Housebroken: Who's a Good Girl? - Review der Pilotepisode

© zenenfoto aus der Pilotfolge der Serie Housebroken (c) FOX
Der US-Sender FOX ist und bleibt unter den großen Networks weiterhin die zuverlässigste Adresse, wenn es darum geht, Primetime-Zeichentrickserien zu platzieren. Mit Housebroken versucht man, neben dem Sonntag nun auch den Montag mit dieser Programmfarbe zu schmücken. Gelingt das?
Für Tierliebhaber bietet bereits das Intro einen ersten Lacher, weil es nur aus Hunde- und Katzengeräuschen besteht. Die Pilotfolge Who's a Good Girl? muss wie üblich erst einmal das Konzept und die Figuren vorstellen. Animationskenner werden eventuell an die „Secret Life of Pets“-Filme (aka „Pets“) erinnert, die aber nicht ganz so frech und provokativ sind. Während die „Pets“-Abenteuer wohl ab sechs Jahren durchgehen, wäre Housebroken eher was für die zwölfjährigen und darüber hinaus etwas.
Worum geht es in Housebroken?
Wie schon in anderen Zeichentrickserien der jüngeren Vergangenheit kann man bei „Housebroken“ bei den Originalsprechern aus dem Vollen schöpfen. Im neuen FOX-Cartoon geht es um eine Gruppe von Tieren, die in der Vorstadt lebt und sich regelmäßig zu Tiertherapierunden trifft, in denen man über das spricht, was einen aktuell beschäftigt. Honey (Lisa Kudrow, Friends) ist ein Pudel, der andere Tiere zu sich einlädt und sie muss mit Chief (Nat Faxon, Disenchantment), einem schmuddeligen Bernhardiner, der es liebt, alles zu machen, was das Hundeleben hergibt, zusammenleben. Er ist eher ein simples Gemüt und freut sich darüber, ein Vierbeiner zu sein, während sie eher eine nachdenkliche und analytische Klefferin ist.
Zur tierischen Clique gehören außerdem Shel (Will Forte, The Last Man on Earth) eine sexpositive Schildkröte, die Schwierigkeiten mit Intimität hat und sich gern unkonventionelle Partner aussucht, wie man auch im Auftakt bereits sieht; Tabitha (Sharon Horgan, Catastrophe) eine alternde Perser-Katze, die einst eine Schönheitskönigin war und nun mit dem Leben abseits von Katzenshows klarkommen muss; The Gray One (Jason Mantzoukas, Big Mouth), eine gewiefte Katze, die mit unzählig vielen anderen Miezen zusammenlebt und ein Auge auf Tabitha geworfen hat; Chico (Sam Richardson, Detroiters), eine naive und von ihren Besitzern abhängige Katze, sowie das jüngste Mitglied: Diablo (Tony Hale, Veep), ein unsicherer Terrier im Pullover, der aufgrund einer Zwangsneurose alles zweimal besteigen muss.
Vor kurzem ist ein Mitglied der tierischen Selbsthilfegruppe gestorben: Big Cookie. Nun wird die Frage diskutiert, ob und wie man die Lücke schließen kann. Diablo wird dabei als neues Gruppenmitglied eingeführt.
Im Prinzip geht es darum, wie Honey mit dem Verlust der guten Freundin umgeht und wie es für die unterschiedlichen Haustiere weitergehen soll. Neben Katzen, Hunden und Schildkröten gibt es noch Fische, Hamster, Hausschweine (das offenbar George Clooney gehört) und einige andere Spezies zu bestaunen.
Wrap up the fart jokes!

Housebroken wurde von Clea DuVall (Veep) und Gabrielle Allan (Scrubs) erdacht. Autoren der Serie sind ebenfalls DuVall, Allan und Jennifer Crittenden. Vom Humor her würde man die Serie nach dem Auftakt wohl eher in Richtung Bless the Harts und Family Guy einsortieren. Furz- und Sexjokes werden gern und häufig gemacht und holen sicherlich bei manchen Zuschauern einige leichte Lacher. Dass man auf diesem Niveau durchaus auch unterhalten kann, hat Big Mouth von Netflix demonstriert, bei dem man trotz des vermeintlich niedrigen Humorniveaus durchaus clevere Abhandlungen über das Heranwachsen erzählen kann.
„Housebroken“ nimmt sich Elemente, die zur FOX-Animationsmarke passen dürften: Vorstadtsetting, sprechende Tiere, gut ausgewählte Stimmen und Vermenschlichung von Tieren, was in vielen Serien und Filmen meistens gut geht. Die Mischung aus Tierverhalten und Nachahmen von menschlichen Charakteristiken ist dabei ein Lachgarant. In der ersten Folge soll vor allem das Verhalten von Chief für Schenkelklopfer sorgen. Das funktioniert wie erwartet mal besser und mal schlechter und hängt natürlich stark vom eigenen Humor ab. Ich musste manchmal schmunzeln, habe mich aber auch gefragt, ob ein oder zwei Situationen vielleicht schon zu viel waren und ob man für die folgenden Episoden dann überhaupt noch genug frische Ideen für ihn hat.
Hilfreich ist jedenfalls, dass man so viele unterschiedliche Gattungen zur Verfügung hat, so dass zahlreiche Möglichkeiten für die Zukunft offenstehen. Persönlich mag ich den stummen und nur mit einem Trinkschirm kommunizierenden Plumploris Tchotchke bereits sehr gerne. Die Tiere und ihre Wesenszüge sind zudem verschieden genug, dass für Abwechslung gesorgt sein sollte.
Einen Innovationspreis gewinnt die Animationsserie sicherlich nicht, sortiert sich aber ganz gut ins Portfolio des Senders ein. Zudem finde ich sowieso, dass die Zeichentrickpiloten von FOX immer ein schweres Los haben und sich die anschließenden Serien meist erst kreativ finden müssen. Ob jetzt Fans von Bob's Burgers und The Great North ebenfalls amüsiert sein werden, kann ich nicht sagen, weil ich durchaus beide Strömungen mag und schaue, aber für diejenigen, die es eher anzüglich mögen und auf Tiere stehen, die witzige Situationen erleben, könnte das Format etwas sein.
Fazit
Unbroken schafft es, das gesetzte Ziel zu erreichen: Man etabliert die Prämisse der Serie, stellt die Art des Humors und bereits viele tierische Figuren vor. In den folgenden Episoden müssen die Macher nun noch mehr Gründe zum Dranbleiben liefern. Denn der Pilot spielt teilweise noch sehr viele altbekannte stereotype Tierverhaltensweisen ab, die man bereits zur Genüge kennt. Mit frechen, sprechenden animierten Tieren hat der Sender nun bereits seit Jahrzehnten Erfahrungen. Ob es allein die Menge und Mischung der Spezies richtet, um einen längerfristigen Erfolg zu feiern, muss sich noch zeigen. In meiner persönlichen Referenz ordnet sie sich hinter The Great North, aber vor Bless the Harts und Duncanville ein, was die animierten Neustarts der letzten Jahre angeht. Wie seht Ihr das?
Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „Housebroken“: