Instinct: Review der Pilotepisode

Instinct: Review der Pilotepisode

CBS schickt seine neue Crimeserie Instinct ins Rennen. Alan Cumming spielt darin den ehemaligen CIA-Agenten Dr. Dylan Reinhart, der nun seine Brötchen als Psychologie-Professor verdient. Als er vom NYPD bei einem Mordfall um Hilfe gebeten wird, entfacht in ihm das alte Ermittler-Feuer.

„Instinct“ (c) CBS
„Instinct“ (c) CBS
© ??Instinct“ (c) CBS

Karo Bube

CBS schickt seine nächste Crimeserie an den Start. Doch außer einer männlichen, homosexuellen Hauptfigur ist nichts innovativ am Piloten von Instinct. Ehemaliger CIA-Agent, außergewöhnlich intelligent und etwas narzisstisch, trifft auf kühle und schlagfertige (im wahrsten Sinne des Wortes) Polizistin. Gemeinsam lösen sie Mordfälle, die eigentlich kaum lösbar sind, es sei denn, man hat hochgradig gutes Auffassungs- und Analysevermögen. Die Adaption des Romans „Murder Cases“ von James Patterson reiht sich damit in die Vielzahl der mittlerweile typischen Kriminalserien des Senders ein.

Kreuz König

Großartig, ohne Frage, ist Alan Cumming als Dr. Dylan Reinhart. Ehemals ein Leben als CIA-Agent führend, welches gespickt war von Nervenkitzel und Spannung, verbringt er nun die Tage als Psychologie-Professor an der Universität. Diese gemächliche Tätigkeit hat dem einst so faszinierenden Dylan ein wenig Antrieb und Lebensgefühl geraubt. Kein Wunder, dass es auch seinem aktuellen Buch an Gefühl fehlt. Seine Verlegerin (Whoopi Goldberg jedenfalls rät ihm, eine Auszeit von der Lehrtätigkeit zu nehmen, um neuen Schwung in seinen Alltag zu bringen. Bevor sie sein Manuskript veröffentlicht und an die Erfolge des ersten Buches anknüpfen möchte, wünscht sie sich den „sexy Dylan“ zurück.

Herz Dame

Da passt es doch wie die Faust aufs Auge, dass die junge, taffe Polizistin Lizzie Needham (Bojana Novakovic an ihn herantritt. Sie untersucht einen kniffligen Mordfall und bittet ihn um Hilfe, da der Täter offenbar Inspiration aus Dr. Reinharts Bestseller „Freaks“ erhält. Denn am Tag, bevor das NYPD den allseits beliebten Dino Morretti tot in der Toilette eines Nachtclubs auffindet, erreicht das Buch zusammen mit einer Spielkarte zwischen den Seiten die Mordkommission. Als die Polizei auf dem Körper des Jungen eine weitere Spielkarte findet, ist der Zusammenhang hergestellt. Anfangs zögert Dr. Reinhart noch, sich den Ermittlungen anzuschließen, denn er hatte damals seines Ehemanns wegen die CIA-Tätigkeit aufgegeben. Doch lang kann er das in ihm aufwallende Feuer ob der Vorstellung des aufregenden Rätsel-Lösens nicht aufhalten. Er entschließt sich, Lizzie zu unterstützen und schon muss sie mit ihrem neuen, unangepassten und redseligen Partner zurechtkommen.

Herz Zwei

Nicht neu auf der Mattscheibe ist die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden beruflich Verbundenen. Lizzie hat in der Vergangenheit schon mehrere Partner verkrault. Zuletzt „Mr. Wandering Tongue“, der mehr als professionelle Vereinigung wünschte. Dass es sich bei ihrer Ablehnung gegenüber ihr zugeteilten Kollegen nicht nur um zickige Anwandlungen handelt, klärt sich auf, als Dr. Reinhart sie auf ihre Vergangenheit anspricht. Sie offenbart ihm natürlich Dinge, die sie zuvor noch niemandem mitgeteilt hat. Nämlich, dass ihr damaliger Partner und gleichzeitig Verlobter bei einem Einsatz sein Leben verlor. Das macht sie heute zum Eisblock und unfähig gegenüber jeglicher neuer Berufszweisamkeit. Bis heute. Denn in Professor Psycho scheint sie nach all den Jahren wieder jemanden an ihrer Seite gefunden zu haben, dem sie vertrauen kann. Dass dieser jemand schwul ist, verhindert zumindest die oftmals beliebte Liaison zwischen zwei ermittelnden Kollegen.

Joker

Was soll ich sagen? Der Plot, die Geschichten der Figuren, die Zeichnungen der Charaktere sind leider wenig besonders und es fühlt sich so an, als hätte man die gleiche Erzählung schon tausendmal gehört. Vermutlich ist das auch so. So manches hat man in der einen oder anderen Form schon einmal auf dem Bildschirm gesehen und das macht die Serie für mich zu einer von vielen. Wie so häufig wirkt die Handlung dieser speziellen Kategorie Crimeserie (damit meine ich nicht Crimeserien an sich) oftmals albern und übertrieben. Spannung jedenfalls sucht der Zuschauer vergeblich. Was den teilweise abschweifenden Zuschauer zurück ins Geschehen holt, sind einzelne Dialoge der beiden Hauptdarsteller. Sie entlocken zumindest mir das eine oder andere spärliche Lächeln.

Sicherlich wird auch „Instinct“ seine Fans finden - und das ist auch gut so. Verschiedene Geschmäcker fördern die Vielfalt. Doch außer dem Cast, allen voran ein Alan Cumming, der sich die Rolle zu eigen gemacht hat und überzeugt, hat mich persönlich nichts beeindruckt. Um Großartiges leisten zu können, brauchen Schauspieler auch großartige Drehbücher. Und das gibt es bei dieser Produktion leider nicht. Natürlich können Autoren und Showrunner das Rad nicht ständig neu erfinden. Doch eine der Komponenten, aus der ein TV-Produkt gemacht ist, sollte Einfallsreichtum und Originalität widerspiegeln, um gut zu sein. „Instinct“ ist unterhaltsam und als leichte Kost neben einem Brettspiele-Abend sicher tauglich. Aber für mehr reicht es meines Erachtens nach nicht aus. Schade, denn ich hatte mich nach seinen fantastischen Auftritten bei The Good Wife auf Alan Cumming gefreut. Doch auch er schafft es nicht, dass ich an Instinct mehr als zwei Sterne vergebe. (PS: Die von mir aufgeführten Spielkarten entsprechen nicht der originalen Reihenfolge im Piloten.)

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