Hooten and the Lady 1x01

„Erinnert ihr euch noch an Relic Hunter?“ muss man sich irgendwann in der Chefetage beim britischen Sky 1 gefragt haben. „Das war doch was, und auch Indiana Jones, das will ich wieder sehen!“ Und so muss wohl die Idee zur neuen Abenteuerserie Hooten and the Lady entstanden sein, die tatsächlich wie maßgeschneidert für Freunde von Relic Hunter oder auch der Videospielreihe „Uncharted“ wirkt.
They are Notoriously Bisexual.
Und so liest sich auch die Handlung der Pilotepisode wie eine klassische Episode irgendeiner Abenteuerserie: Hooten (Michael Landes) ist ein klassischer Tunichtgut und Glücksritter. Von verprellten Gangstern in den Dschungel gejagt, trifft er unfreiwillig auf einen Stamm indianischer Ureinwohner, die ihn und die ebenfalls anwesende Lady Alexandra Spencer-Parker (Ophelia Lovibond) daraufhin sofort gefangen nehmen.

Lady Alexandra ist auf der Sucher nach dem Camp eines alten britischen Froschers, der auf der Suche nach einer Stadt aus Gold war. Nun allerdings sieht sie sich einem unangenehmen Schicksal ausgeliefert: Sie soll den Tod durch eine Kolonie Feuerameisen finden. Etwas weniger schlimm, dennoch unangenehm trifft es Hooten. Wir die Lady erklärt, handelt es sich hier um ein „notoriously bisexual Tribe“. So soll Hooten dann in der Hütte des Dorfältesten von diesem „bestraft“ werden. Das mag man unpassend oder seltsam finden, diese Entwicklung kommt allerdings tatsächlich so aus dem blauen heraus, dass zumindest ich herzhaft lachen musste, allein ob dieser Absurdität.
Doch natürlich fliehen die beiden, raufen sich zusammen, finden die Stadt, alles wie gewohnt. Und auch der Verrat des fiesen französischen Fremdenführers fühlt sich so zwingend an, dass man wohlig an die formelhaften Procedurals der Kindheit denkt, die einem den Samstagmorgen versüßten.
Everyone Has the Right To Be Stupid, But You Really Abuse The Privilege
Und so muss man auch an diese Serie herangehen: Gefällt einem die Prämissen von „Hooten and the Lady“, dann kann man sich wohl auf wirklich unterhaltsame weitere 7 Episoden der ersten Staffel einstellen. Rümpft man allerdings schon bei dem Gedanken daran entrüstet die Nüstern, so ist die Serie einfach nichts für einen.
Und natürlich wissen wir alle, was auf uns zukommen wird: Lady Alexandra muss sich irgendwann von ihrem Verlobten trennen und wird letztendlich mit Hooten zusammenkommen und jeder exploratorische Erfolg der beiden wird am Ende einer Episode größtenteils vernichtet, damit man alles wieder auf Anfang setzen kann. Dass muss man mögen.
Doch „Hooten and the Lady“ nimmt sich selbst zu keinem Zeitpunkt Ernst, die Serie weiß um ihre Klischees und spielt sie genüsslich aus. So hat die Hütte mitten im Nirgendwo zwar kein Telefon, aber einen perfekten WLAN-Hotspot samt Skype-Kamera. Und der gerade angeschossene Hooten turnt natürlich trotz Kugel im Arm herum, als sei nichts gewesen.

Eine große Stärke der Serie ist auch das sympathische Schauspielerduo. Michael Landes und Ophelia Lovibond bringen ihre Charaktere durchweg sympathisch rüber, die Chemie zwischen den beiden stimmt sofort.
Fazit
Was soll man sagen? „Hooten and the Lady“ ist die klassische guilty pleasure-Serie. Wer jede Woche einen neuen Schatz an einer neuen exotischen Location jagen und dabei den Raufbold mit dem guten Herzen und die intelektuelle Lady mit einem Hang zum Abenteuer begleiten möchte, der kann eigentlich nichts falsch machen. Wer allerdings mit der absurden Vorstellung irgendeiner Art von Anspruch an diese Serie geht, der wird sich bereits nach 10 Minuten wieder abwenden.
Verfasser: Benedikt Pichl am Montag, 19. September 2016Hooten and the Lady 1x01 Trailer
(Hooten and the Lady 1x01)
Schauspieler in der Episode Hooten and the Lady 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?