Hit-Monkey: Review der Pilotepisode von Marvel

Hit-Monkey: Review der Pilotepisode von Marvel

Nach Marvel's M.O.D.O.K. gibt es durch Hulu eine weitere Animationsserie für ein älteres Publikum, die auf eine eher obskure Figur setzt. Hit-Monkey ist hier und will Rache. Die Elemente der Serie könnten manchen Serienjunkies allerdings bekannt vorkommen.

Poster zur Serie Hit-Monkey (c) Marvel TV/Hulu
Poster zur Serie Hit-Monkey (c) Marvel TV/Hulu
© oster zur Serie Hit-Monkey (c) Marvel TV/Hulu

Beim amerikanischen Streamingdienst Hulu ist eine neue Animationsserie losgelassen worden, deren Titelfigur auf den Namen Hit-Monkey hört. Das neue Zeichentrickformat ist ein Überbleibsel der Marvel's-The-Offenders-Serien vom Streamingdienst und neben Marvel's M.O.D.O.K. die einzige überlebende Zeichentrickserie dieser Welle. Die Zielgruppe ist eindeutig ein älteres Publikum. Obwohl Disney+ mit What If...? schon bewiesen hat, dass man für konsequenzenreichere Kost offen ist, gibt es wohl immer noch ein Tabu für Inhalte mit mature respektive R-Rating im traditionellen Disney-Ökosystem fernab von der Star-Marke. Zudem wird auch die Vertragslage bei der Entwicklung damit zusammenhängen, dass die Weltpremiere bei Hulu stattfindet und die Produktion auch noch aus der alten Marvel-TV-Ära heraus entstanden ist.

Wer zur Hölle ist Hit-Monkey?

Hit-Monkey“ gehört zu den obskureren neuen Figuren des Marvel-Fundus, die ohnehin erst im Jahr 2010 von Daniel Way und Dalibor Talajic geschaffen wurde. Die Comicauftritte gehen eher in Richtung von „Deadpool“ (als Teil der „Mercs for Money“), manchen Punisher-Abenteuern oder anderen pulpigen Marvel-Figuren, die dort auch eine bestimmte Ecke für sich haben. Zwar wurde die Figur nicht explizit für das Erwachsenen-Label „Marvel Max“ geschaffen, könnte dort aber gut zu Hause sein.

Darum geht es in der Serie: Nachdem der Stamm eines japanischen Schneeaffen abgeschlachtet wird, bündelt er seine Kräfte mit dem Geist eines amerikanischen Killers namens Bryce (gesprochen von Jason Sudeikis, Ted Lasso) und gemeinsam töten sie sich durch die Unterwelt der Yakuza.

Im Piloten erfahren wir, dass Bryce nach einer Verletzung von besagten Schneeaffen gerettet und aufgepäppelt wird, ehe ein Racheakt dafür sorgt, dass er und der Affenstamm sterben. Mit Ausnahme von Monkey (Fred Tatasciore), der Rache an den Angreifern nimmt und die Hintermänner finden möchte... Wie in der Serie Happy! mit Christoper Meloni (und ein bisschen in den „Venom“-Filmen) wird der Protagonist von einer zweiten Stimme begleitet. Es handelt sich jedoch nicht um einen Symbionten oder eine eingebildete Fantasygestalt, sondern in diesem Fall um den Geist des Auftragskillers.

Nebenbei wird auch noch die Geschichte eines Lokalpolitikers namens Shinji (George Takei) und seiner Nichte Akiko (Olivia Munn) erzählt, die bald den Weg von Monkey kreuzen. Und auch die Cops Haruka (gesprochen von Ally Maki) und Ito (gesprochen von Nobi Nakanishi) sind in die Handlung involviert. Man hat sich beim Casting also um einen großen Anteil von Asian-Americans bemüht und mit Sudeikis einen durchaus beliebten Darsteller gefunden, der spätestens durch Ted Lasso in aller Munde ist.

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Archer plus Happy! equals Hit-Monkey?

