In Plain Sight 2x15

In Plain Sight 2x15

Officer down hieß es in den Previewclips zum Staffelfinale von In Plain Sight. Der Titel der Episode - angelehnt an ein Lied aus dem Musical Evita - ließ auch schon vermuten, wer betroffen sein würde: Als hätte Mary im Laufe dieser Staffel nicht genug abbekommen.

Don't cry for me... / (c) 2009 NBC Universal
Don't cry for me... / (c) 2009 NBC Universal

Ja, Mary Shannon (Mary McCormack) wird im Finale dieser recht gelungenen In Plain Sight-Staffel angeschossen. Aber wie kam es dazu?

Francesca Garcia, die in einem südamerikanischen Land die Arbeiter zu einem Streik bewegt, steht im Mittelpunkt der Erzählung. El Presidente will sie tot sehen. Die CIA wiederum will El Presidente gestürzt sehen, und so landet Francesca in Marys Obhut. Das Problem ist, dass die nicht auf den Mund gefallene Francesca Mary immer sympathischer wird.

Francesca wird in einer Luxusvilla, mit kompletter Ausstattung von Spa bis 500 TV-Kanälen, untergebracht. Das passt der „Revolutionärin“ aber auch nicht, und sie zieht am nächsten Tag (mit Erlaubnis vom CIA) in das schlimmste ABQ-Viertel um. Ihre direkten Nachbarn sind Drogendealer, aber Francesca fühlt sich wohl: „These are my people. I don't belong in the other place.“ Mary und Marshall (Fred Weller) würden auf Menschen mit brauner Haut überreagieren, die amerikanischen Antidrogengesetzte würden die armen Menschen diskriminieren ... Bla-bla-bla.

Später am Abend bestellt Mary Bobby D (Todd Williams) und einen Streifenwagen, da die Gangster Francesca einen Besuch abstatten wollen. Die Geschichte eskaliert, da die Polizeipräsenz die Gemüter noch weiter aufwühlt. Als einer der Gangster hinter seinen Rücken greift, zieht Mary ihre Waffe. Es fallen zwei Schüsse - einer aus Marys Waffe und einer aus der Richtung der Gangster. Mary wird bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert und muss wiederbelebt werden. Marshall bricht mit Heulkrämpfen in Stans (Paul Ben-Victor) Armen zusammen. Brandi (Nichole Hiltz), Jinx (Lesley Ann Warren), und Raph (Cristian de la Fuente) treffen ein. Während Marshall bei den Shannons bleibt, rechnet Stan mit dem CIA-Typen ab und schmeißt ihn gegen die Wand: Ein Wort noch und ...

Zurück zur Schießerei: natürlich hat niemand irgendwas gesehen. Und Gangster-Anführer Mario lehnt Marshalls Angebot, ins Zeugenschutzprogramm zu kommen, ab. Francesca verlässt die Stadt und gibt weiterhin Mary die Schuld: sie hätte mit ihrer Überreaktion alles provoziert. Das interessiert Marshall aber herzlich wenig - er will Rache. An dem Punkt habe ich mich wirklich gefragt, ob die In Plain Sight-Autoren ein massives (und übertriebenes) politisches Statement abliefern wollten oder einfach in kürzester Zeit eine Figur (Francesca) konstruieren, die die Zuschauer hassen?

Ehrlich gesagt, wirkte das Ganze etwas erzwungen. Beim Zuschauen hatte man das Gefühl, als wollten die Autoren mit aller Macht ein solches Ende erreichen. Und ein Cliffhanger ist es ja nur halbwegs geworden: denn wer sollte um Mary bangen, welcher Zuschauer fürchtet, dass sie nie wieder aufwacht? Keiner. Das einzig Interessante an Marys Zustand ist die Frage, an was und an wen und wie sie sich erinnern wird, wenn sie wieder gesund ist: Wenn Serien ihre Hauptfigur das Gedächtnis verlieren oder ins Koma fallen lassen, haben wir es zumeist entweder mit einem erzählerischen Verzweiflungsakt oder einem Neuanfang zu tun...

Verfasser: Vladislav Tinchev am Dienstag, 11. August 2009
Episode
Staffel 2, Episode 15
(In Plain Sight 2x15)
Deutscher Titel der Episode
Die revolutionäre Zeugin
Titel der Episode im Original
Don't Cry For Me Albuquerque
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 9. August 2009 (USA Network)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 4. Mai 2010
Autor
Jessica Butler
Regisseure
Michael Morris, Michael Owen Morris

Schauspieler in der Episode In Plain Sight 2x15

Darsteller
Rolle
Fred Weller
Nichole Hiltz
Paul Ben-Victor
Lesley Ann Warren
Holly Maples

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