisode mit dieser Gelassenheit ein wenig zu sehr, sodass sich einige Teile der Episode auf zähe Weise in die Länge ziehen. Zudem überzeugen längst nicht alle der nicht zusammenhängenden Storylines gleich gut und einiges an Drama wirkt überflüssig, während der Sci-Fi-Part bisher arg kurz kommt. Noch ist natürlich genug Zeit, in den Gang zu kommen, doch sollte das Pacing nicht ein wenig angepasst und angehoben werden und die beiden neuen Perspektiven nicht überzeugen, dann könnte uns hier langatmige Durchschnittskost anstelle Charakterdrama mit spannender Sci-Fi-Komponente erwarten.
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Der offizielle Serientrailer zu Invasion:
Hier abschließend noch der Serientrailer zur Serie „Invasion“:
Verfasser: Tim Krüger am Freitag, 22. Oktober 2021Infiltration 1x01 Trailer
(Infiltration 1x01)
Schauspieler in der Episode Infiltration 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?