Marvel TV/Hulu
Marvel TV/Hulu - © Marvel TV/Hulu

Kennt man sich ein bisschen im US-Animationsgenre und der Comiclandschaft aus, dann fallen einem beim Anschauen von „Hit-Monkey“ gewisse Parallelen zu anderen Stoffen auf. So wirkt die Art und Weise, wie Bryce spricht, ziemlich deutlich wie ein Archer - nur eben mit Sudeikis als liebenswertem (?) Killer-Arschloch. Die Partnerschaft mit einer zweiten Person erinnert an das ebenfalls auf einer Comic-Miniserie basierende Happy!. In beiden Fällen habe ich nur den Eindruck, dass die großen Vorbilder mir damals auf Anhieb besser gefallen hatten. Zwar wurde ich auch mit „Archer“ nicht direkt auf Anhieb warm, aber dann doch relativ schnell.

Das Problem, was ich nun mit „Hit-Monkey“ habe, ist die abgehakte, frameskippende Animation, was man auch (stellenweise) von „What If...?“ oder The Dragon Prince kennt. Man muss sich immer erst an etwas gewöhnen, es reißt mich aber besonders am Anfang einer Serie etwas aus der Stimmung heraus. Auch sonst finde ich die Gestaltung auf Anhieb nicht so attraktiv. Das alleine kann für mich schon ein Grund sein, eine Animationsserie nicht weiterzuverfolgen. Für mich sieht die visuelle Gestaltung so aus, als würde ein amerikanisches Studio versuchen, einen Animestil zu kopieren und dabei auch gleichzeitig irgendwie der Comicvorlage Tribut zollen zu wollen. Beides klappt nicht sonderlich gut und wir erhalten ein - in meinen Augen - gewöhnungsbedürftiges Mischmasch, das sich komisch anfühlt. Die Vertonung hingegen ist vollkommen okay und die Stimmen sind gut besetzt. Gewöhnungssache ist es außerdem, Sudeikis nach dem „Ted Lasso“-Ruhm nun in einer solchen Rolle zu hören.

Die Affenkomponente inklusive Untertitel ist okay. Die Gedanken der Primaten zum Thema Bryce zu hören und seine Kommentare dazu zu sehen, ist sogar ganz unterhaltsam. Allerdings gibt es auch hier wieder eine Serie, die nonverbale Kommunikation im Actionbereich noch etwas besser hinkriegt: „Primal“ von Genndy Tartakovsky nämlich, wobei man die Prämissen mit einem Urzeitmensch und der modernen Marvel-Welt nicht unbedingt vergleichen kann. Dafür sind die Actionszenen ordentlich sowie blutig und kompromisslos - und den meisten Zuschauern wird es beim Einschalten wahrscheinlich eh vor allem darauf ankommen.

Fazit

Doch, was es so sicherlich noch nicht gibt, ist das, was am Ende der Episode dann in die Wege geleitet wird: ein Killeraffe auf Rachefeldzug und dafür eignet sich so eine Animationsserie nun mal recht gut, wobei man im Comicbereich wahrscheinlich noch viel mehr experimentieren kann. Der Trailer (und das Postermotiv) zum Rest der ersten Staffel von Hit-Monkey zeigt, dass uns einige mehr oder minder obskure Marvel-Figuren und vor allem auch -Schurken erwarten, was ganz kurzweilig sein könnte. Fans von Tarantino, Rodriguez oder anderen pulpigen Filmemachern, aber auch von Comic-Autoren wie Daniel Way, Garth Ennis oder Donny Cates können also durchaus mal in die Serie reinschauen. Als Visitenkarte überzeugt mich der Auftakt aber nicht oder zumindest nicht so sehr, dass ich unbedingt sofort wissen will, wie es weitergeht.

Sollte die Serie, wie zuvor angekündigt, aber dann doch wieder kurzfristig abgeblasen werden und in Deutschland zu Disney+ kommen, kann man sie sich aber sicherlich mal zu Gemüte führen.

Hit-Monkey: Serientrailer

Hier abschließend noch der Trailer zur nun bei Hulu gestarteten neuen Serie „Hit-Monkey“:

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