I Just Want My Pants Back 1x01

Nach einem Preview der ersten Episode der Fernsehserie I Just Want My Pants Back im August startet die Serie am Donnerstag regulär. Wohl auch wegen des Previews gibt es dazu eine Doppelepisode.
I Just Want My Pants Back folgt einer Gruppe Mitzwanziger in New York, die weitestgehend in den Tag hinein leben, trotz Collegeabschluss Jobs ohne jede echte Verantwortung haben und deswegen die Freuden des kleinen Mannes genießen: Drogen in Form von Alkohol, Pott und vermutlich auch der einen oder anderen Pille und ein ausschweifendes, oberflächliches Beziehungsleben.
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Review zu I Just want my Pants Back
Es ist die älteste Geschichte der Menschheit: Junge findet Mädchen. Junge nimmt Mädchen mit nach Hause. Junge und Mädchen haben wilden Sex im Kühlschrank (fragt nicht...). Mädchen leiht sich am nächsten Morgen die Hose des Jungen und hinterlässt ihm eine falsche Telefonnummer.
Das ist der Aufhänger der neuen MTV-Comedy I Just Want My Pants Back. Die Serie folgt Jason Strider (Peter Vack) und seinen Freunden, einer Gruppe Mittzwanziger, die den typischen Klischees über den modernen Großstädter folgen: Man ist mit einem Fuß in der Quarterlife Crisis, mit dem anderen auf dem Sprung. Man weiß allerdings nur noch nicht, wohin. Jason etwa arbeitet trotz Collegeabschluss auf dem niedrigsten Posten eines kleinen Castingbüros - was das Reparieren verstopfter Toiletten beinhaltet -, und weiß nicht, wie er im Leben voran kommen soll. Das ist aber auch nicht seine Priorität.
Während man still steht, versucht man das Leben zu genießen: Abhängen mit den Freunden, Party machen, und möglichst viel unverbindlichen Sex haben. Zumindest wenn man ein Mann ist. Als Frau hat man natürlich neben dem eigenen Spaß auch (fast) immer einen praktischen Hintergedanken. So wie Jasons Besty namens Tina (Kim Shaw) - der größte Vorzug ihres aktuellen Gespielen ist es etwa, eine Klimaanlage zu habe.
Jason hat in der Eintönigkeit des Großstadtlebens eine herausragende Begegnung, findet ein Paar Augen, das ihm tief in die Seele zu blicken scheint - Jane (Kelli Barrett). Nach einer mit Leibesertüchtigung verbrachten Nacht verabschieden sich die beiden und er erhält die Nummer seiner Herzdame. Und sie hat einen scheinbar guten Grund, sich von ihm eine Jeans zu borgen.
Kurze Zeit später folgt für Jason die Ernüchterung: „Ihre“ Telefonnummer stellt sich als die eines Restaurants heraus: Fake Numbered! Obwohl er innerlich geknickt ist, mimt Jason nach außen den starken Mann - hat sie ihn halt abserviert, aber seine Hose hätte er dann doch gerne wieder! Ob dieser Hosengag ein Gimmick der Pilotepisode war, um den Serientitel zu rechtfertigen? Eigentlich drängt sich der Verdacht auf, denn die Serie fühlt sich nicht so an, als wäre sie als episches „Wie ich meine Hose wiederfand“ angelegt.
Wie bei so vielen Comedys steht Leben, Liebe und Freundschaft in der Großstadt im Zentrum von I Just Want My Pants Back. Dabei nähert sich die Serie deutlich eher den Befindlichkeiten des Kabelfernsehens an, fast schon auf Pay-TV-Niveau. Aber eben nur, was den Bruch mit Konventionen angeht: Geradezu schon typisch für MTV hat die Serie eine fette Prise Ekelhumor. Während es vor einer Dekade noch Körperflüssigkeiten waren, die für ein lautes oder leiseres IIiiiihhhh sorgten, so ist es mittlerweile „Körperöffnungshumor“ - Die Welt steht eben nicht still. Nackte Tatsachen gibt es jedoch nicht zu sehen.
I Just Want My Pants Back zeichnet ein recht pessimistisches Bild von der heutigen Jugend: Vieles haben die Figuren schon erlebt, fast alles gesehen - und sind doch nie aus der Stadt heraus gekommen. Mit Mitte Zwanzig ist das Leben eigentlich schon gelebt, ohne Höhepunkte. Wie vermutlich die Autoren der Serie auch, haben die Serienfiguren zuviel und auf jeden Fall alle halbwegs klassischen Fernsehserien gesehen, Serienjunkies fühlen sich da zugegebener Maßen wohl gleich heimisch.
So manchem Dialog in der Pilotepisode merkt man dann auch an, dass er vermutlich seit Jahren in den Köpfen der Macher spukte, geschliffen wurde und jetzt auf Teufel komm raus verbaut werden musste: Mancher Bezug ist doch zu speziell. Trotzdem haben es die Autoren geschafft, wie bei einem guten Coming-of-Age-Film den Figuren auch sympathische Sätze in den Mund zu legen. Vor allem die Szenen zwischen Jason und Jane lassen den Zuschauer Sympathien für das Paar entwickeln: Witzig, offen, fast schon naiv-ehrlich aber trotzdem voller Charakter.
'I Just Want My Pants Back' ist wie...
Wo soll man I Just Want My Pants Back im Bezug auf andere Comedys verorten? Irgendwo in der Nähe von How to make it in America, denn die Serie vermittelt wie kaum eine andere das Leben in der Großstadt und urbanes Selbstbewusstsein. Andererseits ist ein Kern von HTMIIA das Streben und die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung der Hauptfiguren, was hier noch komplett fehlt.
Stattdessen hat „I Just Want My Pants Back“ einen starken Einschlag von „Clerks“: Fatalismus, sich treiben lassen, sich aber auch ein bisschen den anderen überlegen fühlt, die sich abstrampeln um voran zu kommen. Nur eben moderner und in eine Zeit gebracht, wo auch die Bandgeeks nicht mehr verschüchtert in der Ecke stehen, sondern ein munteres Partnerwechseln betreiben.
Der Vergleich zu „Clerks“ drängt sich nicht zuletzt deswegen auf, weil man sich nicht in einem Cafe zum täglichen Plausch trifft, sondern beim freundlichen Inder - der sicher eine Flinte unterm Tresen hat - im Kleinladen.
Fazit
Bei all der Kritik mag es wundern, aber vier von fünf Punkten erhält I Just Want My Pants Back doch. Vielleicht mag es am Alter des Rezensenten liegen, oder daran, dass er für die meisten modernen Kabelserien eigentlich etwas zu prüde ist. Aber daran hat er sich mittlerweile gewöhnt. Die recht gute Wertung ist ein Ausdruck für die Hoffnung darauf, dass die Serie ihre Möglichkeiten voll ausnutzt und die Schwächen abzuschütteln vermag.
Die Stärken von I Just Want My Pants Back sind sicherlich die Charaktere, die ein nicht geringes Identifikationspotential für alle urbanen Zuschauer zwischen 16 und 46 haben dürften.
Verfasser: Bernd Michael Krannich am Donnerstag, 2. Februar 2012(I Just Want My Pants Back 1x01)
Schauspieler in der Episode I Just Want My Pants Back 1x01
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