Interview with the Vampire 2x03

© AMC
Daniel Molloy (Eric Bogosian) hat eine beunruhigende Begegnung mit einem geheimnisvollen Fremden namens Raglan James (Justin Kirk, Weeds) in einem Restaurant, den er zunächst für einen Geheimagenten hält. Allerdings klingen die gemachten Andeutungen eher nach jemandem, der Insiderwissen über die Vampire besitzt.
Bei der Weiterführung des Interviews erzählt Armand (Assad Zaman) Molloy zunächst von seiner ersten Begegnung mit Lestat (Sebastian Reid) im barocken Paris. Der arrogante Theaterstar führt eine plakative Beziehung mit dem Menschen Nicolas (Joseph Potter, „My Policeman“) und ist anfänglich alles andere als angetan von dem ärmlichen Coven, dem Armand vorsteht. Schließlich jedoch beugt sich Lestat dem ausgeübten Druck, nicht zuletzt deshalb, weil er der Anziehung zu Armand erliegt. Allerdings führt sein unter dramatischen Umständen vollzogener Beitritt schließlich zur Gründung des Théâtre des Vampires.
Louis (Jacob Anderson) und Claudia (Delainey Hayles) feilen im Paris der 40er Jahre weiterhin an ihrer Deckgeschichte über ihren erfundenen verstorbenen Meister Bruce. Diese erzählen sie den anderen Vampiren des Theaterzirkels, um ihre schicksalhafte Verbindung zu Lestat zu verschleiern.
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Sie lernen mehr über die Praktiken im Vampirtheater, in dem unter anderem die Leichen der Opfer in einem speziellen Behältnis an eine Rattenhorde verfüttert werden. Armand beginnt, die Tarngeschichte der beiden zunehmend anzuzweifeln, während Claudia zunehmend in den Bann des kongenialen Schauspielervampirs Santiago (Ben Daniels, Jupiter's Legacy) gerät. Doch wird ihr auch zunehmend bewusst, dass die anderen Vampire sie nach ihrer jugendlichen Gestalt beurteilen und ihr deshalb mit einer gewissen Abwertung entgegentreten.
Louis kommt zunehmend nicht mehr mit dem Versteckspiel wegen seiner Beziehung zu Lestat zurecht, den er regelmäßig in beängstigenden Visionen vor sich sieht. Diese treiben ihn so weit, dass er im Wahn in einem Park einen Unschuldigen tötet, was Santiago gegen ihn aufbringt. Schließlich gesteht Louis Armand seine Verbindung zu Lestat und dass er ihn vermeintlich getötet hat. Claudia wird derweil in den Coven der Vampire aufgenommen. Dabei muss sie allerdings erkennen, dass sie für die anderen Vampire niemals als vollwertiges Mitglied gelten wird.
Kleine Schritte

Die neueste Folge No Pain, in Deutschland bei MagentaTV zu sehen und in den USA bei AMC, schreitet eher langsam in der Gesamthandlung voran, ohne dabei jedoch an Unterhaltsamkeit einzubüßen. Vielmehr erweckt die Geschichte den Eindruck, sich Zeit zu lassen und erzeugt durch kleine Andeutungen wie den Anfang der Folge mit Molloys mysteriöser Begegnung im Restaurant zusätzliche Spannung.
Ferner beweist man ein ausgezeichnetes Gespür für Details. So treffen in einer Szene Louis und Armand in einem Café den berühmten Dramatiker Jean-Paul Sartre (gespielt von Damian Odess-Gillett), der sich als Freund Armands erweist. Darüber hinaus steht in den Rückblenden natürlich auch weiterhin die Ausstattung weit mehr im Vordergrund als stumpfe Brutalität, die nach dem hier und da ziemlich gorigen Einstieg in die zweiten Staffel vor zwei Wochen eher verhalten gezeigt wird.
Jedoch weist die unheilvolle Atmosphäre auch in der dritten Folge deutlich darauf hin, dass den Fan und Zuschauer noch so einiges erwarten dürfte. Eine weitere bedeutende Rolle spielen die psychologischen Faktoren des unsterblichen Lebens der Blutsauger, hier am Beispiel der von Delainey Hayles glänzend verkörperten jungen Claudia.
Das ewige Kind

Zunehmend nämlich wird das sich bisher eher nur angedeutete schwierige Schicksal der als 14-Jährige zur Vampirin gewordenen Claudia überdeutlich. Vom geistigen Entwicklungsstand her zwar längst eine durchaus gereifte Frau, verleitet ihr jugendliches Aussehen die anderen Vampire dazu, das ewige Kind in ihr zu sehen, wie wir vor allem in der Abschlussszene der Folge sehen.
Ganz besonders unheilvoll mutet dabei ihre wachsende Beziehung zur künstlerischen Hauptattraktion des Théâtre des Vampires, Santiago (weiterhin hinreißend faszinierend-bedrohlich gespielt von Ben Daniels) an. Leser der Romane von Anne Rice wissen freilich, wohin Claudias Konflikte letztendlich führen, während sich die reinen Serienzuschauer bis zu den Schilderungen in den Episoden gedulden müssen.
Fazit: Weiterhin ansprechend-bissige Unterhaltung

Klammern wir die der Serie zugrundeliegenden Romane einmal aus, bleibt eine mit einigem Aufwand produzierte, in schaurig-schöne ästhetische Bilder gekleidete Serie übrig, die den Großteil der geschilderten Ereignisse in nachvollziehbarer Weise präsentiert.
Folge drei zeigt sich dabei vorwiegend als Charakterepisode, die neben der Vertiefung der bereits bekannten Beziehungen in „Interview with the Vampire“ in unaufdringlicher und vielleicht gerade deshalb so eindrücklicher Weise die Entwicklung von Claudia vorantreibt.
Wer schnelle, treibende Horrorunterhaltung bevorzugt, war vielleicht bei anderen Vampirserien wie True Blood besser bedient. Doch wer sich an Einblicken in das komplizierte Seelenleben der gar nicht so untoten Blutsauger erfreuen kann und zudem ein Faible für sich nur allmählich aufbauende Spannung hat, der dürfte mit der Serien-Adaption der Anne-Rice-Romanklassiker auch weiterhin gut bedient sein.
Vier von fünf Särgen von uns!
Interview with the Vampire: Offizieller Trailer zu Staffel 2
Hier abschließend noch der Trailer zur aktuellen Staffel der Serie „Interview with the Vampire“:
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 27. Mai 2024(Interview with the Vampire 2x03)
Schauspieler in der Episode Interview with the Vampire 2x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?